Rainer Marquardt erhält Auszeichnung für sein Lebenswerk beim Europäischen Erfinderpreis
Bei jeder Ausgabe des Europäischen Erfinderpreises wird eine Person für ihren langfristigen Beitrag zur wissenschaftlichen Forschung und Entwicklung neuer Technologien, die die Welt verändern, geehrt. 2026 wurde der deutsche Professor Rainer Marquardt für seine herausragende Karriere im Bereich der Leistungselektronik und Netzinfrastruktur als Gewinner der Kategorie "Lebenswerk" ausgezeichnet. Das EPA wird seine Arbeit bei der Preisverleihung am 2. Juli würdigen, die live aus Berlin übertragen wird.
Professor Marquardt wurde von der Jury für die Entwicklung seines modularen Mehrpunktstromrichters, des sogenannten "Modular Multilevel Converter" (MMC), ausgewählt, eine Technologie, die inzwischen zum Standard geworden ist. Moderne Energiesysteme erfordern eine effiziente, flexible Stromübertragung über große Entfernungen und mit variierenden Spannungspegeln. Frühere Umrichtersysteme enthielten sperrige Kondensatoren, Filter und Hochspannungsgeräte, die eine geringe Effizienz und Sicherheitsrisiken mit sich brachten. Rainer Marquardt löst dieses Problem mit einer modularen Architektur, die mehrere steuerbare Spannungsquellen als Teilmodule umfasst. Dieser Aufbau erzeugt hochwertige, gestufte Spannungswellenformen, was den Bedarf an großen Ausgangsfiltern beseitigt, harmonische Verzerrungen deutlich reduziert und die Stromübertragung im Gigawatt-Bereich ermöglicht. Mit dem MMC wurde es in der Praxis möglich, Bevölkerungszentren über weite Strecken an abgelegene erneuerbare Energiequellen anzubinden und dabei eine stabile Versorgung zu gewährleisten, die für moderne Infrastrukturen erforderlich ist.