Innovationsfinanzierung als Hauptthema der Jahrestagung mit den Mitgliedstaaten in Reykjavík
In Island diskutierten die Delegierten bei der Jahrestagung des EPA zur Zusammenarbeit darüber, wie die Innovationsfinanzierung in Europa angekurbelt werden kann. Am Rande der Tagung traf EPA-Präsident António Campinos außerdem Halla Tómasdóttir, die Präsidentin Islands.
Das Europäische Patentamt (EPA) führte seine 19. Jahrestagung zur Zusammenarbeit mit den Mitgliedstaaten am 18. Juni in Reykjavík, Island, durch. In diesem Jahr ging hauptsächlich es um die Zukunft der Finanzierung von Innovationen und geistigem Eigentum in Europa. An der Veranstaltung nahmen Vertreter der 39 Mitgliedstaaten der EPO, des Europäischen Innovationsrats, von Start-ups sowie öffentliche und private Investoren teil. Die Teilnehmer der Tagung befassten sich mit der Frage, wie die Stärken des europäischen Patentnetzes am besten genutzt werden können, um die Empfehlungen des Draghi- und des Letta-Berichts von 2024 umzusetzen, denen zufolge finanzielle Mechanismen zur Unterstützung des Wachstums von Technologie-Start-ups und zur Verbesserung von Europas Wettbewerbsfähigkeit geschaffen werden sollten.
In seiner Begrüßungsrede betonte EPA-Präsident António Campinos, wie wichtig es sei, IP-basierte Finanzierung zu stärken: "Damit Technologien an den Markt gebracht werden können, ist ein System erforderlich, in dem geistiges Eigentum als finanzieller Vermögenswert in eigenem Recht angesehen wird. Hier und heute befassen wir uns zum ersten Mal als Netzwerk gemeinsam mit den Herausforderungen rund um die Innovationsfinanzierung. Das gibt uns die Gelegenheit, optimale Praktiken zu identifizieren und uns mit den drängenden Fragen zu befassen, mit denen zahlreiche Mitgliedstaaten aus ganz Europa umgehen müssen. Unser Ziel ist es, zusammen mit Industrie und Politik ein vertrauenswürdiges und investitionsbereites IP-Ökosystem aufzubauen, mit dessen Hilfe Erfinderinnen und Erfindern ihre Ideen zu investierbaren, marktfähigen Lösungen weiterentwickeln können."
Sigrún Brynja Einarsdóttir, Staatssekretärin im isländischen Ministerium für Kultur, Innovation und Hochschulbildung, und Borghildur Erlingsdóttir, Generaldirektorin des Isländischen Amts für geistiges Eigentum, begrüßten die Teilnehmer. Das Programm sah zwei Podiumsdiskussionen vor, eine zu den Sichtweisen und tatsächlichen Erfahrungen von Technologieinvestoren und Start-ups und eine zur Rolle der nationalen IP-Ämter sowie zu konkreten Maßnahmen zur Unterstützung der IP-Finanzierung. Außerdem diskutierten die Teilnehmer mit externen Experten über den Einsatz von KI in der Tätigkeit von Patentämtern und über mögliche Gebiete, auf denen künftig gemeinsame Aktivitäten stattfinden könnten.
Am Rande der Tagung traf der EPA-Präsident mit Halla Tómasdóttir, der Präsidentin Islands, zusammen und sprach mit ihr über die isländische IP-Landschaft und die Bedeutung des globalen Patentsystems für international tätige Unternehmen sowie Erfinderinnen und Erfinder. Daneben ging es darum, wie wichtig es ist, junge Erfinderinnen und Erfinder zu unterstützen. Am selben Tag war Island Gastgeber der Preisverleihungszeremonie für den Young Inventors Prize 2025, mit dem herausragende Erfinderinnen und Erfinder im Alter von bis zu 30 Jahren geehrt werden, die Lösungen für eine nachhaltigere Zukunft entwickeln.