Preisträger des Europäischen Erfinderpreises 2026 bekannt gegeben: Würdigung von Innovatoren, die Zukunft gestalten
- Das Europäische Patentamt (EPA) feiert Erfinder, deren Arbeit dazu beiträgt, globale Herausforderungen in Bereichen wie Gesundheit, Energie, Ernährung und digitale Technologien zu bewältigen
- Die Preise wurden heute im Rahmen der Verleihung des Europäischen Erfinderpreises 2026 in Berlin überreicht
- Zu den Gewinnern zählen Erfinder aus China, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Irland, Schweden und dem Vereinigten Königreich.
- Der deutsche Ingenieur Rainer Marquardt erhielt den Lebenswerk-Preis für die Entwicklung des Modular Multilevel Converter – eine bahnbrechende Erfindung, welche die moderne Stromübertragung revolutioniert hat
- Die Preisträger in den vier Kategorien sind Angeliki Triantafyllou (Industrie), Sir Adrian Hill (Forschung), Franck Zal (KMU), Yu Haijun und Xie Yinghao (Nicht-EPA-Länder)
- Der in öffentlicher Abstimmung ermittelte Publikumspreis geht an die chinesischen Erfinder Yu Haijun und Xie Yinghao
München, 2. Juli 2026 – Das Europäische Patentamt (EPA) hat heute im Rahmen eines Festakts in Berlin die Preisträger des Europäischen Erfinderpreises 2026 bekannt gegeben. Die Preisträger wurden für Erfindungen ausgezeichnet, die die Gesundheitsversorgung verbessern, die Energiewende sowie eine nachhaltige Lebensmittelproduktion vorantreiben und die Kreislaufwirtschaft fördern. Die Preisträger wurden von einer unabhängigen internationalen Jury ausgewählt.
Die Preisträger
Die diesjährigen Preisträger kommen aus den unterschiedlichsten Technologiefeldern und Ländern. Mit ihren Erfindungen gehen sie Herausforderungen an, die von der Malariaprävention über die Organtransplantationen bis hin zur Integration erneuerbarer Energien, dem Batterierecycling und der nachhaltigen Lebensmittelproduktion reichen.
Industrie
Die griechisch-schwedische Lebensmittelwissenschaftlerin Angeliki Triantafyllou erhielt die Auszeichnung für die Entwicklung eines patentierten enzymatischen Verfahrens, das den Geschmack, die Konsistenz und die Haltbarkeit von Haferdrinks verbessert hat. Ihre Innovation erhöhte die Löslichkeit der Proteine unter Beibehaltung ihrer Struktur und trug so dazu bei, Hafergetränke von einem Nischenprodukt zu einer weithin akzeptierten Alternative zu Milchprodukten zu machen. Erfahren Sie hier mehr.
Forschung
Der irisch-britische Wissenschaftler Sir Adrian Hill erhält die Auszeichnung für die Entwicklung des Malaria-Impfstoffs R21/Matrix-M. Der Impfstoff erzielte in klinischen Studien eine Schutzwirkung von 75–80 % und übertraf damit das Ziel der Weltgesundheitsorganisation für Malaria-Impfstoffe. Im Jahr 2023 wurde er von der WHO für den flächendeckenden Einsatz empfohlen. Erfahren Sie hier mehr.
Nicht-EPA-Länder
Die chinesischen Erfinder Yu Haijun und Xie Yinghao erhalten die Auszeichnung für die Entwicklung eines Batterierecyclingverfahrens, bei dem ausgediente Lithium-Ionen-Batterien in hochwertige Kathodenmaterialien umgewandelt werden. Ihre Technologie ermöglicht die Rückgewinnung kritischer Rohstoffe bei gleichzeitig erheblicher Senkung des Bedarfs an Chemikalien sowie der CO₂-Emissionen. Erfahren Sie hier mehr.
