James Dyson

Der beutellose Staubsauger

Preiskategorie
Lebenswerk
Technisches Gebiet
Sonstige Konsumgüter
Firma
Dyson
James Dyson – der Mann, der eine echte Hilfe im Haushalt ist. Dyson hat den beutellosen Staubsauger erfunden und damit eine weltweite Revolution am Haushaltsgerätemarkt ausgelöst. Freunde versuchten, ihm die Idee auszureden – "James, wenn es möglich wäre, einen so viel besseren Staubsauger herzustellen, hätten Hoover oder Electrolux ihn schon lange erfunden" –, als er in Konkurrenz mit den großen Unternehmen treten wollte. Seit der Erfindung der Technologie im Jahr 1901 hatte niemand das Grundprinzip des Staubsaugens in Frage gestellt. Bis Dyson kam.

James Dyson – der Staubsaugerkönig

Dyson war schon immer ein origineller Kopf gewesen und hatte Dinge in Frage gestellt, die andere als selbstverständlich hinnahmen. Das lässt sich gut anhand seiner allerersten Erfindung illustrieren. Anfang der Siebzigerjahre renovierte er einen alten Bauernhof, und seine Schubkarre ging ihm zunehmend auf die Nerven. Sie war schwer, instabil und fuhr sich immer wieder im Schlamm fest. Also baute er eine neue, knallrote Plastikschubkarre mit einem großen Ball anstelle des Rades, die auf weichem Untergrund nicht mehr einsank.

Die "Ballbarrow" wurde in Großbritannien sofort ein Erfolg. Dyson wurde damit zwar nicht reich, aber es bestätigte ihn darin, dass er auf dem richtigen Weg war. Schon früh im Leben hatte er gelernt, sich gegen Widerstände durchzusetzen. Seine intellektuellen Eltern hätten sich gewünscht, dass er sich intensiv mit Latein und Griechisch befasste. Er malte und zeichnete jedoch lieber und brachte so wenigstens etwas Farbe in den grauen Alltag der kleinen Stadt in Norfolk, wo er aufwuchs. Nach einer nicht allzu brillanten Schullaufbahn studierte er in London Möbeldesign und Innenarchitektur. Er wollte, wie er selbst sagt, schon immer Dinge schaffen und nicht nur einen Job haben. Und so begann er, alltägliche Dinge zu verbessern. Für ihn ist gut nie gut genug.

Mit den Einnahmen aus der "Ballbarrow" baute Dyson das Trolleyboat, eine Bootskarre mit Bällen als Rädern, und das Wheelboat, ein Boot mit Rädern. Und beim Hausputz kam ihm eine neue Idee. Er fragte sich, warum die Saugleistung von Staubsaugern so rasch abnimmt. Antwort: Weil sich der Beutel mit Staub füllt. Er wollte ganz einfach "den effizientesten Staubsauger entwickeln, den die Welt je gesehen hatte. Einen Staubsauger, bei dem die Saugleistung immer gleich bleibt." Fünf Jahre später hatte er die Lösung: ein beutelloser, trichterförmiger Staubpartikelbeschleuniger, der den Staub und Schmutz aus der Luft abscheidet und in einem durchsichtigen Behälter sammelt. Aufgrund der Kosten für den Bau von nicht weniger als 5 127 Prototypen und die Einreichung von Patentanmeldungen musste Dysons Unternehmen beinahe Konkurs anmelden. Europäische und US-Hersteller nahmen Abstand von seinem "G-Force Dual Cyclone", weil sie den Markt und die Hersteller von Staubsaugerbeuteln nicht in Aufruhr versetzen wollten. Dyson war bis über beide Ohren verschuldet. Letztendlich erreichte er den Durchbruch im technikaffinen Japan, wo die Idee und das farbstarke Design auf Gegenliebe stießen. Der 2 000 Dollar teure Staubsauger wurde dort zum "It-Piece".

Die Lizenzgebühren aus der Erfindung dienten dann als Grundlage für Dysons Großkonzern. Ab 1993 stellte er den G-Force selbst her, der sich in Großbritannien so gut verkaufte wie kein anderer Staubsauger. Sein Unternehmen wuchs mit atemberaubender Geschwindigkeit: Der Umsatz schnellte innerhalb von vier Jahren von 2,4 Millionen GBP auf 210 Millionen GBP in die Höhe. Bis heute hat Dyson 10 Millionen Geräte in 35 Ländern im Gegenwert von geschätzt 3 Milliarden GBP verkauft und 130 Patente angemeldet. Der 59-jährige Erfinder steht auf der Liste der reichsten Menschen in Großbritannien auf Platz 37. Seine Erfindungen stehen in den führenden Designmuseen der Welt, von Kalifornien bis Australien. Und erst kürzlich hat er seinen neuesten Coup vorgestellt: eine Waschmaschine, wie sie die Welt noch nicht gesehen hat.

Bevor er zu einem berühmten Industriedesigner und Chef eines der erfolgreichsten produzierenden Konzerne in Europa wurde, musste James Dyson beinahe Bankrott anmelden. Die Idee des beutellosen Staubsaugers brachte den Erfinder an den Rand des Ruins. Aber er war fest entschlossen, nicht aufzugeben – und heute ist sein Staubsauger ein marktführendes Produkt und ein Kultobjekt für Designbegeisterte. Dyson gilt als der kreativste Hausgerätehersteller weltweit.

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