​​EPA trifft sich mit dem Verband der Patentingenieure und Patentassessoren​

Bild
EPO Vice-President Christoph Ernst and VPP President Peter Berg with their respective delegations

EPA-Vizepräsident Christoph Ernst und VPP-Präsident Peter Berg mit ihren Delegationen​

​​Am 25. März empfing das EPA an seinem Hauptsitz in München eine Delegation des Verbandes der Patentingenieure und Patentassessoren e.V. (VPP)​ zu einem bilateralen Austausch über wichtige Entwicklungen im europäischen Patentsystem. 

​Christoph Ernst, Vizepräsident Rechtsfragen und internationale Angelegenheiten, leitete die EPA-Delegation, die Vertreter des VPP von Siemens, BASF und Infineon sowie den neuen Präsidenten des Verbandes, Peter Berg, empfing. Der Besuch bot Gelegenheit, wichtige Entwicklungen im europäischen Patentsystem zu erörtern und sich darüber auszutauschen, wie die Unterstützung für ein nachhaltiges Innovationsökosystem weiter gestärkt werden kann. 

​Förderung des Technologietransfers, Stärkung von Start-ups und Förderung des Wirtschaftswachstums

​Die VPP-Delegierten betonten, wie wichtig es sei, alle Nutzenden des Patentsystems an einen Tisch zu bringen, um gemeinsam einen Innovationsansatz zu verfolgen, der den Technologietransfer fördert, Start-ups stärkt, den allgemeinen technologischen Fortschritt unterstützt und das Wirtschaftswachstum anregt. In Anerkennung der vielfältigen Bemühungen des EPA in diesem Bereich unterstützt der VPP die Konzeption einer nationalen IP-Strategie für Deutschland und hob die Bedeutung von EPA-Studien sowie von Tools wie dem Deep Tech Finder und dem Patent Standards Explorer der EPA-Beobachtungsstelle hervor, die Daten und Erkenntnisse liefern könnten, die in die Strategie einfließen.  

​Einheitspatentsystem

​Wie kürzlich durch das EPO Technology Dashboard bestätigt wurde, gewinnt das System weiter an Dynamik, insbesondere bei den kleineren Unternehmen in Europa. Im Jahr 2025 stammten 26 % der Anträge auf einheitliche Wirkung aus Europa von Einzelerfinder/innen oder KMU, weitere 7 % von Hochschulen und öffentlichen Forschungseinrichtungen. Dies unterstreicht die Rolle des Systems als Sprungbrett für kleinere Unternehmen, um ihre Erfindungen zu vermarkten, was durch Gebührenermäßigungen für Kleinstunternehmen, Einzelpersonen, gemeinnützige Organisationen, Hochschulen und öffentliche Forschungseinrichtungen noch verstärkt wird. Zwar erkannte der VPP den Mehrwert des Systems grundsätzlich an, hielt es jedoch für wichtig, auch die spezifischen Interessen der deutschen Industrie zu berücksichtigen.  

​Menschenzentrierter Ansatz zum Einsatz von KI

​Während das EPO Technology Dashboard 2025 auch das starke Wachstum der Patentanmeldungen im Bereich KI und Quanten-Computing im letzten Jahr aufzeigte, wird KI sowohl beim EPA als auch in den IP-Abteilungen der Industrie in den täglichen Betrieb integriert. Die Delegationen waren sich einig, dass KI zunehmend unverzichtbar sei, um die Qualität und Effizienz des Patenterteilungsprozesses und der Online-Kundenbetreuung weiter zu verbessern. Sie waren sich zudem einig, dass ein menschenzentrierter Ansatz bei der KI von großer Bedeutung sei. In diesem Zusammenhang lobten die Vertreter des VPP das EPA für die Verabschiedung seiner KI-Politik im vergangenen Jahr, die einen klaren Rahmen für die verantwortungsvolle Umsetzung und Nutzung von KI biete. 

​Gezielte Qualitätsmaßnahmen für ein hochwertiges, zugängliches europäisches Patentsystem

​Die Integration von KI in die Kerninstrumente des EPA zur weiteren Verbesserung von Effizienz, Einheitlichkeit und Qualität ist nur ein Element des Qualitätsaktionsplans 2026 des EPA. Weitere Maßnahmen zur Stärkung unseres Engagements für Spitzenleistungen umfassen kontinuierliche Investitionen in das Personal und die leistungsstarken EPA-Tools, die die Prüferinnen und Prüfer dabei unterstützen, qualitativ hochwertige, pünktliche Produkte und Dienstleistungen zu liefern.

In diesem Zusammenhang begrüßte der VPP, dass die kürzlich eingeführte Vortragsreihe Industry Lecture durch die Einführung einer neuen Initiative, der Wissenschafts- und Technologieforen, erweitert und ergänzt wird, um sicherzustellen, dass die Prüferinnen und Prüfer des EPA an der Spitze des technologischen Fortschritts bleiben. Die Foren werden die Verbindungen zwischen dem Patenterteilungsprozess, der Wissenschaft und dem Innovationsökosystem stärken, wobei renommierte Hauptredner aktuelle wissenschaftliche Entwicklungen und deren gesellschaftliche Auswirkungen vorstellen und so Fortschritte in der Forschung direkt mit der Kernarbeit des EPA verknüpfen.

Mit Blick auf die Zukunft sind sowohl das EPA als auch der VPP entschlossen, ihre Kräfte zu bündeln, um den Zugang zum Patentsystem für alle zu verbessern und damit sicherzustellen, dass Innovation gedeihen kann.  


Videointerview mit VPP-Präsident Peter Berg

​Mehr über VPP

​Der 1950 gegründete Verband der Patentingenieure und Patentassessoren e.V. (VPP) ist eine Vereinigung von Fachleuten des gewerblichen Rechtsschutzes aus verschiedenen Branchen. Er vertritt die Interessen von 2 900 Patentfachleuten aus Industrie und freier Praxis im DACH-Raum (Deutschland, Österreich und Schweiz).

​In einem Videointerview mit dem EPA gibt VPP-Präsident Peter Berg weitere Einblicke in die Mission des VPP und dessen Vision für die Zukunft des Patentsystems.

Der VPP ist zudem Teil der FEMIPI, der europäischen Dachorganisation der Berufsverbände, die elf nationale Mitgliedsverbände aus den EPA-Mitgliedstaaten vereint, darunter die IP Federation (UK), ASPIE (FR), ORDE (NL) und VIPS/ACBIS (CH), mit denen das EPA ebenfalls regelmäßig in verschiedenen Foren zusammenarbeitet.