European Patent Office

T 0182/89 (Umfang des Einspruch) du 14.12.1989

Identifiant européen de la jurisprudence
ECLI:EP:BA:1989:T018289.19891214
Date de la décision
14 décembre 1989
Numéro de l'affaire
T 0182/89
En ligne le
15 mars 1990
Requête en révision de
-
Numéro de la demande
81104321.5
Classe de la CIB
C08F 212/12
Langue de la procédure
Anglais
Distribution
Non distribuées (D)
Téléchargement
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Autres décisions pour cet affaire
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Résumés pour cette décision
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Titre de la demande
-
Nom du demandeur
Sumitomo
Nom de l'opposant
Bayer
Naamloze Vennootschap
Chambre
3.3.01
Sommaire

1.1. Zur Feststellung unzureichender Offenbarung obliegt dem Einsprechenden der Beweis, daß nach Abwägen der Wahrscheinlichkeit ein fachkundiger Leser des Patents anhand seines allgemeinen Fachwissens nicht in der Lage wäre, die Erfindung auszuführen. Eine bloße Erklärung, daß die einmalige Wiederholung eines von mehreren in einem Patent erhaltenen Beispielen "genau nach der Beschreibung" die im Patent beanspruchten Ergebnisse nicht erbracht habe, reicht zur Erfüllung der Beweispflicht grundsätzlich nicht aus (im Anschluß an die Entscheidungen T 292/85 (ABl. EPA 1989, 275) und 281/86 (ABl. 1989, 202)).

1.2. Den einschlägigen Vorschriften des EPÜ liegt die Absicht zugrunde, daß eine Einspruchsabteilung in der Regel gleichzeitig über alle Einspruchsgründe, die innerhalb der Einspruchsfrist (gemäß Regel 55 c) EPÜ) vorgebracht und gestützt worden sind, nicht aber über potentielle, in der Einspruchsschrift nicht enthaltene Einspruchsgründe zu entscheiden hat.

2. Enthält eine Einspruchsschrift Behauptungen, die nicht durch substantiierten Vortrag gemäß Regel 55 c) EPÜ gestützt sind, so sind diese Behauptungen grundsätzlich auf derselben Grundlage zu verwerfen, als wären sie unzulässig nach Regel 56 (1) EPÜ.

3. Artikel 114 (1) EPÜ ist grundsätzlich nicht so auszulegen, daß die Einspruchsabteilung oder eine Beschwerdekammer verpflichtet ist zu untersuchen, ob Einspruchsgründe, die von einem Einsprechenden nicht substantiiert vorgetragen wurden, begründet sind; vielmehr ist er dahingehend auszulegen, daß dem EPA die Möglichkeit gegeben ist, Einspruchsgründe in vollem Umfang zu überprüfen, die sowohl genannt als auch entsprechend Regel 55 c) EPÜ substantiiert vorgetragen wurden.

Mots-clés
Unzureichende Offenbarung behauptet, aber nicht gestützt
Umfang des Anspruchs angefochten, um mangelnde erfinderische Tätigkeit zu belegen
Widerruf des Patents wegen unzureichender Offenbarung
Unzureichende Offenbarung nicht nachgewiesen
Beweislast
Gestaltung des Einspruchsverfahrens entsprechend dem Umfang des Einspruchs
Exergue
-
Affaires citées
-

ENTSCHEIDUNGSFORMEL

Aus diesen Gründen wird entschieden:

1. Die Entscheidung der Einspruchsabteilung wird aufgehoben.

2. Die Sache wird zur Entscheidung über mangelnde erfinderische Tätigkeit an die Einspruchsabteilung zurückverwiesen.