EPA und führendes europäisches KI-Start-up kooperieren bei Patentprozess und setzen auf digitale Souveränität

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Pressemitteilungen
  • EPA nutzt innovatives OCR-Modell des KI-Pioniers Mistral AI für die optische Zeichenerkennung
  • Gemeinsame Initiative stärkt die digitale Infrastruktur und operative Resilienz des EPA und setzt KI-Politik und Strategieplan 2028 um

München, 11. März 2026 – Das Europäische Patentamt (EPA) meldet einen Meilenstein in seinem Bestreben, wegweisende künstliche Intelligenz (KI) einzusetzen, um die Qualität und Effizienz seines Patenterteilungsprozesses weiter zu verbessern. EPA-Fachleute und technische Teams von Mistral AI haben in enger Zusammenarbeit ein Modell entwickelt, die auf neuester OCR-Technologie basiert (Optical Character Recognition). Die Lösung ist nahtlos in die EPA-Systeme integriert und nutzt optische Zeichenerkennung, um maschinell nicht lesbare Patentdokumente (PDF) in strukturierte Patentdaten umzuwandeln und so eine fundierte Recherche und Analyse des Stands der Technik zu ermöglichen.

"Die Partnerschaft mit Mistral AI unterstützt die digitale Transformationsstrategie des EPA und stärkt die Innovationskraft unseres Kontinents. Zugleich stellt sie sicher, dass kritische KI-Infrastruktur in Europa und unter der Kontrolle der Europäer bleibt", sagte EPA-Präsident António Campinos. "Unsere gemeinsame Initiative zeigt, wie wir mittels europäischer Partnerschaften Künstliche Intelligenz verantwortungsvoll und effektiv einsetzen können, um öffentliche Dienstleistungen zu verbessern, die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern und ein starkes Innovationsökosystem zu fördern."

Gemeinsam entwickelt und implementiert – in Europa, für Europa

Durch die Priorisierung von KI-Lösungen, die in Europa mit Partnern wie Mistral AI entwickelt werden, leistet das EPA einen aktiven Beitrag zur Unterstützung europäischer KI-Unternehmen und KMUs. Gleichzeitig profitieren alle Nutzerinnen und Nutzer des europäischen Patentsystems von einer zeitgemäßen Verarbeitung von Patentanmeldungen und den darin enthaltenen technischen Informationen. Die gemeinsam entwickelte OCR-Lösung wurde eigens für die komplexen Herausforderungen von Patentdokumenten konzipiert, zu denen neben mehrsprachigen Texten, Formeln, chemischen Strukturen und Tabellen auch eingescannte Publikationen aus früheren Jahrzehnten zählen. Die außerordentlich hohe Erkennungsgenauigkeit der Lösung ermöglicht eine zuverlässigere Strukturierung von Daten und hilft Prüferinnen und Prüfern auch bei   Neuheitsrecherche.

Durch Partnerschaften wie die mit Mistral AI unterstützt das EPA das europäische Streben nach digitaler Souveränität, indem sensible Patentinformationen unter strikter Einhaltung der in Europa geltenden rechtlichen, operativen und ethischen Standards verarbeitet werden. Dieses Prinzip gewährleistet ein zugängliches und hochwertiges europäisches Patentsystem, das effizient, vertrauenswürdig und zukunftsfähig ist.

Jedes Jahr bearbeitet das EPA etwa 200 000 Patentanmeldungen, 200 000 Rechercheberichte und 120 000 Erteilungen. Mit mehr als 160 Millionen technischen Datensätzen unterhält das Amt die weltweit größte Patentdatenbank.

Treiber für die strategische Transformation des EPA

Die Lösung basiert auf einem erfolgreichen dreimonatigen Proof‑of‑Concept der Partner EPA und Mistral AI, bei dem ein OCR-Modell mit sorgfältig ausgewählten EPA-Daten trainiert wurde, um seine Leistungsfähigkeit für den spezifischen Anwendungsfall nachzuweisen. Anhand der in der Praxis gewonnenen Erfahrungen soll die Lösung weiter skaliert und verfeinert werden; zugleich sollen zusätzliche souveräne KI-Funktionen evaluiert werden, um Arbeitsabläufe im gesamten Patentsystem zu unterstützen.

Die Initiative steht im Einklang mit der KI-Strategie des Amts, die einen klaren Rahmen für die verantwortungsvolle Einführung neuer Technologien vorgibt. Sie leistet einen Beitrag zur Realisierung der im Strategieplan 2028 definierten Ziele und ebnet den Weg für vernetzte digitale Tools in einer resilienten Technologieumgebung, um den Anforderungen von PatentanmelderInnen und Patentspezialisten in ganz Europa gerecht zu werden.

Weitere Informationen

Medienkontakte Europäisches Patentamt

Roberta Romano-Götsch 
EPA-Sprecherin

EPA-Pressestelle
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Über das EPA

Mit 6 300 Beschäftigten  ist das Europäische Patentamt (EPA) eine der größten Behörden in Europa. Das EPA, das seinen Hauptsitz in München sowie Niederlassungen in Berlin, Brüssel, Den Haag und Wien hat, wurde mit dem Ziel gegründet, die Zusammenarbeit zwischen den Staaten Europas auf dem Gebiet des Patentwesens zu stärken. Dank des zentralisierten Verfahrens vor dem EPA können Erfinderinnen und Erfinder hochwertigen Patentschutz in bis zu 46 Staaten erlangen, die zusammen einen Markt von rund 700 Millionen Menschen umfassen. Das EPA ist ferner weltweit führend in den Bereichen Patentinformation und Patentrecherche.