Über 9 000 Zuschauer aus 68 Ländern erfuhren am EPA-Nutzertag 2025 das Neueste über die Dienste des EPA
Screenshot einer virtuellen Podiumsdiskussion von 5 externen und EPA-Spezialisten
Der Nutzertag wurde am 23. und 24. September live gestreamt; 46 Redner sprachen auf insgesamt 16 Teilveranstaltungen. Ziel ist es, die Nutzerinnen und Nutzer über die jüngsten Entwicklungen bei den hochwertigen Produkten und Diensten des Europäischen Patentamts (EPA) auf dem Laufenden zu halten – und die hohe Beliebtheit der Veranstaltung seit Jahren belegt, wie hilfreich sie für die Nutzerschaft ist. Sie können die Aufzeichnung über den Link am Ende des Artikels abrufen.
Qualität im Fokus
In seinen einführenden Bemerkungen hob EPA-Präsident António Campinos die anhaltenden Bemühungen des Amts um eine vollständige Digitalisierung des Patenterteilungsprozesses hervor, wodurch Qualität und Effizienz weiter verbessert werden sollen. Er betonte, wie wichtig es sei, neue Technologien wie z. B. künstliche Intelligenz zu nutzen, erinnerte die Teilnehmenden aber auch daran, dass Prüferinnen und Prüfer weiterhin eine Schlüsselrolle in der Transformation spielen werden: "Unsere hohe Qualität beruht darauf, dass wir uns seit 50 Jahren stetig verbessern. Wir profitieren von der Expertise von über 4 000 hoch qualifizierten und engagierten Prüferinnen und Prüfern, von der größten Patentdatenbank der Welt und davon, dass wir bereits früh in hochmoderne KI-Tools investiert haben. KI wird unsere Expertinnen und Experten aber nicht ersetzen. Wir verfolgen einen menschenzentrierten Ansatz, bei dem die Prüferinnen und Prüfer weiterhin an den Schalthebeln sitzen."
Redner aus aller Welt, z. B. den Vereinigten Staaten, Japan und Indien, nahmen an Podiumsdiskussionen mit Expertinnen und Experten des EPA teil. Unter anderem ging es um das Qualitäts-Dashboard und den Qualitätsaktionsplan, der die geteilte Verantwortung des EPA und der Nutzergemeinschaft für Qualität hervorhebt.
"Aus meiner Sicht dienen hochwertige Patente als 'Innovationslokomotive' für alle", erklärte Enrica Bruno, Gründerin und Partnerin bei S+B Intellectual Property Law. "Grundlage dafür ist die verlässliche Anwendung der Regeln und Richtlinien des Europäischen Patentübereinkommens."
Vorbereitung auf einen papierlosen Patenterteilungsprozess
In Breakout-Sessions ging es schwerpunktmäßig um aktuelle Entwicklungen bei den digitalen Diensten des EPA wie z. B. MyEPO. Marek Bury, europäischer Patentvertreter bei Bury & Bury, hielt fest: "Wir testen MyEPO praktisch von Anfang an. Und vom ersten Moment an war klar, dass wir alle Möglichkeiten des Diensts nutzen sollten." In anderen Teilveranstaltungen ging es um aktuelle Entwicklungen bei der Mailbox, der Online-Einreichung 2.0 und der Legal Interactive Platform.
Die Nutzerinnen und Nutzer wurden ermutigt, die gesamte Palette der Online-Dienste des EPA zu nutzen, da das Amt den Patenterteilungsprozess bis 2027 vollständig digitalisieren will. Außerdem wurden sie daran erinnert, dass die Online-Einreichung 2.0 ab Januar 2026 zum Standard-Tool für Online-Anmeldungen wird, weil die bisherige, desktopbasierte Software für die Online-Einreichung (eOLF) zum Jahresende außer Dienst gestellt wird.
Handreichungen für KMU und Kleinsteinheiten zur bestmöglichen Nutzung des europäischen Patentsystems
Das Programm enthielt besondere Veranstaltungen zur Unterstützung von KMU, Kleinsteinheiten, Hochschulen und öffentlichen Forschungseinrichtungen. Themen waren Gebührenermäßigungen, Gratis-Schulungen und Unterstützungsmöglichkeiten sowie der Deep Tech Finder als Schnittstelle zwischen Investoren und Erfinderinnen.
Angela Ivanova, Mitgründerin und CEO von LAM'ON, einem Hersteller von nachhaltigen Druckerzeugnissen und Verpackungen, und Teilnehmerin an einer Podiumsdiskussion, erläuterte: "Für Start-ups wie uns sind Patente nicht nur rechtliche Instrumente, sondern auch strategische Aktiva. Die frühe Anmeldung verschaffte uns Luft, um etwas aufzubauen und beim Pitch selbstbewusst auftreten zu können. Und nicht zuletzt fragen Investoren nicht nur, welches Produkt man herstellt, sondern auch immer, was man schützen lässt."
Daneben gehörte eine Podiumsdiskussion über die erfolgreichen ersten Jahre des Einheitspatentsystems und dessen Vorteile für große Anmelder und für KMU zu den Highlights des Nutzertags.
Gemeinsam mit der gesamten Nutzerschaft
Zum Abschluss wurde ein besonderer Dank an alle Interessierten, Vortragenden und EPA-Fachleute für ihre Teilnahme ausgesprochen. Besonders hervorgehoben wurde, dass alle Nutzerinnen und Nutzer, von den größten Anmeldern bis zu KMU, eine Schlüsselrolle in der europäischen Innovationslandschaft spielen.