European Patent Office

T 0923/08 of 02.08.2011

European Case Law Identifier
ECLI:EP:BA:2011:T092308.20110802
Date of decision
2 August 2011
Case number
T 0923/08
Petition for review of
-
Application number
06019756.3
IPC class
A61F 2/46
Language of proceedings
German
Distribution
Distributed to board chairmen and members (B)
OJ versions
No OJ links found
Other decisions for this case
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Abstracts for this decision
-
Application title
Verfahren und Vorrichtung zur Bestimmung der Veränderung eines Objektes
Applicant name
BrainLAB AG
Opponent name
-
Board
3.2.08
Headnote

Setzt ein Verfahren, das zum Erfassen von Messwerten am menschlichen oder tierischen Körper vorgesehen ist, zwingend einen chirurgischen Schritt zur Befestigung eines für die Verfahrensdurchführung unverzichtbaren Messelements am menschlichen oder tierischen Körper voraus, ist dieser Schritt als wesentliches Merkmal des Verfahrens anzusehen, das von einem solchen Verfahren umfasst wird, selbst wenn im Anspruch kein Verfahrens merkmal ausdrücklich auf diesen Schritt gerichtet ist. Ein solches Verfahren ist gemäß Artikel 53 (c) EPU von der Patentierbarkeit ausgenommen.

Das Ausklammern eines solchen chirurgischen Schritts, sei es durch eine Formulierung, wonach das chirurgisch befestigte Messelement bereits vor dem Beginn des Verfahrens am Körper angebracht war oder durch einen Disclaimer verletzt Artikel 84 EPU (1973), weil ein solcher Verfahrensanspruch dann nicht alle wesentlichen Merkmale der beanspruchten Erfindung enthält.

Keywords
Chirurgisches Behandlungsverfahren - Hauptantrag (ja)
Erfinderische Tätigkeit - Hilfsantrag (ja)
Vorlage an die große Beschwerdekammer (nein)
Catchword
-

ENTSCHEIDUNGSFORMEL

Aus diesen Gründen wird entschieden:

1. Die angefochtene Entscheidung wird aufgehoben.

2. Die Sache wird an die erste Instanz zurückverwiesen mit der Maßgabe ein Patent zu erteilen auf folgender Grundlage:

Patentanspruch und Beschreibung Seiten 1a, 1b, 1c, 2 bis 7 gemäß dem in der mündlichen Verhandlung überreichten Hilfsantrag, Zeichnungen Figuren 1 bis 3 wie veröffentlicht.

3. Der Antrag auf Vorlage an die Große Beschwerdekammer wird zurückgewiesen.