KMU
Der französische Biologe und Unternehmer Franck Zal erhält die Auszeichnung für die Entwicklung eines universellen Sauerstoffträgers, der aus dem Wattwurm gewonnen wird. Seine Technologie trägt durch die Versorgung von Organen und Geweben mit Sauerstoff während der Lagerung und des Transports zu deren Konservierung bei – sie wird bereits in der Transplantationsmedizin eingesetzt. Erfahren Sie hier mehr.
Lebenswerk
Professor Rainer Marquardt erhält den Lebenswerk-Preis für die Entwicklung des Modular Multilevel Converter (MMC). Dieser markierte einen Durchbruch in der Leistungselektronik, der zum weltweiten Standard für spannungsquellengesteuerte Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungssysteme wurde. Marquardts Erfindungen eröffneten den Hochleistungsbereich – bis in den Gigawatt-Bereich – für die elektronisch regelbare Energieflusssteuerung. Sie kommen heute in modernen Stromnetzen, bei der Integration von Offshore-Windenergie und bei der Gleichstrom-Fernübertragung zum Einsatz. Erfahren Sie hier mehr
Publikumspreis
Der diesjährige Publikumspreis, der durch eine Kombination aus öffentlicher Abstimmung und Juryentscheidung ermittelt wurde, geht an die chinesischen Erfinder Yu Haijun und Xie Yinghao für die Entwicklung eines Batterierecyclingverfahrens, bei dem ausgediente Lithium-Ionen-Batterien in hochwertige Kathodenmaterialien umgewandelt werden.
Sie hatten die meisten Stimmen erhalten und werden für eine Technologie ausgezeichnet, mit der kritische Rohstoffe zurückgewonnen und gleichzeitig der Chemikalienverbrauch sowie die CO₂-Emissionen deutlich reduziert werden.
Die diesjährige Preisverleihung fand in Berlin statt und wurde per Livestream weltweit übertragen – sie ist hier online abrufbar. Weitere Informationen zu den Auswirkungen der Erfindungen, der Technologien und die Geschichten der Erfinderinnen und Erfinder finden Sie hier.
Medienkontakte Europäisches Patentamt
Roberta Romano-Götsch
EPA-Sprecherin
EPA-Pressestelle
[email protected]
Tel.: +49 89 2399-1833
Über den europäischen Erfinderpreis
Der Europäische Erfinderpreis ist einer der renommiertesten Innovationspreise Europas. Er wurde 2006 vom EPA ins Leben gerufen und würdigt Einzelpersonen oder Teams, die mit ihren wegweisenden Erfindungen Antworten auf einige der größten Herausforderungen unserer Zeit geben. Die Mitglieder der Jury für den Europäischen Erfinderpreis sind allesamt ehemalige Finalistinnen und Finalisten. Bei der Bewertung der Vorschläge stützt sich die unabhängige Jury auf ihre Expertise in den Bereichen Technik, Geschäftswelt und geistiges Eigentum. Alle Erfinder/innen müssen ein europäisches Patent für ihre Erfindung erhalten haben. Hier erfahren sie mehr über die verschiedenen Kategorien, Preise, Auswahlkriterien und den Livestream der Preisverleihung am 2. Juli in Berlin.
Über das EPA
Mit 6 300 Beschäftigten ist das Europäische Patentamt (EPA) eine der größten Behörden in Europa. Das EPA, das seinen Hauptsitz in München sowie Niederlassungen in Berlin, Brüssel, Den Haag und Wien hat, wurde mit dem Ziel gegründet, die Zusammenarbeit zwischen den Staaten Europas auf dem Gebiet des Patentwesens zu stärken. Dank des zentralisierten Verfahrens vor dem EPA können Erfinderinnen und Erfinder hochwertigen Patentschutz in bis zu 46 Staaten erlangen, die zusammen einen Markt mehr als 715 Millionen Menschen umfassen. Das EPA ist ferner weltweit führend in den Bereichen Patentinformation und Patentrecherche.