Präsidenten des EPA und des Europäischen Rates einigen sich auf Zukunft der europäischen Innovation
Heute traf sich der Präsident des Europäischen Patentamts (EPA), António Campinos, in Brüssel mit dem Präsidenten des Europäischen Rates, António Costa, um zu erörtern, wie die Unterstützung für Innovation in Europa weiter gestärkt werden kann.
Ihr erstes Treffen seit dem Amtsantritt von Präsident Costa im Dezember 2024 fand zu einem Zeitpunkt statt, an dem Wettbewerbsfähigkeit und technologische Souveränität ganz oben auf der politischen Agenda Europas stehen.
Der Präsident des Europäischen Rates, António Costa, erklärte: "Innovation ist für Fortschritt und Wachstum unerlässlich. Wir brauchen einen echten paneuropäischen Patentschutz, um die Innovation im Binnenmarkt zu beleben. Es ist gut, mit EPA-Präsident António Campinos zusammenzuarbeiten, während wir uns auf unser Treffen der Staats- und Regierungschefs zum Thema Wettbewerbsfähigkeit am 12. Februar vorbereiten."
EPA-Präsident António Campinos sagte: "Die aus unseren globalen Datenbanken gewonnenen Technologieinformationen zeigen, dass die europäische Innovation trotz wirtschaftlicher und geopolitischer Unsicherheiten weiterhin widerstandsfähig ist. Europa braucht jedoch ein robustes Innovationsökosystem, um künftigen Wohlstand und Erfolg zu sichern. Das EPA unterstützt die Bemühungen der EU, auf die Berichte von Draghi und Letta aus dem Jahr 2024 zu reagieren und die Wettbewerbsfähigkeit Europas auf der globalen Bühne zu stärken."
Überwindung der Marktfragmentierung
Im Mittelpunkt der Gespräche standen die sich wandelnde Innovationslandschaft Europas mit ihrer dynamischen Start-up-Szene sowie anhaltende Herausforderungen wie die Marktfragmentierung und der Bedarf an nachhaltigeren Investitionen. Die Präsidenten Costa und Campinos erörterten, wie das EPA seine Unterstützung für Erfinder, Investoren und politische Entscheidungsträger weiter ausbauen kann, um diese Lücken zu schließen.
Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit durch das Einheitspatent
Ein Schwerpunkt des Treffens war die zentrale Rolle des Einheitspatentsystems. Durch die Schaffung eines einzigen, einheitlichen Patents, das einen Markt von über 350 Millionen Menschen abdeckt, hat das System die administrativen und finanziellen Hürden insbesondere für kleinere Unternehmen erheblich gesenkt. Zwei Jahre nach seiner Einführung und mit mehr als 80 000 registrierten Anträgen macht das Einheitspatent Europa zu einem leichter zugänglichen und wettbewerbsfähigeren Zentrum für wachstumsstarke Technologieunternehmen. In Anerkennung dieses Erfolgs schlossen sich die Präsidenten Costa und Campinos den Empfehlungen des EU-Kompasses für Wettbewerbsfähigkeit an und forderten alle EU-Mitgliedstaaten auf, dem System beizutreten, um seine Wirkung zu maximieren (bislang haben dies 18 Länder getan).
Eine gemeinsame Vision für Innovation
Das EPA ist zwar eine unabhängige internationale Organisation, arbeitet jedoch eng mit EU-Institutionen wie der Europäischen Kommission und dem Europäischen Innovationsrat zusammen. Die Strategie der EU zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit von KMU steht im Einklang mit der Unterstützung kleinerer Unternehmen durch das EPA, darunter gezielte Gebührenermäßigungen, spezialisierte Dienstleistungen, die KMU bei der Navigation durch das Patentsystem helfen, und Tools wie den Deep Tech Finder, der Start-ups mit potenziellen Investoren zusammenbringt. Durch den Austausch von technischem und juristischem Fachwissen sowie Patentdaten zur Verfolgung von Technologietrends liefert das EPA die evidenzbasierten Erkenntnisse, die für die Gestaltung der industriellen Zukunft Europas unerlässlich sind.