Business and Professional Women Europe zu Besuch im EPA
Nellie Simon, Vizepräsidentin des EPA, und Anu Viks, Regionalkoordinatorin von BPW Europe, mit ihren Delegationen
Am 24. April besuchte eine von Anu Viks, Regionalkoordinatorin von BPW Europe und Exekutivmitglied von BPW International, geleitete Delegation von Business and Professional Women (BPW) Europe den Sitz des Europäischen Patentamts (EPA) in München. BPW Europe gehören über 17 000 Mitglieder aus 30 Ländern an, und die Organisation setzt sich seit 1930 für Geschlechtergleichheit ein. Die Delegation wurde von Nellie Simon, Vizepräsidentin Allgemeine Dienste beim EPA, begrüßt.
In ihrer Eröffnungsansprache betonte Simon, dass das EPA und BPW ein gemeinsames Ziel verfolgen, nämlich ein inklusiveres Innovationsökosystem zu schaffen: "Europa kann nicht wettbewerbsfähig bleiben, wenn die Hälfte seiner Talente vom Spielfeldrand aus zusehen muss. Wenn wir die Herausforderungen der Zukunft meistern wollen, müssen auch Frauen eine zentrale Rolle in der Innovation spielen." Die Vizepräsidentin skizzierte verschiedene Maßnahmen, mit denen Frauen in MINT unterstützt und ein inklusiveres Innovationsökosystem geschaffen werden sollen. Dazu gehören das Programm für junge Fachkräfte des EPA zur Entwicklung weiblicher Talente und der Girls' Day, der Mädchen und junge Frauen für eine naturwissenschaftliche Laufbahn begeistern soll. Außerdem hat sich das Amt das Ziel gesetzt, dass der Frauenanteil unter den Bediensteten bis 2028 bei mindestens 40 % liegen soll.
In einem nach dem Treffen aufgenommenen Videointerview sprach Anu Viks, Regionalkoordinatorin von BPW Europe und Exekutivmitglied von BPW International, im Detail über die Vorhaben des Netzwerks und die Bandbreite seiner Aktivitäten. Sie beschrieb, wie BPW Engagement, Weiterbildung und Stärkung der Position von Frauen mit konkreten Maßnahmen kombiniert. Diese reichen von der Förderung von Vorbildern und einem schon früh einsetzenden Aufbrechen von Stereotypen bis hin zu Mentoringprogrammen, Unterstützung von Unternehmerinnen und politischem Engagement.
Videointerview mit BPW Europe-Koordinatorin Anu Viks
Diskussion über Erkenntnisse und bewährte Praktiken zur Förderung des Wandels vor allem in der jüngeren Generation
Es ist hilfreich, Erkenntnisse zu weiterhin bestehenden Lücken zu sammeln und sich mit europäischen Politikern und Stakeholdern auf dem Gebiet der Innovation darüber auszutauschen. Auf dieser Grundlage können Ressourcen sinnvoll zugewiesen und ein spürbarer Wandel vorangebracht werden. Wie wertvoll dieser Ansatz ist, zeigte eine Präsentation der Beobachtungsstelle zu deren kürzlich veröffentlichter Studie "Förderung von Frauen in MINT", die die berufliche Laufbahn von Frauen auf den Gebieten Patentierung, Forschung und Innovation nachzeichnet.
Daneben muss es ein wichtiger Schwerpunkt sein, mehr Mädchen und Frauen für eine berufliche Laufbahn in Naturwissenschaft, Technik und Innovation zu begeistern. Das Treffen fand in derselben Woche statt wie der Girls' Day, eine vom EPA unterstützte, jährlich durchgeführte Initiative, die Mädchen dazu ermutigen soll, sich für einen naturwissenschaftlichen oder technischen Beruf zu entscheiden. Die Delegierten erfuhren mehr über die Bemühungen des EPA, verschiedene Vorbilder durch den Young Inventors Prize, den Europäischen Erfinderpreis und das damit verknüpfte Europäische Erfindernetzwerk zu fördern.
Unterstützung von Start-ups und KMU
Außerdem erhielten die Delegierten eine Präsentation dazu, welchen Nutzen Patente für Start-ups und KMU haben, und einen Überblick über die für sie besonders interessanten Kommunikationsaktivitäten des EPA. Insbesondere ging es um Unterstützungsmaßnahmen, die den Zugang zum Patentsystem vor allem für kleinere Unternehmen und unterrepräsentierte Gruppen verbessern sollen. Dieser Schwerpunkt ist insofern von Bedeutung, weil im Durchschnitt der 39 EPO-Mitgliedstaaten nur bei 26 % aller Patentanmeldungen mindestens eine Frau als Erfinderin genannt wird. Deshalb sollen Maßnahmen wie das Nutzerengagementprogramm für KMU, das Gebührenermäßigungsprogramm und der Fee Assistant-Rechner die Hürden verringern und Patentschutz besser zugänglich machen.