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Masato Sagawa

​​Der weltweit stärkste Permanentmagnet​

Preiskategorie
Nicht-EPO-Staaten
Technisches Gebiet
Materialchemie, Hüttenwesen
Firma
​​NDFEB Corporation​
​​Neodym-Eisen-Bor-Magnete (NdFeB-Magnete) haben das Feld der Permanentmagnete von Grund auf verändert und sind heute ein unverzichtbarer Bestandteil moderner Technologien. Ihre stärksten Vertreter, gesinterte NdFeB-Magnete, wurden von dem japanischen Erfinder und Materialwissenschaftler Masato Sagawa entwickelt.​

Vor den 1980er Jahren wurden hochleistungsfähige Permanentmagnete bevorzugt aus einer teuren Samarium-Cobalt-Legierung hergestellt. Die niedrigeren Kosten von Eisen und dessen magnetische Eigenschaften regten Sagawa dazu an, auf der Suche nach einem neuen Magneten mit verschiedenen Elementen zu experimentieren. Mithilfe eines Sinterverfahrens, das die pulverförmigen Bestandteile durch eine Kombination aus Erhitzen und Druck miteinander verbindet, während die feine Mikrostruktur erhalten bleibt, gelang ihm schließlich der Durchbruch, indem er Bor in eine Neodym-Eisen-Kristallstruktur einbettete. Der resultierende Magnet zeigte nicht nur eine hohe Koerzitivfeldstärke, d. h. eine hohe Widerstandsfähigkeit gegen Demagnetisierung, sondern auch eine einzigartige Stärke. Aufgrund ihrer überlegenen Eigenschaften werden NdFeB-Magneten in einer Vielzahl von Branchen eingesetzt. Bezogen auf den Marktwert machen sie heute rund 95 Prozent aller Permanentmagnete aus, wobei die gesinterten Varianten die stärksten bisher erzeugten Magnete sind.

Mit Beginn der Speicherminiaturisierung in den 1980ern und dem Siegeszug des PCs haben Permanentmagnete ihren Weg in nahezu jedes Gebiet der modernen Technik gefunden. So kommen sie u. a. in Medizingeräten, Schmuckstücken, ABS-Bremsen, Sicherheitssystemen, Generatoren und Pumpen zum Einsatz. Auch bei der Energiewende spielen sie eine wichtige Rolle, sei es in Elektrofahrzeugen oder in Generatoren für Windkraftanlagen.

Ein Forscherleben für die Magnetkraft

Sagawa entwickelte den NdFeB-Magneten in seiner Freizeit, während er von 1972 bis 1982 als Wissenschaftler für Fujitsu tätig war. Als Sagawa das Potenzial seiner Entdeckung erkannte, kündigte er seinem Arbeitgeber, ließ seine Erfindung patentieren und wechselte 1982 zu Sumitomo Metal Industries. 1988 gründete er schließlich Intermetallics, um die Neodym-Magnettechnologie weiter voranzutreiben. Obwohl zu dieser Zeit auch andere Forschern ähnliche Magnete entwickelten, konnten ihre im Schmelzspinnverfahren hergestellten Magnete nicht mit der Stärke und Stabilität des gesinterten Typs mithalten.

Im Laufe seiner langen Karriere meldete Sagawa zahlreiche Patente rund um seine Erfindung an und erhielt eine Reihe von prestigeträchtigen Auszeichnungen. Rückblickend betont er die Bedeutung von Durchhaltefähigkeit und Wissbegierde: "Wenn ich jungen Forschern einen Rat geben sollte, dann wäre es der, stets nach neuen Forschungsansätzen zu suchen. Sie sollten ihre Ausgangsbasis betrachten und sich dann fragen: Was könnte in zehn Jahren erforderlich sein? Was wird die Gesellschaft dann brauchen? Es geht darum, ein eigenes Forschungsgebiet zu finden und jeden Tag, Stück für Stück, daran zu arbeiten."

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