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​​Bruno Mottet, Lyderic Bocquet und Team​

​​Leistbare und nachhaltige osmotische Energie​

Preiskategorie
Kleine und mittlere Unternehmen
Technisches Gebiet
Umwelttechnik
Firma
​​Sweetch Energy​
​​Bruno Mottet und Lyderic Bocquet haben ein Verfahren perfektioniert, bei dem kostengünstige und umweltfreundliche Elektrizität mittels Osmose erzeugt wird und das den Energiesektor grundlegend verändern könnte.​

Die bahnbrechende INOD-Technologie (Ionic Nano Osmotic Diffusion = nano-osmotische ionische Diffusion) des Duos setzt eine spezielle Membran aus einem kostengünstigen, biologisch bezogenen Material ein, um die Energie aufzufangen, die an der Schnittstelle zwischen Salzwasser aus dem Meer und Süßwasser aus einem Fluss entsteht. Während der Osmose bewegen sich die Ionen durch die Membran von der hohen Salzkonzentration des Meerwassers zur niedrigeren Konzentration des Flusswassers. Dadurch entsteht eine Ladungsdifferenz, die elektrische Spannung erzeugt. "Die osmotische Energie hat ihren Ursprung in der Entropie, die bei der Vermischung von Salz und Süßwasser entsteht", erklärt Lyderic Bocquet. "Die osmotische Energie wandelt diese Entropie, dieses Chaos, in etwas Verwertbares um." 

Sweetch Energy, das von Mottet und Bocquet mitbegründet wurde, hat sich mit der Compagnie Nationale du Rhône (CNR) zusammengetan, um das erste osmotische Pilotkraftwerk Frankreichs, OsmoRhône, zu errichten. In größerem Maßstab könnten entlang der Rhône 500 Megawatt (MW) osmotische Kapazität installiert werden und die Kosten für osmotische Energie von anfänglich 150 bis 180 EUR pro MWh auf 50 bis 80 EUR senken, wenn die Nutzung zunimmt. Laut Aussagen von Sweetch Energy könnte die Erzeugung von osmotischer Energie dazu beitragen, den Anteil an erneuerbaren Energien weltweit bis zum Jahr 2050 von den bislang geschätzten 50 % auf 65 % anzuheben, was die Dekarbonisierung des Energiesektors wesentlich vorantreiben würde.

Um den Klimawandel erfolgt eindämmen zu können, müssen wir unsere Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zur Deckung des weltweiten Strombedarfs von ca. 28 000 Terawatt-Stunden (TWh) pro Jahr reduzieren. Erneuerbare Energieanlagen, die Sonnen- und Windenergie nutzen, haben zwar das notwendige Potenzial, sind aber in hohem Maße wetterabhängig und nicht immer sofort einsatzbereit. Die osmotische Energie ist hingegen unabhängig von den Witterungsverhältnissen und somit in der Lage, den weltweiten Elektrizitätsbedarf mit sauberer und verlässlicher Energie zu decken.

Eine ambitionierte Idee wird Wirklichkeit

Alles begann damit, dass Mottet, ein Maschinenbauer mit einem besonderen Interesse an Bergbau und Mineralienabbau, ein Paper von Bocquet las, seines Zeichens namhafter Physiker und Vorreiter im Bereich Nanofluidik, in dem es um die Nutzung von Bornitrid zur Gewinnung von erneuerbarer Energie ging. Daraufhin trafen sich die beiden Männer in Kanada. Was folgte, war die Gründung von Sweetch Energy. Die beiden führten zunächst Experimente mit Bornitrid und anschließend mit Titanoxid durch – in beiden Fällen mit vielversprechenden Ergebnissen – was schließlich dazu führte, dass Bocquet die ersten Patente des Duos anmeldete. Die eingesetzten Materialien waren allerdings sehr teuer.

Davon ließen sie die beiden Unternehmer allerdings nicht beirren und suchten weiterhin nach passenden Materialien für eine Membran, bis sie schließlich in einem biologisch bezogenen Material eine passende Alternative fanden.  Dank dieses neuen, kostengünstigen Materials gelang es ihnen, sowohl die französische Regierung als auch die Europäische Kommission vom Potenzial der osmotischen Energie zu überzeugen, was zur Planung von OsmoRhône führte. Das Geheimnis für ihren Erfolg liegt laut Mottet in der Beharrlichkeit: "Das wird für Lyderic und mich eine enorme Genugtuung sein, denn wir arbeiten bereits seit 10 Jahren an diesem Projekt."

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