T 1558/21 vom 10.05.2023
- Europäischer Rechtsprechungsidentifikator
- ECLI:EP:BA:2023:T155821.20230510
- Datum der Entscheidung
- 10. Mai 2023
- Aktenzeichen
- T 1558/21
- Antrag auf Überprüfung von
- -
- Anmeldenummer
- 15401040.9
- IPC-Klasse
- A01B 79/00A01B 69/00
- Verfahrenssprache
- Deutsch
- Verteilung
- An die Kammervorsitzenden verteilt (C)
- Download
- Entscheidung auf Deutsch
- Amtsblattfassungen
- Keine AB-Links gefunden
- Weitere Entscheidungen für diese Akte
- -
- Zusammenfassungen für diese Entscheidung
- Zusammenfassung von EPC2000 R 139Zusammenfassung von EPC2000 Art 113
- Bezeichnung der Anmeldung
- LANDWIRTSCHAFTLICHE ARBEITSMASCHINE
- Name des Antragstellers
- Amazonen-Werke H. Dreyer SE & Co. KG
- Name des Einsprechenden
- AGCO Limited
- Kammer
- 3.2.04
- Leitsatz
- -
- Relevante Rechtsnormen
- European Patent Convention Art 113European Patent Convention R 103(1)(a)European Patent Convention R 139European Patent Convention R 140
- Schlagwörter
- Rückzahlung der Beschwerdegebühr - wesentlicher Verfahrensmangel (ja)
Wesentlicher Verfahrensmangel - Antrag nicht beschieden oder falschen Antrag beschieden
Berichtigung von Mängeln - sofort erkennbar dass nichts anderes beabsichtigt sein konnte (nein)
Berichtigung von Fehlern in Entscheidungen - nein
Berichtigung von Fehlern in Unterlagen - nein - Orientierungssatz
- 1. Entspricht der Antrag, der der Entscheidung der Einspruchsabteilung zugrunde liegt, zum Zeitpunkt der Entscheidung nicht dem Willen einer Partei, so ist diese Partei beschwert und ihre Beschwerde gegen die Entscheidung zulässig (Punkt 1.1 der Entscheidungsgründe).
2. Die Kammer sieht es als erwiesen an, dass die Entscheidung der Einspruchsabteilung nicht auf der beabsichtigten Fassung des Hilfsantrags beruht, die in der mündlichen Verhandlung erörtert wurde. Im vorliegenden Fall hat die Einspruchsabteilung entweder über den falschen Antrag entschieden, der nicht dem Tenor der Entscheidung entspricht, oder aber über einen Antrag, zu dem die Parteien nicht gehört wurden. Beides stellt einen schwerwiegenden Verfahrensmangel dar, und daher ist die Entscheidung aufzuheben (Punkte 3.4 - 3.6 der Entscheidungsgründe).
3. Ein Fehler in einem während der mündlichen Verhandlung eingereichten Anspruchssatz, der Teil einer in der mündlichen Verhandlung verkündeten Entscheidung geworden ist, ist weder einer späteren Korrektur über Regel 140 EPÜ zugänglich, noch über Regel 139 EPÜ, sofern es ihm an der Offensichtlichkeit mangelt (Punkte 5.1 - 5.5 der Entscheidungsgründe). - Zitierende Akten
- -
Entscheidungsformel
Aus diesen Gründen wird entschieden:
1. Die angefochtene Entscheidung wird aufgehoben.
2. Die Sache wird an die Einspruchsabteilung zurückverwiesen mit der Anordnung, das Patent in geänderter Fassung mit folgenden Unterlagen aufrecht zu erhalten:
Beschreibung
Absätze 1, 5 eingereicht in der mündlichen Verhandlung vor der Einspruchsabteilung
Absätze 2 - 4, 6 - 42 der Patentschrift
Ansprüche
Nr. 1 - 14 eingereicht mit Beschwerdebegründung
Zeichnungen
Figuren 1, 2, 3a - 3e, 4a, 4b der Patentschrift
3. Die Rückzahlung der Beschwerdegebühr wird angeordnet.