Programm zur Unterstützung von Bewerbern erweitert Zugang zum EPVZ-Zertifikat in Europa
Das Europäische Patentamt (EPA) hat den ersten Zyklus des Programms zur Unterstützung von Bewerbern (CSP) gestartet, der dem europäischen Patentverwaltungszertifikat (EPVZ) gewidmet ist und einen Schritt zu einem erweiterten Zugang zur beruflichen Zertifizierung darstellt.
Das Programm zur Unterstützung von Bewerbern (CSP) ist eine Initiative des EPA, die in Zusammenarbeit mit nationalen Patentämtern mit dem Ziel umgesetzt wird, für mehr Inklusion, Kompetenzausbau und größerer geografischer Ausgewogenheit und für Geschlechterparität innerhalb der Patentfachwelt in Europa zu sorgen. Im Jahr 2026 führte das CSP einen eigenen Schwerpunktbereich für Fachleute in der Patentverwaltung ein, mit dem das europäische Patentverwaltungszertifikat (EPVZ) unterstützt wird. Ausgewählte Bewerber/innen erhalten ein umfassendes Paket, das Schulungen, Tutoring, die Übernahme von Prüfungsgebühren, ein Stipendium und Lernmaterialien umfasst, um sie bei der Vorbereitung und dem Weg zur vollständigen Zertifizierung zu unterstützen.
Große Resonanz im ersten Jahr
Sechzehn Mitgliedstaaten nahmen an diesem ersten Zyklus teil. Die Bewerbungsfrist lief vom 30. Januar bis zum 19. Februar 2026; es gingen 62 Bewerbungen ein. Diese starke Resonanz spiegelt das wachsende Interesse an einer Zertifizierung für die Patentverwaltung wider, unterstützt durch die verbesserte Zugänglichkeit dank des digitalen Formats.
Die Bewerber/innen kamen aus unterschiedlichen beruflichen Umfeldern: 52 % arbeiten in Patentanwaltskanzleien, 24 % in der Industrie und 24 % im akademischen Bereich oder in öffentlichen Einrichtungen. Frauen machten 73 % der Bewerber aus.
Zum ersten Mal unterstützt das Programm eine/n EPVZ-Kandidatin oder -Kandidaten pro teilnehmendem Mitgliedstaat, die oder der von den nationalen Patentämtern ausgewählt wird. Sechzehn Kandidatinnen und Kandidaten aus 16 Mitgliedstaaten wurden von ihren jeweiligen Ämtern für die EPVZ-Unterstützung im Rahmen des CSP nominiert.
Start der Vorbereitungsphase
Das Programm ist nun in die Vorbereitungsphase eingetreten. Bei einem Online-Auftakttreffen am 27. März kamen ausgewählte Kandidatinnen und Kandidaten und EPA-Bedienstete zusammen, um Kontakte zu knüpfen und die nächsten Schritte zu besprechen.
Die Kandidatinnen und Kandidaten haben ihre EPVZ-Schulungskurse begonnen, die von der Europäischen Patentakademie angeboten und durch spezielle Tutorien ergänzt werden. Die modularen Prüfungen für das EPVZ finden am 5. November 2026 statt; die Anmeldung läuft vom 15. April bis zum 15. September.
Hintergrund zum EPVZ
Das europäisches Patentverwaltungszertifikat (EPVZ) ist eine europaweite Zertifizierung für Fachleute im Bereich geistiges Eigentum und Patentrecht. Sie wurde 2022 eingeführt und bescheinigt die Kenntnisse und Fähigkeiten, die für die Abwicklung europäischer und internationaler Patentverfahren erforderlich sind. Weltweit haben sich seither bereits mehr als 1 800 Kandidatinnen und Kandidaten aus 60 Ländern dafür angemeldet.
Seit 2026 wird das EPVZ in einem modularen und flexiblen Format angeboten und spricht Fachleute aus dem gesamten Innovationsökosystem an, von Berufseinsteigern bis hin zu erfahrenen Patentverwaltungsbediensteten, Formalsachbearbeiter/innen und Paralegals. Die Kandidatinnen und Kandidaten können vier themenbezogene Module absolvieren, für die jeweils ein EPA-Diplom verliehen wird; nach Abschluss aller vier Module erhalten sie das vollständige EPVZ-Zertifikat. Dieser Ansatz fördert ein schrittweises, zielgerichtetes Lernen und gewährleistet gleichzeitig die anerkannte Qualität und den Wert des Zertifikats.