EPA setzt auch 2025 auf Nutzerengagement
Im Rahmen seines Qualitätsaktionsplans 2025 hat das Europäische Patentamt (EPA) sein Programm zum Nutzerengagement weiter ausgebaut, um eine wachsende Zahl von Hochschulen und öffentlichen Forschungseinrichtungen (PRO) noch besser ansprechen zu können. Die neue Zielgruppe ergänzt die breite Palette von Branchenakteuren, darunter zahlreiche KMU und Nutzerverbände, die Teil des Programms sind. Das eingeholte Feedback ermöglicht gezielte Verbesserungen und dient als Grundlage für den Qualitätsaktionsplan 2026.
Ansprache der verschiedensten Stakeholder aus dem gesamten Innovationsökosystem
Im Zuge dieses integrativen Ansatzes für das Nutzerengagement fanden 2025 insgesamt 130 Treffen mit Stakeholdern aus Europa, Asien und Nordamerika statt. An dem Austausch beteiligt waren Vertreterinnen und Vertreter von 45 KMU und Kleinsteinheiten, 42 Nutzerverbänden, 26 größeren Unternehmen und 17 öffentlichen Forschungseinrichtungen und Hochschulen. Die Treffen mit den Nutzerverbänden boten eine wertvolle Gelegenheit für die Kontaktpflege mit internationalen Anwalts- und Branchennetzwerken. Die enorme Vielfalt der Anmelderschaft unterstreicht die zentrale Rolle, die das Amt im europäischen Innovationsökosystem und in der globalen Patentlandschaft spielt.
Vertiefung des gegenseitigen Verständnisses bei strategischen und technischen Fragen
Die Treffen dienten als Forum für die Erörterung strategischer und operativer Fragen von gemeinsamen Interesse. Ergänzt wurden sie durch eine Reihe technischer Folgeveranstaltungen, die eine einzigartige Gelegenheit boten, um Themen aus dem gesamten Patenterteilungsprozess praxisnah zu diskutieren.
Zu den Schwerpunkten gehörten die Kommunikation mit Prüferinnen und Prüfern, die jüngsten Entwicklungen bei Einheitspatent und Einheitlichem Patentgericht sowie die zunehmenden Auswirkungen von künstlicher Intelligenz und Quantum-Computing auf die Patentlandschaft. Qualität und Pünktlichkeit der Verfahren standen einmal mehr ganz oben auf der Gesprächsliste, neben Fortschritten bei den MyEPO-Diensten und den laufenden Harmonisierungsmaßnahmen.
Viel Wissenswertes erfuhren die Anwesenden auch über neue Entwicklungen bei den EPA-Tools, die z. B. der Erzeugung von Patent Intelligence dienen. So können Investoren mit dem Deep Tech Finder schnell und einfach KMU, Hochschulen, PROs und Spin-outs identifizieren, die Patentanmeldungen eingereicht haben.
Am Puls von Hochschulen und Forschungseinrichtungen
Wissenschaft und Forschung spielen insgesamt eine entscheidende Rolle für die Stärkung der europäischen Wettbewerbsfähigkeit. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle EPA-Studie, die deren zunehmende Fähigkeit zur Wertschöpfung und zur kommerziellen Verwertung von Forschungsergebnissen belegt: Allein die Patentanmeldungen von PRO haben sich im Zeitraum zwischen 2001 und 2020 fast verdoppelt.
Bei Gesprächen mit Anmelderinnen und Anmeldern aus den beiden Bereichen gewann das EPA wertvolle Einblicke in ihre spezifischen Erfordernisse. So wurde nicht nur die Bedeutung der Patentierung für die Innovations- und IP-Strategie insgesamt bekräftigt, sondern auch betont, dass "Deep Tech ohne Patente kein verlässliches Geschäftsmodell" sei.
Das Einheitspatent wurde wiederholt als sinnvolle Möglichkeit zur Ausdehnung der geografischen Reichweite bezeichnet, die zudem weniger Verwaltungsaufwand, niedrigere Übersetzungskosten und insgesamt geringere Gebühren verursache. Im Fokus stand auch die zentrale Rolle der Patentqualität bei der Generierung von Umsätzen, der Einwerbung von Fremdkapital und beim Aufbau von Partnerschaften. Dass bei den Patenten häufig ein Partner aus Industrie, Forschung oder Wissenschaft als gemeinsamer Inhaber auftritt, zeigt die Wichtigkeit der Zusammenarbeit für viele PRO und Hochschulen.
Das EPA verwies auf seinen 2023 ins Leben gerufenen modularen IP-Ausbildungsrahmen (MIPEF), der eine zeitgemäße Vermittlung von IP-Themen in wissenschaftlichen und technischen Studiengängen sicherstellen soll. Thematisiert wurde auch das Programm für junge Fachkräfte, das Absolventinnen und Absolventen von Partnerhochschulen die Möglichkeit bietet, ihre Kenntnisse und Fähigkeiten auszubauen und ihre berufliche Entwicklung voranzutreiben.
Kurze Video-Interviews zu Themen aus Wissenschaft und Forschung
TNO - Netherlands Organisation for Applied Scientific Research
CEA (Commissariat à l'Énergie Atomique et aux Énergies Alternatives)
Technische Universität Dresden (TU Dresden)
École Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL)
Technische Universität Wien (TU Wien)
Karlsruhe Institute of Technology (KIT)
Ausblick für 2026 und weitere Nutzer-Statements zur strategischen Ausrichtung
Das eingeholte Feedback wurde systematisch ausgewertet und bei der Entwicklung des Qualitätsaktionsplans 2026 berücksichtigt, den das EPA in Kürze veröffentlichen wird. Der neue Jahresplan enthält alle Maßnahmen, mit denen die Qualität im gesamten Patenterteilungsprozess des EPA zielgenau und konsequent verbessert werden soll. Weitere strategische Einblicke aus der Nutzerschaft finden Sie in der Video-Gesprächsreihe "The voice of our users".