Federico Faggin
Mikrochip
Europäischer Erfinderpreis 2006 in der Kategorie "Lebenswerk"
"Das Ergebnis von Intellekt und Liebe"
Federico Faggin – der Vater des Mikrochips
Aber es war offensichtlich nur eine Frage der Zeit, bis jemand das schaffen würde. Also machte Faggin es zu seiner Aufgabe. Erfinden, so sagt er heute, "ist ein Kampf zwischen denjenigen, die an eine Idee glauben, und diejenigen, die dadurch etwas zu verlieren haben. Man muss stark genug an die Idee glauben, um weiterzumachen. Es ist das Ergebnis von Intellekt und Liebe."
Sechs Monate später hatte er herausgefunden, wie Mikroschaltkreise auf einem Chip untergebracht werden können, und bald schon konnte Intel die ersten Wafer für die Chip-Baureihe 4000 produzieren. Die erste Baureihe endete jedoch in einer Enttäuschung: Eine Maskierungsschicht war bei der Waferbearbeitung ausgelassen worden, und der Chip funktionierte nicht. Als die nächste Baureihe ankam, zitterten Faggin die Hände. Er testete die Wafer bis drei Uhr morgens eine nach der anderen im Labor und wurde immer aufgeregter, als sich zeigte, dass praktisch alle verwendet werden konnten. Daran erinnert er sich noch ganz genau: "Ich ging in einem ganz merkwürdigen Zustand nach Hause: erschöpft und aufgeregt. All die Arbeit hatte sich plötzlich ausgezahlt – ein zutiefst befriedigender Moment."
Als der erste Mikroprozessor im März 1971 nach Japan ausgeliefert wurde und damit der kommerzielle Erfolg einsetzte, war Faggin bereits klar, dass der neue Chip noch viele andere Anwendungsmöglichkeiten bot. Er müsste aber massenhaft und preiswert und nicht nur für einen Kunden hergestellt werden. Andere sahen das anders: Der CPU auf einem Chip traf nicht auf Begeisterung. "Die Ingenieure, die die ersten Mikroprozessoren entwickelten, hatten mit technischen Problemen und der Gleichgültigkeit des Managements zu kämpfen. Aber ich überredete den Vorstandsvorsitzenden von Intel, den 4004 zu vermarkten."
Selbst die Kritiker sehen den Mikrochip inzwischen als wichtigste Erfindung des 20. Jahrhunderts an. Ohne ihn gäbe es keine Computer, keine Taschenrechner, keine modernen Autos. Milliarden der winzig kleinen digitalen Helferlein sind im Einsatz. Der legendäre 4004 und sein Nachfolger haben die Revolution ausgelöst. Der wirkliche Durchbruch für Intel und den gesamten Sektor erfolgte aber erst später, nämlich mit der neuen Chipgeneration, die Faggin als Leiter der Forschungs- und Entwicklungsabteilung von Intel entwickelte. Aber der Erfinder wollte sich nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen. Der Physiker mit Doktortitel und Elektronikspezialist ist ein typischer Ingenieur: Er ist mit dem Endprodukt nie zufrieden und will es laufend verbessern.
Der logische nächste Schritt war die Gründung seines eigenen Unternehmens Zilog im Jahr 1974, das sich vollständig auf den Mikroprozessormarkt konzentrierte. Zilog meldete 27 Patente an, und der Z80 CPU war leistungsfähiger als die spätere Chipreihe von Faggins früherem Arbeitgeber. Aber damit war auch Faggins Laufbahn als Ingenieur zu Ende.
Mit der Gründung von Zilog als Wettbewerber von Intel war Faggin nicht mehr in der Forschung und Entwicklung tätig, sondern wurde zum Unternehmer und CEO. Er hat drei Start-ups geleitet und wurde kürzlich Vorstandsvorsitzender seines neuesten Unternehmens Synaptics, das Nutzerschnittstellen für mobile Rechner und Entertainment-Geräte entwickelt. In seinem Heimatland haben ihm die Universitäten von Mailand und Rom Ehrendoktorwürden in Informatik und Elektrotechnik verliehen, und aufgrund seiner bahnbrechenden Arbeiten wurde er in die National Inventors Hall of Fame aufgenommen.
Ein kleiner Chip mit großer Wirkung: Ohne Federico Faggins Beitrag zur Mikroelektronik gäbe es keine PCs und keine modernen Autos. Der Ingenieur hat sich zäh gegen alle Widerstände für seine Idee eingesetzt.
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