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Klaus Feichtinger und Manfred Hackl (AT)

Finalisten für den Europäischen Erfinderpreis 2019

Klaus Feichtinger und Manfred Hackl (AT)

Kategorie: Industrie

Sektor: Grüne Technologie

Unternehmen: EREMA Group, Österreich

Patente: EP2766166, EP2689908, EP2766157, EP2766158, EP2766159

Erfindung: Verbessertes Kunststoffrecycling

Die Idee, mit der die beiden österreichischen Erfinder und Geschäftsführer das Recycling von Kunststoff sozusagen neu erfanden, begann als einfache Zeichnung. Dank ihrer patentierten "Counter-Current-Technologie" (zu deutsch: "Gegenstromtechnologie") kann heute eine viel größere Palette unterschiedlichster Kunststoffabfälle zu Regranulat verarbeitet werden. Daraus macht die Industrie wieder Kunststoffe, die von neuem Kunststoff nicht zu unterscheiden sind.

Kunststoffrecycling ist aufwendig und zeitintensiv. Die Trennung des Kunststoffs von anderen Abfällen kann ziemlich lange dauern. Um verwertbares Material zu gewinnen, ist für jede Art von Kunststoff ist ein eigenes Verfahren nötig. Feichtinger und Hackl haben eine neue Technologie entwickelt, mit deren Hilfe Kunststoffe effizient sortiert und getrennt werden können. Das bedeutet weniger Müll und mehr aufbereitetes Material für die Produktion. Ihre Recyclingmaschinen können so groß sein wie Busse. Darin werden die Kunststoffabfälle bewegt, sortiert und gefiltert. Heraus kommt schließlich ein qualitativ hochwertiges Regranulat, das zur Herstellung neuer Produkte verwendet wird.

Eine Schlüsselrolle kommt dabei der innovativen "Counter-Current-Technologie" von Feichtinger und Hackl zu.  Bei diesem Verfahren wird das Abfallmaterial in einen Extruder eingespeist und entgegengesetzt zur Bewegungsrichtung der Extruderschnecke bewegt. Man kann sich das so vorstellen, als wenn man einem Fluss Wasser entnimmt, indem man einen Becher entgegen der Fließrichtung ins Wasser hält. Auf diese Weise kann das Material schneller verarbeitet werden als dies früher möglich war, und es geht auch mit weniger hohen Temperaturen. Diese Technologie, die aus einer Idee geboren wurde, die Feichtinger zunächst nur auf die Schnelle aufskizziert hatte, ist ein wesentliches Element der Recyclingmaschinen der beiden Erfinder. Sie ist durch mehrere europäische Patente geschützt.

Der Wert des weltweiten Markts für Kunststoffrecycling wurde 2017 auf fast 32 Mrd. EUR beziffert. Bis 2024 wird ein jährliches Wachstum von ca. 6,5 % auf einen Gesamtwert von nahezu 50 Mrd. EUR erwartet. Diese Expansion ist eine Folge dessen, dass uns zunehmend bewusst wird, welch verheerende Auswirkungen Plastik auf die Umwelt hat. Diese Erkenntnis geht einher mit immer mehr gesetzlichen Vorschriften zur Förderung der Wiederverwertung. In der EU beispielsweise müssen bis 2030 sämtliche Plastikverpackungen, die hier auf den Markt gelangen, recycelbar sein. So soll der Bedarf an neuem Kunststoff drastisch reduziert werden. Aufgrund dieser Entwicklungen investieren Getränkehersteller und andere Branchen in effiziente Recycling-Technologien wie die von Feichtinger und Hackl.

Feichtinger und Hackl kommen beide aus der österreichischen Stadt Linz. Sie fingen 1993 bzw. 1995 bei EREMA an, wo sie bis heute aktiv sind. Das Unternehmen mit Sitz in Ansfelden wurde 1983 gegründet und ist heute Weltmarktführer bei Kunststoffrecyclingmaschinen. Ihre Maschinen sind in 108 Ländern im Einsatz. Feichtinger und Hackl haben es sich zur Aufgabe gemacht, Unternehmen dabei zu unterstützen, Verfahren einzusetzen, die zur Kreislaufwirtschaft beitragen. Sie möchten, dass Kunststoffrecycling in Zukunft genauso einfach und verbreitet ist wie das Recycling von Papier oder Glas. Unser Umgang mit diesem allgegenwärtigen Material und dessen Wiederverwertung wird sich damit grundlegend ändern.

  • Manfred Hackl (links) and Klaus Feichtinger

    Manfred Hackl (links) and Klaus Feichtinger

  • Aus Kunststoffabfällen hergestellte hochwertige Pellets

    Aus Kunststoffabfällen hergestellte hochwertige Pellets

  • Verbessertes Kunststoffrecycling

    Verbessertes Kunststoffrecycling

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