EPA und FICPI stärken ihren Dialog im Bereich KI und Zusammenarbeit im Patentsystem
EPA-Präsident António Campinos und FCIPI-Präsidentin Elia Sugrañes mit ihren jeweiligen Delegationen
Im Oktober 2025 verstärkten das Europäische Patentamt (EPA) und die Internationale Föderation von Patentanwälten (FICPI) im Rahmen von zwei wichtigen Veranstaltungen ihre Zusammenarbeit: dem FICPI World Congress in Neapel und dem jährlichen bilateralen Treffen in München.
Bei ihrem bilateralen Treffen in München am 23. Oktober, das von EPA-Präsident António Campinos geleitet wurde und an dem die neu gewählte FICPI-Präsidentin für 2025–2028, Elia Sugrañes, sowie Mitarbeiter beider Organisationen teilnahmen, stärkten das EPA und die FICPI ihre Zusammenarbeit. Beide Organisationen bestätigten ihr Engagement, einen strukturierten Dialog mit den Nutzern zu führen und sicherzustellen, dass Innovationen zugänglich und inklusiv bleiben.
Im Rahmen des Treffens präsentierte die FICPI die bei ihrem World Congress 2025 in Neapel gefassten Beschlüsse und fasste ihre Prioritäten für die künftige Zusammenarbeit zusammen. Das EPA informierte über die neuesten Entwicklungen im Bereich der digitalen Transformation und beim Einsatz von KI und berichtete über den aktuellen Stand des Einheitspatentsystems. Weitere Punkte, über die Bericht erstattet wurde, waren der Qualitätsaktionsplan 2025, die Beobachtungsstelle für Patente und Technologie des EPA und das Validierungssystem, das weiterhin dazu beiträgt, die Reichweite europäischer Patente über Europa hinaus zu erweitern.
KI nutzen, Transparenz und menschliche Expertise sicherstellen
Beide Organisationen betonten die Notwendigkeit eines Patentsystems, das digitale und KI-gestützte Tools nutzt, gleichzeitig aber Transparenz und menschliche Expertise sicherstellt. Sie drückten ihr Einverständnis darüber aus, dass eine enge Zusammenarbeit zwischen den Institutionen und dem Berufsstand notwendig ist, um sicherzustellen, dass Innovationssysteme mit technologischen Änderungen mithalten, während gleichzeitig Vertrauen, Fairness und Rechtssicherheit gewährleistet bleiben.
Im Einklang mit dieser gemeinsamen Sichtweise vertrat EPA-Vizepräsidentin Allgemeine Dienste Nellie Simon das EPA beim FICPI World Congress am Anfang des Monats. Zusammen mit führenden Vertretern der Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO), des Amts der Europäischen Union für geistiges Eigentum (EUIPO), der Chinesischen Nationalbehörde für geistiges Eigentum (CNIPA) und der Japanischen Außenhandelsorganisation (JETRO) nahm sie an einer hochrangigen Diskussionsrunde zur Bedeutung von KI und Grenztechnologien für Patentanwälte und Patentämter teil.
Vizepräsidentin Simon fasste zusammen, wie das EPA KI verantwortungsvoll integriere, um die Qualität, Effizienz und Transparenz zu verbessern, gleichzeitig aber einen menschenzentrierten Ansatz beizubehalten. Sie präsentierte das KI-Kompetenzprogramm des EPA, das für alle Bediensteten verpflichtend ist, und hob interne KI-gestützte Tools wie das ANSERA-Recherchentool und KI-gestützte Redaktionstools hervor. Sie unterstrich außerdem die Bedeutung von globaler Zusammenarbeit, Schulung und ethischer Aufsicht beim Definieren gemeinsamer Standards für KI im Patentwesen.
Mehr über die FICPI
Die FICPI ist ein internationaler Berufsverband freiberuflicher Patentanwälte. Ziel des Verbands ist es, gemeinsame Lösungen zu fördern und die Interessen freiberuflicher Patentanwälte zu vertreten. Der 1906 gegründete Verband hat über 6 200 Mitglieder aus 80 Ländern und Regionen.