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Erstes PATLIB-Zentrum in Montenegro wird am selben Tag eröffnet, an dem Recherchenabkommen in Kraft tritt

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Montenegro’s first PATLIB centre opens - ribbon cutting
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© Vlada Crne Gore / Government of Montenegro

António Campinos, Präsident des Europäischen Patentamts; Valentina Radulović, Leitende Direktorin des Wissenschafts- und Technologieparks, Montenegro; Nik Gjeloshaj, Vizepremierminister für Wirtschaftspolitik und Minister für wirtschaftliche Entwicklung, Montenegro

Bei seinem gestrigen Besuch in Podgorica würdigte der Präsident des Europäischen Patentamts (EPA), António Campinos, zwei wichtige Meilensteine für die Innovationslandschaft Montenegros: das Inkrafttreten des neuen Arbeitsabkommens über die Zusammenarbeit bei der Recherche und die Eröffnung des ersten PATLIB-Zentrums des Landes, an der auch der Vizepremierminister für Wirtschaftspolitik und Minister für wirtschaftliche Entwicklung Nik Gjeloshaj teilnahm. Beide Erfolge sind das Ergebnis des Treffens mit dem Minister im Zuge der Reise des Präsidenten nach Montenegro im vergangenen April und werden die Fähigkeit Montenegros zur Unterstützung von Erfinderinnen und Erfindern, Forscherinnen und Forschern und Unternehmerinnen und Unternehmern stärken.

Neues PATLIB-Zentrum unterstützt lokale Innovation und IP

Montenegros neues Patentinformationszentrum IP4Innovation wird eine Anlaufstelle für Innovationsförderung sein, in der lokalen Unternehmen, Forscherinnen und Forschern und Unternehmerinnen und Unternehmern Beratung bei der Patentrecherche sowie andere Dienstleistungen im Zusammenhang mit geistigem Eigentum angeboten werden. Das im neuen Wissenschafts- und Technologiepark von Montenegro angesiedelte Zentrum wird das Wirtschaftswachstum ankurbeln, indem es Erfinderinnen und Erfindern hilft, neue Technologien auf den Markt zu bringen, und so Arbeitsplätze schafft und Investitionen anzieht.

In seiner Eröffnungsrede lobte Präsident Campinos die Regierung und das Amt für geistiges Eigentum von Montenegro für ihre Zusammenarbeit und ihr Engagement bei der Schaffung der rechtlichen und verfahrenstechnischen Grundlagen für ein erschwinglicheres und leichter zugängliches Patentsystem. Die Vorteile seien im gesamten Innovationsökosystem des Landes zu spüren, auch bei kleineren Anmeldern: "Start-ups und Spin-offs, deren Geschäftsmodell auf dem Schutz ihrer Technologien basiert, haben eine höhere Wahrscheinlichkeit zu wachsen. Patente bedeuten Sicherheit, eine langfristige Verpflichtung, weil man eine Idee in einen Vermögenswert umwandelt."

Abkommen über die Zusammenarbeit bei der Recherche führt zu Gebührenermäßigung für KMU, Hochschulen und Einzelerfinder/innen

Der Besuch von Präsident Campinos in Podgorica fiel mit dem Inkrafttreten eines neuen Arbeitsabkommens über die Zusammenarbeit bei der Recherche zwischen der Europäischen Patentorganisation und dem Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung am 1. Dezember zusammen. Dieses Abkommen ist ein wichtiger Schritt zur Unterstützung des Innovationsökosystems in Montenegro. Es geht einher mit einer finanziellen Unterstützung für montenegrinische kleine und mittlere Unternehmen (KMU), Hochschulen und Einzelerfinder/innen durch eine 80%ige Ermäßigung der Recherchengebühr, die auf 400 Recherchenanträge pro Jahr begrenzt ist. Solche Kooperationsprogramme unterstützen die nationalen Ämter dabei, ihren Anmeldern zeitnah qualitativ hochwertige Recherchenergebnisse und schriftliche Stellungnahmen zur Verfügung zu stellen, damit sie die Erfolgsaussichten für einen Schutz ihrer Erfindung auf europäischer und internationaler Ebene besser einschätzen können.

Verstärkung der Partnerschaft

Während seines Besuchs traf Präsident Campinos mit dem Vizepremierminister für Wirtschaftspolitik und Minister für wirtschaftliche Entwicklung, Herrn Nik Gjeloshaj, zusammen, der von Frau Jasna Vujović, Generaldirektorin für Binnenmarkt und Wettbewerb, und Herrn Nebojša Mugoša, Leiter der Direktion für Gesetzgebung und internationale Zusammenarbeit im Bereich geistiges Eigentum, begleitet wurde. Er traf auch Frau Valentina Radulović, Leitende Direktorin des Wissenschafts- und Technologieparks, sowie Frau Srna Sudar, Direktorin des Technology Transfer Office.

In ihren Gesprächen wurden die raschen Fortschritte Montenegros bei der Stärkung seines Patentsystems seit dem Beitritt zur Europäischen Patentorganisation im Oktober 2022 hervorgehoben, darunter der Abschluss eines bilateralen Kooperationsabkommens mit dem EPA im Rahmen des SP2028 im April 2025, die Ratifizierung des Londoner Übereinkommens im August 2025 und nun das Inkrafttreten des Recherchenabkommens. Im Mittelpunkt ihres Treffens standen die strategische Bedeutung des neuen PATLIB-Zentrums als zentrale Anlaufstelle für die Innovationsförderung sowie künftige Prioritäten wie die Stärkung institutioneller Ressourcen durch das Young Professionals-Programm und die Expertise des EPA sowie der Ausbau der Initiativen der Europäischen Patentakademie für Kinder und Jugendliche. Beide Seiten bekräftigten ihr Engagement für die Vertiefung der Zusammenarbeit, die Unterstützung des Innovations-Ökosystems in Montenegro und die Integration des IP4Innovation-Zentrums in das europäische Netzwerk von über 330 PATLIB-Zentren.