Digitalisierung in der Landwirtschaft

Datengestützte Präzisionslandwirtschaft ist unter Umständen der entscheidende Faktor, der eine nachhaltige Lebensmittelsicherheit für eine wachsende Weltbevölkerung sicherstellt. Die Landwirtschaft umfasst viele unterschiedliche Bereiche, vom Nutzpflanzenanbau auf freiem Feld über den Anbau in Treibhäusern bis hin zur Viehwirtschaft. In all diesen Bereichen kann Innovation etwas bewirken und die digitale Landwirtschaft auf eine neue Stufe heben. 

In der Landwirtschaft hat seit jeher ein stetiger Wandel stattgefunden. An die Stelle körperlicher Arbeit und rein intuitiver und ausschließlich von Menschen getroffener Entscheidungen ist eine größere Mechanisierung getreten. In der jüngsten Phase dieses Wandels findet jetzt eine Digitalisierung statt. In der digitalen Landwirtschaft werden Informations- und Kommunikationstechnologien genutzt, z. B. Sensoren für die Datensammlung, mit Bilderkennungssoftware verknüpfte Kameras, GPS und Datenverarbeitungssysteme. Diese Technologien stellen gezielte Informationen und Dienstleistungen bereit, mit deren Hilfe die Landwirtschaft rentabler und nachhaltiger werden kann und gleichzeitig die Versorgung mit sicheren, nahrhaften und erschwinglichen Lebensmitteln sichergestellt wird.

Damit Präzisionslandwirtschaft möglich wird, müssen vor allem Daten zur Verfügung stehen.Nutzpflanzen werden nach Bedarf mit Nährstoffen, Dünger, Wasser und Pflanzenschutzmitteln versorgt, und Nutztiere werden entsprechend ihrem individuellen Nährstoffbedarf gefüttert, der anhand von Faktoren wie Rasse, Alter, Gewicht, Aktivität der Tiere und etwaiger gesundheitlicher Probleme ermittelt wird. Roboter ermöglichen ein gezieltes Abernten, und die Bedingungen in Treibhäusern können so gestaltet werden, dass die Ernte zum optimalen Zeitpunkt für die Vermarktung erfolgt. Die Landwirte können Temperatur, Feuchtigkeit und Licht steuern und so das Pflanzenwachstum beschleunigen oder verzögern, sodass sie genau dann ernten können, wenn sie die höchsten Preise für ihre Erzeugnisse erzielen können.

Bei der digitalen Landwirtschaft geht es vor allem darum, die Erzeugung zu optimieren, um die Lebensmittelsicherheit nachhaltig sicherzustellen. Zu diesem Zweck wird den Landwirten dabei geholfen, ihre Ressourcen effizienter einzusetzen.

Mithilfe der neuen Technologieplattform des EPA können Nutzerinnen und Nutzern aus Praxis und Politik die neuesten Technologien für die digitale Landwirtschaft entdecken und die laufende Digitalisierung in Echtzeit nachverfolgen. Die Plattform stützt sich auf die Expertise der Prüferinnen und Prüfer beim EPA und bietet einen detaillierten Überblick über diese Technologien. So können Sie:

  • Patente zu 47 relevanten Suchkonzepten für Technologien für die digitale Landwirtschaft finden
  • beschreibende Statistiken für jedes Konzept abrufen (z. B. Zahl der Patente pro Jahr, Ranglisten der Anmelder), feststellen, wo die Patente eingereicht wurden, und die von den 72 Suchkonzepten abgedeckten Technologien im Einzelnen nachverfolgen
  • die Abfragen in Espacenet zum Auffinden von Patenten zu einem bestimmten Konzept überprüfen und individuell anpassen (Suche z. B. stärker oder weniger stark eingrenzen)

Die Suchabfragen wurden gemeinsam von erfahrenen Patentprüfern und Analysten des Europäischen Patentamts (EPA) sowie 15 nationaler Patentämter (Bosnien und Herzegowina, Frankreich, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Monaco, Niederlande, Norwegen, Österreich, Portugal, Slowenien, Schweiz, Tschechien und Vereinigtes Königreich) entwickelt, die zusammen Forscherinnen und Innovatoren bei ihrer Arbeit unterstützen wollen.

Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen

Diese Plattform trägt zu den UN-Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDGs) 2, 11, 12, 13, 14 und 15 bei: 

UNSDG 2
UNSDG 11
UNSDG 12
UNSDG 13
UNSDG 14
SDG icon 15