EPA nimmt an EARTO-Jahreskonferenz zur Wettbewerbsfähigkeit der Industrie teil
Gilles Requena, Chief Patent Research and Policy Officer des EPA, mit EARTO-Präsident Jesús Valero und EARTO-Generalsekretärin Muriel Attané bei der EARTO-Jahreskonferenz 2026 in Brüssel
Am 10. Juni nahm das Europäische Patentamt (EPA) in Brüssel an der Jahreskonferenz des Europäischen Verbands der Forschungs- und Technologieorganisationen (EARTO) teil und tauschte sich dort mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Industrie sowie von Forschungs- und Technologieorganisationen (RTOs) darüber aus, wie Europa das Wachstum kritischer Technologien beschleunigen und die Wettbewerbsfähigkeit seiner Industrie stärken kann.
In seiner Rede zum Programmpunkt "RTOs, Industry and Europe's Technological Sovereignty" unterstrich Gilles Requena, Chief Patent Research and Policy Officer des EPA, wie wertvoll Patent Intelligence sein kann, um sich eine starke Forschung wirksam in Industrie und Gesellschaft zunutze zu machen. Er hob hervor, dass Akteure im Innovationsbereich mithilfe von hochwertigen Patentdaten, Analysen und IP-Wissen leichter Technologietrends erkennen, Partner finden, fundierte strategische Entscheidungen treffen und Forschungsergebnisse zur Marktreife bringen können.
Jüngsten Ergebnissen zufolge spielen öffentliche Forschungseinrichtungen (PROs) ebenso wie die Mitgliedsorganisationen des EARTO eine Schlüsselrolle für die Innovationstätigkeit in Europa. Laut einer im vergangenen Jahr erstellten Studie der Beobachtungsstelle haben PROs zwischen 2001 und 2020 fast 63 000 europäische Patentanmeldungen generiert. Die Zahl der mit PROs verbundenen europäischen Patentanmeldungen stieg von rund 2 000 pro Jahr zu Beginn des Zeitraums auf mehr als 3 500 bis 2020, was die Bedeutung der öffentlichen Forschung für das europäische Innovationssystem belegt.
Neues MoU mit dem EARTO zur Unterstützung von RTOs mit Patent Intelligence, Schulungen, Tools und Ressourcen
Bei der Konferenz wurde die Unterzeichnung eines neuen Memorandums of Understanding (MoU) zwischen dem EPA und dem EARTO bekanntgegeben. Es baut auf den engen Beziehungen zwischen den beiden Organisationen auf und legt den Rahmen für einen strukturierten Dialog und eine strukturierte Zusammenarbeit fest. Im Zuge dieser Zusammenarbeit wollen das EPA und der EARTO Informationen austauschen und Aktivitäten entwickeln, um RTOs bei einer intensiveren Nutzung von Patentinformationen, IP-Schulungen und evidenzbasierten Analysen zu unterstützen. Das MoU fördert den künftigen Austausch über Patent Intelligence, Technologietransfer und den optimalen Einsatz der Tools des EPA und macht diese Ressourcen für RTOs besser zugänglich. Der EARTO seinerseits wird gegebenenfalls Projekte der Beobachtungsstelle des EPA sowie deren Tools und Ressourcen wie den Deep Tech Finder, MyIPScore oder Technologieplattformen durch Expertise, Fallbeispiele und Links zu seinen Netzwerken unterstützen.
Das EPA und der EARTO loten derzeit eine weitere Zusammenarbeit mit dem Ziel aus, Akteuren in den Bereichen Forschung und Innovation ein besseres Verständnis, ein besseres Management und eine bessere Nutzung von IP und Patentinformationen bei ihren Technologietransferaktivitäten zu ermöglichen. Dies umfasst Arbeiten zu einer Studie zu europäischen Technologietransferstellen, die gemeinsam von der Beobachtungsstelle und der Association of European Science and Technology Transfer Professionals (ASTP) erstellt wird und am 22. Oktober 2026 veröffentlicht werden soll.
Konferenz hebt die Rolle von RTOs und PROs bei der Entwicklung von Forschung zur Marktreife hervor
Die Konferenz diente als wertvolles Forum, auf dem die herausragende Rolle von RTOs und PROs für die Umsetzung von wissenschaftlichen Erkenntnissen und wissenschaftlicher Infrastruktur in wertvolle Technologien, Dienste und Systemlösungen hervorgehoben wurde.
Über den EARTO
Der 1999 gegründete EARTO fördert Forschungs- und Technologieorganisationen und vertritt ihre Interessen in Europa. Sein Netzwerk umfasst über 350 RTOs aus mehr als 32 Ländern, die 228 000 hoch qualifizierte Forschende und Ingenieurinnen bzw. Ingenieure aus einer breiten Palette von Technologieinfrastrukturen vertreten.