Giuseppe Crippa†, Roberto Crippa, Stefano Felici, Riccardo Vettori, Raffaele Vallauri, Flavio Maggioni und team
Fortschritte bei der Herstellung von Prüfkarten
Prüfkarten sind für die Halbleiterfertigung unverzichtbar, da sie die elektrische Schnittstelle bilden, über die Chips direkt auf dem Wafer getestet werden können. Vor der Gründung von Technoprobe waren europäische Unternehmen weitgehend auf Lieferanten aus Übersee angewiesen, was die Entwicklungszyklen verlangsamte und die Wettbewerbsfähigkeit einschränkte. Giuseppe Crippas bahnbrechende Methode zur lokalen Herstellung von Prüfkarten veränderte diese Situation, beseitigte lange Reparaturzeiten und verschaffte europäischen Chipherstellern sofortigen Zugang zu wichtigen Testwerkzeugen.
Seit dieser ersten Erfindung hat Technoprobe die Prüfkartentechnologie kontinuierlich weiterentwickelt. Zu den Innovationen zählen hochfrequenzkompatible Karten mit flexiblen Strukturen, die die Signalintegrität bis zu 110 GHz gewährleisten, sowie mechanische Führungssysteme, die eine präzise und dauerhafte Ausrichtung von Zehntausenden mikroskopisch kleiner Prüfkontakte sicherstellen. Thermomechanische Stabilisierungstechniken garantieren nun eine konstante Leistung in unterschiedlichen Umgebungen, während ein verbessertes elektrisches Routing Mixed-Signal- und High-Density-Architekturen unterstützt. Das Unternehmen hat zudem Hybridkarten eingeführt, die elektrische Prüfkontakte mit optischen Fasern kombinieren, um photonische integrierte Schaltkreise zu testen. Zusammen tragen diese Fortschritte zu einer längeren Lebensdauer der Prüfkontakte, einer höheren Testgenauigkeit, weniger Abfall und flexiblen Prüfanordnungen bei, die immer komplexere Halbleiterdesigns unterstützen.
Vom Familienunternehmen zur weltweiten Marktführerschaft
Als sich der Ruhestand näherte, wandte sich Giuseppe Crippa mit seinem Fachwissen dem Mangel an lokalen Fertigungs- und Reparaturkapazitäten für Prüfkarten in Europa zu. 1989 begannen er und sein Sohn Cristiano in ihrem Familienhaus in Merate mit der Produktion einzelner Prüfkontakte. Innerhalb weniger Jahre hatten sich Garage, Dachboden und Keller in eine voll funktionsfähige Werkstatt verwandelt.
Bis 1996 war Technoprobe auf rund zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angewachsen und bezog seine erste eigene Betriebsstätte in Cernusco Lombardone. Geleitet von dem Bestreben, physisch nah am Kunden zu sein, begann Technoprobe schon bald mit der internationalen Expansion, zunächst nach Frankreich und Singapur, später auch in die Vereinigten Staaten. Trotz dieser globalen Präsenz behält das Unternehmen alle Kernaktivitäten – Design, Entwicklung und die Fertigung kritischer Komponenten – weiterhin an seinem italienischen Hauptsitz. Im Jahr 2023 wurde Technoprobe an der Euronext Mailand notiert und beschäftigt heute rund 3 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an 23 Standorten.
Während die Herausforderungen der Kunden die Innovation vorantreiben, werden die daraus resultierenden Technologien intern entwickelt und bleiben geistiges Eigentum von Technoprobe. Das Unternehmen verfolgt eine klare IP-Strategie. "Wir entwickeln schnell Innovationen und schützen, was wirklich zählt", erklärt Raffaele Vallauri und fährt fort: "Wir schützen die Konzepte, die uns einen Wettbewerbsvorteil verschaffen, und behandeln die Prozesse und das Know-how, die Wettbewerber leicht nachahmen könnten, als Geschäftsgeheimnisse."
Über die Erfinder
Giuseppe Crippa gründete Technoprobe und war bis zu seinem Tod im Jahr 2025 im Unternehmen tätig. Er hinterlässt ein Vermächtnis an technologischem Einfallsreichtum und Führungsstärke und machte das Unternehmen von einem kleinen Familienbetrieb zu einem bedeutenden Global Player im Bereich der Halbleitertesttechnik. Roberto Crippa studierte Chemieingenieurwesen, bevor er zu Technoprobe kam, und ist seit 2018 als Stellvertretender Geschäftsführer tätig. Stefano Felici, der 1998 in das Unternehmen eintrat, prägte dessen technologische Ausrichtung und internationale Expansion. Er wurde 2017 zum CEO ernannt. Riccardo Vettori, der einen Master-Abschluss in Biomedizintechnik besitzt, ist Leiter der Technology Pathfinding Manager des Unternehmens. Raffaele Vallauri, Executive Vice President Technologie – Strategische Projekte, bringt fundiertes Fachwissen im Bereich Werkstofftechnik mit und spielt eine zentrale Rolle in der IP-Strategie von Technoprobe. Flavio Maggioni, Manager Forschung & Entwicklung – Design, bringt mehr als 25 Jahre Erfahrung in der elektrischen und elektromagnetischen Simulation in die fortschrittlichen Technologieprogramme des Unternehmens ein.
Media gallery
Patentnummer
Related finalists
Pressematerial
Zugang zu Materialien für Journalisten:
Pressemitteilung: Sicherung der europäischen Halbleiter-Lieferkette: Italienische Erfinder als Finalisten des Europäischen Erfinderpreises 2026 ausgewählt Pressebilder und Video-Material
(für Videos im MXF-Format wenden Sie sich bitte an [email protected])