Josef Bille

Geräte für die Laser-Augenchirurgie

Preiskategorie
Lebenswerk
Technisches Gebiet
Medizintechnik
Hochschule
University Heidelberg
Professor Josef Bille von der Universität Heidelberg in Deutschland hat knapp 100 Patente auf dem Gebiet der Augenheilkunde eingereicht und ist ein Pionier im Bereich Augenlaser-Korrektur. Er hat eine Methode entwickelt, mit deren Hilfe Unregelmäßigkeiten der Hornhaut genauer als zuvor erfasst und die zur Korrektur eingesetzten Laser besser gesteuert werden können. Diese bahnbrechende Erfindung, die seither noch stetig verbessert wurde, hat es ermöglicht, bei Millionen Patienten rund um die Welt Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit und Astigmatismus zu korrigieren.

Gewinner des Europäischen Erfinderpreises 2012 in der Kategorie Lebenswerk

Hintergrundinformationen 

In den Medien

"Preis für den Vater der Augenlaser-Korrektur" - WDR-Fernsehsendung über Josef Bille 

Ein Mann, der die Dinge klar sieht

Professor Josef Bille von der Universität Heidelberg in Deutschland ist ein Pionier der Augenheilkunde. Seine bahnbrechenden Erfindungen, die seither noch stetig verbessert wurden, haben es ermöglicht, bei Millionen Patienten rund um die Welt Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit und Astigmatismus zu korrigieren.

In den vergangenen Jahren wurden in der Augenheilkunde – dem medizinischen Bereich, der sich mit dem Aufbau, der Funktionsweise und den Erkrankungen des menschlichen Auges befasst – sprunghafte Fortschritte erzielt. Die Medizin kann den Aufbau des Auges so präzise wie nie zuvor erfassen. Augenlaser arbeiten so genau und sorgfältig, dass nahezu alle Fehlsichtigkeiten korrigiert werden können. Die Technik wäre jedoch nicht auf dem heutigen Stand, wenn ein Mann nicht gewesen wäre: der deutsche Wissenschaftler Josef Bille.

1966, nur sechs Jahre nach der Erfindung des Lasers, schrieb Bille bereits seine Diplomarbeit über Kurzpulslaser. Nach der Promotion an der Universität Karlsruhe im Jahr 1970 befasste sich Professor Bille mit denkbaren Einsatzmöglichkeiten für Laser, nicht zuletzt in der Medizin. Zum damaligen Zeitpunkt bestand jedoch noch kein hinreichendes Interesse an dieser Idee, und so arbeitete er in der Industrie, wo er Erfahrung auf Gebieten sammelte, die im weiteren Verlauf auch für Anwendungen in der Augenheilkunde nützlich sein sollten.

1978 kehrte Professor Bille als Ordinarius am Institut für Angewandte Physik der Universität Heidelberg in die Wissenschaft zurück. Damit begann eine jahrzehntelange Forschungs- und Entwicklungsarbeit, deren Ziel es war, Lasertechnologie und Augenheilkunde miteinander zu kombinieren. Hier entwickelte er den Einsatz von Wellenfront-Technologie zur Vermessung von Fehlern im menschlichen Auge.

Bei der Wellenfront-Technologie wird das menschliche Auge mithilfe sogenannter Aberrometer sehr detailliert auf kleine Fehler und Unregelmäßigkeiten hin gescannt. Durch die hoch detaillierte Erfassung dieser Fehler und Unregelmäßigkeiten können chirurgische Eingriffe sehr viel genauer geplant werden (wellenfrontbasierte Laser-Augenchirurgie) oder maßgeschneiderte Brillengläser oder Kontaktlinsen hergestellt werden.

In den Achtziger- und Neunzigerjahren verbesserte Josef Bille seine bildgebenden und messenden Systeme weiter und passte die Technologie an neue Anwendungsmöglichkeiten an. Und darüber hinaus entwarf er eine gute Strategie für seine geistigen Eigentumsrechte, um seinen Erfolg abzusichern: Professor Bille hat knapp 100 Patente angemeldet. Aus seiner Sicht gibt es mehrere gute Gründe für Patente. Zwei sind jedoch vorrangig zu nennen: Erstens muss man bei der Gründung eines Start-ups Patente haben, um Risikokapital anzuziehen; zweitens können große Wettbewerber die Technologie rasch übernehmen, wenn kein Patentschutz besteht, sodass das Start-up keine Chance hat, an den Markt zu gelangen.

Professor Billes Erfindungen bringen nicht nur die Wissenschaft voran, sondern sind auch von beträchtlicher wirtschaftlicher Bedeutung. Bille ist Mitgründer von fünf Start-ups, zumeist zusammen mit ehemaligen Doktoranden. Drei davon haben sich zu großen Unternehmen mit jeweils rund 250 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von 100 Millionen EUR entwickelt. Aufgrund der Erfindungen von Professor Bille wurden in diesen Unternehmen etwa 1 000 Arbeitsplätze geschaffen, und der aggregierte Jahresumsatz beläuft sich auf 300 Millionen EUR. Der Markt für diese Erfindungen ist groß und wächst weiter, nicht zuletzt aufgrund der Alterung der Bevölkerung. Das Volumen des europäischen Markts für Augenheilkunde-Geräte wurde 2010 auf rund 650 Millionen EUR geschätzt. Dank der Erfindungen von Professor Bille stehen uns heutzutage die Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten für perfektes Sehen zur Verfügung.

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