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EPA_Kunstführer_MUC_2015

> D > D 5 AKTUELLE KUNST AM HAUPTSITZ DES EUROPÄISCHEN PATENTAMTS, BOB-VAN-BENTHEM-PLATZ 1 Mit der Neupräsentation bedeutender Positionen der Kunstsammlung am Münchner Hauptsitz des Europäischen Patentamtes wurde 2013 beabsichtigt, die historisch gewachsene Sammlung zu würdigen und zugleich zu zeigen, wie lebendig sich jüngere Neu- erwerbungen mit Werken aus dem Bestand zu einem spannenden Panoptikum verbinden. Planungs- technisch steht die Neuhängung in direktem Zusam- menhang mit der Sanierung des Gebäudes, die den ursprünglichen Charakter des in den 1970 er Jahren er- richteten Stahlskelettbaus des internationalen Archi- tekturbüros von Gerkan, Marg und Partner wahren sollte und zugleich neuesten Anforderungen und Auf- lagen an die aktuelle Nutzung Rechnung trägt. Die denkmalgerechte Renovierung des städtebaulich mar- kanten Gebäudes in der Isarvorstadt gab auch für die künstlerische Ausstattung den Ton vor: Einerseits wurden die ursprünglich für das Gebäude entwickelten und mittlerweile in die Jahre gekommenen Auftrags- arbeiten im Innen- und Außenbereich restauriert. Andererseits wurde eigens ein Ausstattungskonzept für die Innenarchitektur entwickelt, das auf die beson- deren räumlichen Voraussetzungen des Bürogebäu- des sowie auf die Nutzungspraxis der Mitarbeiter ein- geht. Dieses Ausstattungskonzept der Innenräume vorzustellen, ist Thema des vorliegenden Kunstführers. Zentraler Aspekt der Überlegungen war es zunächst, die architektonische Gliederung in zehn Etagen auf- zugreifen und zum Ausgangspunkt des kuratorischen Konzepts werden zu lassen. Besonderes Augenmerk wurde darauf gelegt, die im weitläufigen Kernbereich gegenüber den Aufzügen liegenden über sieben Meter breiten Wände jeweils so zu gestalten, dass sich die Etagen für den Aufzugs-, aber auch für den Roll- treppenbenutzer schnell wiedererkennen lassen. Gelöst wurde die Aufgabe, indem auf jeder Etage deut- lich unterscheidbare Positionen konzeptueller Male- rei gezeigt werden, die dem jeweiligen Kernbereich ein eigenes Gepräge geben und dem Mitarbeiter sofort anzeigen, wo er sich befindet. Mit Ausnahme der Eta- gen, in denen sich Kunstwerke aus der Gründungs- phase des Amts befinden, die durch ihre Präsenz zwi- schen den neu gehängten Werken die Anfänge des Kunstsammelns im EPA würdigen, wurde den Künst- lern die Möglichkeit gegeben, jeweils eine ganze Etage zu „bespielen“. Im Ergebnis werden nun 71 Werke von 27 Künstlern aus 16 Nationen im Innenbereich präsentiert. In der Neupräsentation werden die restaurierten Auftrags- arbeiten von 1980 neben neu arrangierten Werken aus dem Bestand der Sammlung gezeigt und um Neu- erwerbungen ergänzt. So kommt es, dass frisch res- taurierte Klassiker des 20. Jahrhunderts wie Bridget Riley, Bernhard Luginbühl, Jean Tinguely, Panama­ renko, Fausto Melotti, Victor Vasarely oder Jesús Rafael Soto neben bereits etablierten Namen der mittleren Generation wie Heimo Zobernig, Yves Oppenheim, Jeremy Moon, Attila Csörgő, Malene Landgreen und Ann Edholm stehen, die wiederum jüngeren Positio- nen wie Philippe Decrauzat (* 1974), Stéphane Dafflon (* 1972), Jarosław Fliciński (* 1965), Nicolas Chardon (* 1974), Daniel Pflumm (* 1968) oder Esther Stocker (* 1974) Platz einräumen. Der aufmerksame Betrachter kann auf diese Weise drei Generationen von Künst- lern in einem Gebäude erleben, das drei Jahrzehnte des Kunstsammelns im EPA exemplarisch abbildet. Inhaltlich lässt sich an der Neuhängung erkennen, dass die Klassiker der Sammlung mit ihrem Schwer- punkt auf einer Auseinandersetzung mit optischen Prinzipien, Maschinenästhetik, Lichtkinetik und Tech- nologiefaszination auch heute noch jüngeren Gene- rationen von Künstlern immer wieder Inspiration und Impulse für eine weitere Auseinandersetzung mit diesen Themen geben. Kybernetische Künstler, die für das EPA lichtkinetische Werke von einzigartiger Dimension geschaffen haben (Nicolas Schöffer, Rolf Lieberknecht), stehen neben Vertretern des Nouveau Réalisme, der recycelte Geschöpfe humorvoll-augen- zwinkernder Maschinenkunst hervorbringt (Bernhard Luginbühl, Jean Tinguely, Eduardo Paolozzi). Andere setzen sich mit Fragen der Wahrnehmung auseinander, wie die Op-Art-Ikonen Bridget Riley, Victor Vasarely und Jesús Rafael Soto, deren Wahrnehmungskonzep- te wiederum von jüngeren Künstlern (Philippe Decrauzat, Esther Stocker, Jarosław Fliciński, Nicolas Chardon) aufgegriffen und auf innovative Weise weiterentwickelt werden. Konzeptuelle Einzelgänger

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