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Reichweite und Einfluss als Schwerpunktthema der PATLIB-Konferenz 2025: PATLIB-Netz und Tools des EPA

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PATLIB 2025

Am 3. und 4. Juli fand die vom Europäischen Patentamt (EPA) organisierte PATLIB-Konferenz 2025 in Wien statt. Dabei ging es vor allem um die Zukunft der Innovation und den globalen Einfluss des PATLIB-Netzes, dem inzwischen über 320 Patentinformationszentren in 38 europäischen Ländern angehören. Weitere wichtige Themen waren die Rolle der PATLIBs beim Technologietransfer, die Wege, über die Frauen zu IP-Fortschritten innerhalb des Netzes und in der Wissenschaft beitragen, und die Art und Weise, wie Tools des EPA Innovationsökosysteme fördern. Zuletzt wurden die Gewinnerinnen und Gewinner des EPA-Codefests vom Frühjahr 2025 vorgestellt.

Die diesjährige PATLIB-Konferenz wurde von Teilnehmern aus 82 Ländern rund um die Welt besucht. Knapp 4 000 von ihnen nahmen live über Online-Schaltungen teil, nahezu 100 waren selbst vor Ort. Die Öffentlichkeit konnte den ersten Tag der Konferenz im Livestream auf der Internetseite und den sozialen Medienkanälen des EPA verfolgen. Damit bestand eine einzigartige Gelegenheit, mit der Innovations- und IP-Gemeinschaft in Kontakt zu treten, aktuelle Trends zu beobachten und sich über die Erfolge des Netzes klar zu werden.

In seiner Begrüßungsansprache betonte Christoph Ernst, Vizepräsident des EPA für Rechtsfragen und internationale Angelegenheiten, wie gut das PATLIB-Netz Innovationen und Unternehmen, öffentliche Forschungseinrichtungen und Hochschulen vor Ort bei Themen wie Patentierungsstrategie und Technologietransfer unterstützen kann. Er sagte, das Netz sei dabei so erfolgreich, weil es "auf den Goldstandard des EPA in Sachen hochwertige und rechtsbeständige Patente zurückgreifen kann – vertrauenswürdige Vermögenswerte, die Innovation ermöglichen, Investitionen anziehen und für den Impact von Erfindungen in der realen Welt sorgen."

Stefan Harasek, der Präsident des Österreichischen Patentamts, schloss sich den Ausführungen von Christoph Ernst an und betonte, wie wichtig ein starkes Innovationsnetz ist. Er sagte: "Europas Wettbewerbsfähigkeit wird zunehmend von seiner Fähigkeit abhängen, Forschungsergebnisse effizient in wirtschaftlich erfolgreiche Innovationen umzusetzen und aus Start-ups nachhaltig zunächst Scale-ups und dann gut etablierte und stabile Unternehmen zu machen. Geistige Eigentumsrechte, insbesondere Patente, spielen dabei eine zentrale Rolle."

Fokus auf Nutzungsrate des Einheitspatents und unternehmerische IP-Unterstützung für Start-ups und Hochschulen

Die Konferenz begann mit einer inspirierenden Keynote-Ansprache von Lisa Reiss, CEO und Gründerin der All But Sugar GmbH, mit dem Titel "Sweet without the sacrifice: Innovating a healthier, sustainable future beyond sugar". Es folgten lebhafte Podiumsdiskussionen über die Frage, wie Patentaktivitäten und insbesondere die Einführung des Einheitspatents den europäischen Technologiemarkt gestalten. Ein weiteres Thema war die globale Reichweite und der globale Einfluss des PATLIB-Netzes, insbesondere im Hinblick auf Technologietransfer und Start-up- und Scale-up-Strategien.

Vertreter einiger der wichtigsten institutionellen Partner des EPA wie der Europäischen Kommission und der Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO) und Redner aus verschiedenen geografischen Regionen teilten ihre Expertise. So fand eine Diskussion über die Rolle von Frauen bei der Förderung von unternehmerisch orientierter IP-Unterstützung bei PATLIBs und an Hochschulen unter Beteiligung von Rednern aus Mittel- und Südeuropa sowie aus Nordafrika statt.

Bahnbrechende Tools des EPA

Spezialisten des EPA stellten drei bahnbrechende Tools des EPA vor, darunter die auf generativer KI basierende Legal Interactive Platform, die Nutzerfragen zum europäischen Patentsystem beantwortet. Daneben wurde die Technologiefrüherkennungsplattform vorgestellt. Mithilfe ihrer programmierbaren Oberfläche können die Nutzer eigene Datenvisualisierungen anhand von Daten aus verschiedenen Quellen erstellen, einschließlich der umfangreichen Datenbanken des EPA. Zuletzt zeigte die Demonstration des Gratis-Tools Deep Tech Finder, wie dieses stetig ausgebaute Tool einen Mix aus Unternehmens- und Patentdaten nutzt, um Tausende von Deep Tech-Start-ups und Investoren miteinander in Verbindung zu bringen.

Preisverleihung des Codefests Frühjahr 2025

Als Abschluss der Konferenz fand die sehnlich erwartete Preisverleihung des Codefests Frühjahr 2025 statt. An der dritten Auflage des Wettbewerbs nahm die Rekordzahl von 33 innovativen Vorschlägen aus 30 verschiedenen Ländern teil. In den EPA-Mitgliedstaaten ansässige Personen waren dazu aufgerufen worden, ein automatisiertes System für die Klassifizierung von Patentdaten zu entwickeln, um nachhaltigkeitsgetriebene Innovationen zu beschleunigen und die Ziele der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung zu unterstützen. Die Teilnehmer erhielten Zugang zu verschiedenen Datenressourcen und Tools des EPA, darunter auch der Technologiefrüherkennungsplattform. Mehr über die drei Gewinnerinnen und Gewinner des Codefests und ihre Lösungen erfahren Sie im verlinkten Nachrichtenartikel.

Wachstum und Entwicklung des PATLIB-Netzes

Das Netz umfasst inzwischen über 330 Patentinformationszentren, die in die Innovationsökosysteme von 38 europäischen Ländern eingebunden sind. Dazu gehören auch Zentren, die in Partnerschaft mit Technologietransferorganisationen eingerichtet wurden. Die PATLIB-Zentren bieten IP-Dienstleistungen für die lokale Industrie, Unternehmen, Unternehmerinnen und Unternehmer, Forschende und einzelne Erfinderinnen und Erfinder an. Darüber hinaus hat es die Initiative Wissenstransfer nach Afrika (KT2A) den PATLIB-Zentren ermöglicht, Kontakt zu 77 Universitäten in 28 afrikanischen Ländern aufzunehmen und so kontinentübergreifend Brücken zu bauen und die Zusammenarbeit zu pflegen.

Das Netzwerk verbessert die von ihm angebotenen beruflichen Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten weiter. Bislang haben über 8 000 Mitarbeiter der PATLIB-Zentren den PATLIB-Lernpfad abgeschlossen, der sich mit IP-Systemen, dem Patenterteilungsprozess und den Tools des EPA befasst. Darüber hinaus werden Schulungen angeboten, die für berufliche Zertifizierungen auf dem Gebiet des Technologietransfers anerkannt werden, und es gibt einen neuen Lernpfad zur Verwertung von geistigem Eigentum.

In Zusammenarbeit mit den EPA-Mitgliedstaaten läuft derzeit eine Kommunikationskampagne mit den PATLIB-Zentren, um die Unterstützung des EPA bei der Verbesserung der von ihnen angebotenen Services hervorzuheben.