European Patent Office

T 0439/17 of 07.05.2019

European Case Law Identifier
ECLI:EP:BA:2019:T043917.20190507
Date of decision
7 May 2019
Case number
T 0439/17
Petition for review of
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Application number
00112228.2
Language of proceedings
German
Distribution
Distributed to board chairmen (C)
OJ versions
No OJ links found
Other decisions for this case
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Abstracts for this decision
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Application title
Keramik-Metall-Substrat, insbesondere Mehrfachsubstrat
Applicant name
Rogers Germany GmbH
Opponent name
Heraeus Deutschland GmbH & Co. KG
KCC Corporation
Board
3.4.03
Headnote
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Keywords
Beitritt während des Einspruchsverfahrens - unzulässig
Beweissicherungsverfahren nach § 485 (2) ZPO - keine Klage wegen Verletzung
Catchword
1. Die Entscheidung T 1713/11 definiert eine Klage wegen Verletzung für die Zwecke des Artikels 105 EPÜ als "ein Verfahren zur Feststellung, ob ein Dritter in einem Bereich, der dem Ausschlussrecht des Patentinhabers unterliegt, wirtschaftlich tätig ist". Nach Meinung der Kammer bedeutet dies, dass das Entscheidungsorgan, üblicherweise ein Gericht, aufgefordert wird, "[eine Verletzung] festzustellen", als abschließendes Rechtsergebnis dieses Verfahrens. Die Tatsache, dass die Patentinhaberin oder eine andere Partei das fragliche Verfahren ganz offensichtlich mit dem Ziel eingeleitet hat, dem Patentinhaber die Feststellung einer Verletzung (als Tatbestand) zu ermöglichen, ist für das Vorliegen einer "Klage" im Sinne von Artikel 105 EPÜ irrelevant.
(Nr. 6 der Gründe)
2. Die Zulässigkeit des Beitritts muss zum Zeitpunkt des Beitritts gegeben sein und kann nicht später rückwirkend (ex tunc) hergestellt werden.
(Nr. 13 der Gründe)
3. Die Kammer stellt fest, dass ein Beweissicherungsverfahren nach § 485 Abs. 2 ZPO und die anschließende Verletzungsklage im Hinblick auf die Anwendung von Artikel 105 (1)(a) EPÜ als zwei getrennte Verfahren zu betrachten sind.
(Nr. 15 der Gründe)

Entscheidungsformel

Aus diesen Gründen wird entschieden:

Die Beschwerde wird zurückgewiesen.