Evangelos Eleftheriou und Team

Beiträge zu digitalen Speichertechnologien


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Preiskategorie
Industrie
Technisches Gebiet
Digitale Kommunikation
Firma
IBM Research
Unsere moderne Gesellschaft erzeugt riesige Datenmengen. Wenn man diese speichern und verlässlich wieder abrufen will, muss man sich mit einem grundlegenden physikalischen Problem auseinandersetzen: Mit steigender Datendichte nehmen auch die Signalstörungen zu. Evangelos Eleftheriou hat sein Berufsleben damit verbracht, anspruchsvolle Signalverarbeitungs- und Fehlerkorrekturtechnologien zu entwickeln, um diese physikalischen Grenzen zu überwinden. So bleibt unsere digitale Infrastruktur verlässlich und robust.

Die Verbrauchertechnologie hat sich in die Cloud verlagert, aber für die Datenarchivierung braucht es kosteneffiziente Lösungen. Magnetbänder erfüllen diesen Zweck – aber wenn Daten darauf dichter gepackt werden, kommt es zu Interferenzen, also zu Störungen. Zu Beginn seiner Laufbahn entwickelte Eleftheriou das Konzept der "Noise Predictive Maximum Likelihood (NPML) Detection" und erweiterte damit die bestehenden Störungserkennungssysteme um eine ausdrückliche Modellierung und Vorhersage von Störungen. So konnten die Systeme auch bei einer hohen Speicherdichte die Daten mit größerer Genauigkeit von Störungen und Interferenzen trennen. 

Nachdem IBM 2002 die Herstellung von Festplatten aufgab, leitete Eleftheriou ein Team, das diese Erfahrungen auf Magnetbänder übertrug. "Magnetbänder sind inzwischen ein wichtiges Rückgrat von umfangreichen Datenarchiven geworden. Sie werden wegen ihrer Kosten- und Energieeffizienz im großen Stil von Cloud-Anbietern genutzt." 

Für eine größere Verlässlichkeit entwickelte das Team verschiedene Techniken, um die Positionsgenauigkeit auch bei korrumpierten Medien sicherzustellen. Sie integrierten Fehlerkorrekturmechanismen direkt in die Positionsdaten (LPOS) und verbesserten so die Robustheit ohne deutliche Erhöhung des Gesamtvolumens. Außerdem führten sie zusätzliche Redundanz- und Codierungstechniken auf Signalebene ein, sodass sich die Systeme rasch von "Bündelfehlern" aufgrund physischer Defekte erholen konnten. Zur Verbesserung der Datenabfrage in störanfälligen Umfeldern entwickelten sie eine Soft-Decision-Wortsynchronisierung, mit deren Hilfe echte Daten sehr viel effizienter vom Hintergrundrauschen getrennt werden können als mit traditionellen binären Methoden. 

Jahrzehntelange Arbeit an Datenspeichertechnologien

Eleftheriou wurde in Aliveri, Evia, geboren, wuchs in Griechenland auf und studierte dort Elektrotechnik. Als seine Familie ein Doktorandenstudium im Ausland nicht finanzieren konnte, half ein Professor ihm dabei, ein Stipendium für sein weiteres Studium in Kanada zu bekommen. 1985 schloss er an der Carleton University in Ottawa sein Masterstudium und sein Promotionsstudium ab und erhielt seinen Doktortitel. Bei der Abschlussfeier gab ihm sein Betreuer einen wichtigen Rat: Er solle zunächst in die Industrie gehen, seinen Horizont erweitern und erst später gegebenenfalls in die Forschung zurückkehren. Eleftheriou befolgte diesen Rat, der Rest ist Geschichte. Obwohl ihm eine Stelle in den USA angeboten wurde, entschied er sich für IBM Research in Zürich und blieb bis heute in der Schweiz.  

Während seiner Zeit bei IBM beschäftigte sich Eleftheriou mit der gesamten Bandbreite der digitalen Speichermedien, von Magnetbändern über Flash-Speicher bis zu Phase-Change-Memory. Er trieb wichtige strategische Veränderungen voran, etwa durch Beiträge zu Innovationen auf Systemebene, die die Verlässlichkeit von Flash-Speichertechnologien verbesserten und so deren Nutzung auf Unternehmensebene möglich machten, oder durch die Entwicklung von Systemarchitekturen, die Hintergrund-Wartungsarbeiten von nutzerorientierten Workloads trennen und so eine konsistente Leistung sicherstellen.  

Im weiteren Verlauf verlagerte sich der Schwerpunkt seiner Forschung von grundlegenden Datenspeicher- und Memory-Technologien auf In-Memory-Computing. Er zeigte, dass der Arbeitsspeicher nicht nur zur Datenspeicherung, sondern auch zur Durchführung bestimmter Rechenoperationen verwendet werden kann. Nicht zuletzt aufgrund dieser Arbeiten wurde er schlussendlich vom Forscher zum Unternehmer. 2021 war er einer der Gründer von Axelera AI, einem Unternehmen, das Hochleistungschips für effizientere und nachhaltigere KI-Anwendungen entwickelt.  

Während seiner Zeit bei IBM leisteten Eleftherious Arbeiten Beiträge zu einem großen Patentportfolio, das vor allem für Lizenzierungen und Kreuzlizenzierungen verwendet wird. Als CTO von Axelera AI verantwortet er die Technologiestrategie und hat die Aufsicht über das Patentportfolio des Unternehmens. Mit einem kleinen internen Team und externen europäischen Patentrechtskanzleien beurteilt er Patentoffenlegungen und schützt Kerntechnologien. 

Über den Erfinder

Evangelos Eleftheriou hat über 35 Jahre für IBM Research gearbeitet, wo er zuletzt den Titel IBM Fellow (den höchsten technischen Ehrentitel des Unternehmens) trug. Außerdem ist er IEEE Fellow und ausländisches Mitglied der US National Academy of Engineering. Er hat während seiner Laufbahn über 350 Publikationen verfasst und hat über 150 Patente inne.  


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