Jan Tøpholm, Søren Westermann, Svend Vitting Andersen

Maßgeschneiderte Hörhilfe

Preiskategorie
Industrie
Technisches Gebiet
Medizintechnik
Firma
WIDEX
Das Design traditioneller Hörhilfen hat einige Nachteile. Deshalb entwickelte ein Team dänischer Erfinder beim Unternehmen WIDEX eine neue, computergestützte Methode für die Herstellung individuell angefertigter, bequemer Hörgeräte. Ihre Erfindung hat den Sektor revolutioniert und dient als Grundlage für nahezu alle Im-Ohr-Hörgeräte, die heutzutage auf dem Markt sind. Sie hat die Lebensqualität von Millionen Menschen rund um die Welt beträchtlich verbessert.

Gewinner des Europäischen Erfinderpreises 2012 in der Kategorie Industrie

Hintergrundinformationen

Medienbericht

"Hearing aid design breaks the mold" - Video von CNN International über die Hörgeräte von WIDEX

"Pitch perfect: The quest to create the world's smallest hearing aid" - Feature von CNN International über die Hörgeräte von WIDEX

Einfach hören

Die dänischen Erfinder Jan Tøpholm, Søren Westermann und Svend Vitting Andersen haben ein neues, computergestütztes Verfahren zur Herstellung individuell angepasster Hörgeräte entwickelt. Ihre Erfindung hat die Hörgeräteproduktion revolutioniert und die Lebensqualität von Millionen Menschen rund um die Welt beträchtlich verbessert.

Bis in die Neunzigerjahre hinein war die Herstellung von Hörgeräten sehr mühselig und zeitaufwändig – und dazu noch unpräzise. Das bedeutete, dass Millionen Schwerhörige weltweit sich mit unbequemen und schlecht funktionierenden Im-Ohr-Hörgeräten behelfen mussten. Ergebnis: Viele Menschen nutzten ihre Hörhilfen schlicht nicht.

Ein Team dänischer Erfinder, darunter Jan Tøpholm, CEO des Hörgeräteherstellers Widex, und Søren Westermann, Executive Vice President des Unternehmens, erkannten diese Nachteile des traditionellen Hörgeräte-Designs. Die Nachfahren der Gründer von Widex wollten deshalb moderne Computertechnik einsetzen, um den Tragekomfort von Im-Ohr-Hörgeräten zu verbessern.

Zusammen mit Svend Vitting Andersen, einem anderen Erfinder aus Dänemark, entwickelten sie eine computergestützte Methode, mit deren Hilfe die Schale eines Im-Ohr-Hörgeräts designt werden kann. So kann das Gerät genau an den Gehörgang des Patienten oder der Patientin angepasst werden. Die Entwicklung eines Produktionsverfahrens auf der Grundlage dieser Erfindung nahm weitere Jahre in Anspruch. Inzwischen halten die Erfinder weltweit über 30 Patente.

Ihr einzigartiges Stereolithografie-Herstellungsverfahren trägt den Namen CAMISHA (Computer-Aided Manufacturing of Individual Shells for Hearing Aids) und revolutionierte den Sektor.

Mithilfe computergestützten Designs und computergestützter Produktion wird die Hörgeräteherstellung gleich doppelt verbessert: Die Position der elektronischen Bauteile wird optimiert, und die Herstellung der Schale selbst wird verändert. Der Einsatz von Computertechnik spielt dabei eine Schlüsselrolle.

Im ersten Schritt des CAMISHA-Verfahrens wird ein Abdruck vom Ohr genommen. Auf dieser Grundlage wird mithilfe eines Laserscans ein digitales 3D-Bild des Ohrs erstellt. In dieses Bild werden am Computer alle Bauteile des fertigen Hörgeräts in optimaler Position eingepasst. Ein 3D-Drucker stellt sodann die endgültige Schale des Hörgeräts her.

Dieses Verfahren hat zwei wesentliche Vorteile: Die Produktion wird preiswerter, und das Enderzeugnis ist hochwertiger.

Heutzutage verwenden praktisch alle Hörgerätehersteller und Labors das CAMISHA-Verfahren. Widex gehört zu den sechs größten Hörgeräteherstellern weltweit. Sein Marktanteil liegt bei etwa 10 Prozent, und das Unternehmen hat Lizenzen für seine Technologie an andere große Hörgerätehersteller vergeben. Widex hat 32 Tochtergesellschaften in verschiedenen Ländern rund um die Welt und beschäftigt rund 3 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, von denen 1 000 in der Zentrale in Dänemark tätig sind.

Weltweit nutzen geschätzt 25 bis 50 Millionen Menschen ein Hörgerät. Der Markt wächst, nicht zuletzt aufgrund der Alterung der Bevölkerung: Schätzungen zufolge werden 2015 etwa 700 Millionen Menschen an einer mittleren bis starken Schwerhörigkeit leiden.

Seit CAMISHA hat das Unternehmen noch zahlreiche weitere innovative Produkte entwickelt. Zu nennen sind das weltweit erste vollständig digitale Im-Ohr-Hörgerät (1995), die weltweit erste speziell für Babys entwickelte Hörhilfe (2010) und die weltweit erste Im-Ohr-Hörer-Hörhilfe (RITE-Hörhilfe) (2011).

Related finalists

Kontakt

Fragen zum Europäischen Erfinderpreis und zum Young Inventors Prize:

[email protected] Erfinderpreis Newsletter abonnieren 

Medienanfragen:

Kontaktieren Sie unser Presse-Team
#InventorAward #YoungInventors