Europäischer Erfinderpreis

Spitzenleistungen der Gorlov-Turbine

Wäre die Menschheit technisch bereits in der Lage, all die Potentiale zu nutzen und in Strom zu verwandeln, die unser Planet bereithält, gäbe es elektrische Energie im Überfluss. Schon allein die Kräfte, die aus der Anziehung zwischen dem Mond und den Weltmeeren entstehen, reichen theoretisch mehrfach aus, den globalen Gesamtjahresbedarf zu decken.

Die Kraft des Wassers fasziniert Alexander Gorlov seit er in den 1960er Jahren als sowjetischer Berater am Bau des Assuan-Staudammes beteiligt war. Auch als er 1975 in die USA emigrierte, ließ ihn diese Faszination nicht los. Der Ingenieur forschte und entwickelte und erhielt 1995 ein Patent auf einer nach ihm benannten spiralförmigen Turbine, die in Kürze dazu beitragen könnte, einen guten Teil der Energie des Tidenhubs nutzbar zu machen. Dank ihres (technischen) Designs kann diese Turbine nicht nur in Gezeitenkraftwerken, sondern auch in Flüssen und zur Nutzung von Windkraft eingesetzt werden. Dafür wurde ihr Erfinder und Namenspatron nun für den European Inventor Award 2011 nominiert, der am 19. Mai in Budapest verliehen wird.

Hohe Energieausbeute

Gorlovs Turbine, eine Weiterentwicklung des Darrieus-Rotors von 1931, macht bis zu 35 % der Flussenergie von Wasser nutzbar, und das bereits ab einer Fließgeschwindigkeit von 1,5 Metern pro Sekunde und einem Meter Wassertiefe. Zum Vergleich: Die effektivsten Modelle brachten es bisher auf etwas über 20 % Energieausbeute. Dabei ist seine Spiralturbine unabhängig von Dämmen, sie kann einfach an den geeigneten Stellen unter Wasser platziert werden.

Das Geheimnis ihrer hohen Effizienz hat im Wesentlichen zwei Ursachen: Zum einen stellt Gorlov die Achse rechtwinklig zur Strömung und zieht die Rotorblätter spiralförmig darum herum. Zum anderen ist das Profil der Schaufeln ähnlich wie das Flügelprofil eines modernen Verkehrsflugzeuges geformt, was bewirkt, dass sich der Rotor immer in die selbe Richtung dreht. In Kombination sorgen beide Eigenschaften dafür, dass Wind oder Wasser zu jedem Zeitpunkt einen optimalen Angriffspunkt finden und das Gerät sich etwa doppelt so schnell dreht wie die Strömung im es umgebenden Medium.

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