EPA führt modulares Europäisches Patentverwaltungszertifikat (EPVZ) ein, um berufliche Weiterentwicklung und Patentwissen zu fördern
Das Europäische Patentamt (EPA) hat eine schrittweise und modulare Struktur für das EPVZ eingeführt, die Fachleuten, die ihre Fachkenntnisse im Bereich der Patentverwaltung zertifizieren lassen möchten, eine verbesserte Zugänglichkeit und mehr Flexibilität bietet.
Das seit 2022 angebotene EPVZ, das erste europaweite Zertifikat für juristische Hilfskräfte (Paralegals), Patentsachbearbeiter/innen und Formalsachbearbeiter/innen, hat schnell an Bedeutung gewonnen. So haben sich bis heute bereits 1 800 Kandidatinnen und Kandidaten beworben. Es hat sowohl Nachwuchskräfte als auch Fachleute aus dem Innovations- und IP-Sektor weltweit angezogen und Hunderten von erfolgreichen Kandidatinnen und Kandidaten zu einem Karrieresprung verholfen.
Angesichts dieser großen Nachfrage wurde ein flexiblerer Zertifizierungsweg geschaffen, der den sich wandelnden Bedürfnissen des Innovationssektors Rechnung trägt und es sowohl etablierten Fachleuten als auch Neueinsteigern ermöglicht, schrittweise Fortschritte zu erzielen und ihre Fachkenntnisse anerkennen zu lassen. Das EPVZ ist nun in vier Module gegliedert, die jeweils einen bestimmten Themenschwerpunkt haben. Zusammen genommen richten sich die neuen Module an Patentsachbearbeiter/innen und ersetzen eine einzelne Prüfung. Einzeln genommen sprechen die Module ein breites Publikum an.
Das EPVZ erlangen – ein Modul nach dem anderen
Dank der Einführung der flexiblen, modularen Struktur des EPVZ können die Kandidatinnen und Kandidaten die Weiterbildung gezielt und in ihrem eigenen Tempo absolvieren, entsprechend ihren beruflichen Anforderungen und Zielen. Gleichzeitig eröffnet dies mehr Möglichkeiten für die berufliche Weiterentwicklung und Mobilität sowie für den Einstieg in neue Positionen im gesamten Innovationsökosystem.
Nach erfolgreichem Abschluss jedes Moduls erhält der Kandidat/die Kandidatin ein eigenständiges Abschlussdiplom. Sobald alle vier Diplome erworben wurden, wird das EPVZ verliehen. Die Module decken zusammen alle verfahrensrechtlichen Aspekte des EPÜ, des PCT und der Pariser Verbandsübereinkunft, des Einheitspatents sowie der einschlägigen nationalen Gesetze und Abkommen ab.
Nächste Schritte
Die neue Struktur wird ab dem EPVZ 2026 eingeführt; die Anmeldung ist ab dem zweiten Quartal 2026 über das Portal für die europäische Eignungsprüfung und Zertifizierung möglich. EPVZ-Kandidatinnen und -Kandidaten, die sich auf den nächsten Zyklus vorbereiten, sollten die EPVZ-Seite im Auge behalten, auf der zu gegebener Zeit die wichtigsten Termine für das EPVZ 2026 veröffentlicht werden. Die Anmeldung für den EPVZ-Vorbereitungskurs ist ab dem ersten Quartal 2026 möglich.
Unterstützung für die Patentfachwelt der nächsten Generation in Europa
Ab 2026 wird das Programm zur Unterstützung von Bewerberinnen und Bewerbern – kurz CSP für Candidate Support Programme – auf das EPVZ ausgeweitet. Jedes Jahr werden die nationalen Patentämter einen Kandidaten/eine Kandidatin auswählen, der/die ein umfassendes Unterstützungspaket für die Vorbereitung auf das EPVZ erhält. Weitere Informationen zum Programm und zu den Teilnahmevoraussetzungen erhalten Sie im CSP-Hub.