European Patent Office

T 0009/00 (Einspruch/HENKEL) of 18.12.2001

European Case Law Identifier
ECLI:EP:BA:2001:T000900.20011218
Date of decision
18 December 2001
Case number
T 0009/00
Petition for review of
-
Application number
94906172.5
IPC class
A61K 7/42
Language of proceedings
German
Distribution
Published in the EPO's Official Journal (A)
Other decisions for this case
-
Abstracts for this decision
-
Application title
Wasserfeste kosmetische oder dermatologische Lichtschutzzubereitungen
Applicant name
Beiersdorf Aktiengesellschaft
Opponent name
(01) Henkel Kommanditgesellschaft auf Aktien
(02) L'OREAL
(03) Stada-Arzneimittel Aktiengesellschaft
(04) Cognis Deutschland GmbH vormals Henkel KGaA
Board
3.3.02
Headnote

Legt eine (juristische) Person durch zwei verschiedene Schriftsätze Einspruch gegen ein erteiltes Patent ein, so erlangt sie nur einmal die Rechtsstellung als Einspruchspartei, auch wenn beide Schriftsätze die Voraussetzungen der Artikel 99 (1) und der Regel 55 EPÜ erfüllen (siehe Gründe 2.cc)).

Begründet der zuletzt gestellte Einspruch dieser Person keine Änderung des rechtlichen Rahmens im Einspruchsverfahren gegenüber dem zuerst gestellten Einspruch, so ist der später gestellte Einspruch mangels allgemeinen Rechtsschutzbedürfnisses unzulässig.

Ein allgemeines Rechtsschutzbedürfnis kann für den zuletzt gestellten Einspruch nicht daraus abgeleitet werden, daß er einem anderen Geschäftsbereich zugeordnet wird als der zuerst eingelegte Einspruch und nur dieser Geschäftsbereich an einen Dritten übertragen wird.

Ist der Gegenstand eines Einspruchs zwei verschiedenen Geschäftsbereichen des Unternehmens der Einsprechenden zugeordnet, wie im vorliegenden Fall, kann die Parteistellung der Einsprechenden nur durch Übertragung beider Geschäftsbereiche oder des gesamten Unternehmens auf einen Dritten übergehen.

Keywords
Beschwerdeberechtigung, doppelte Einspruchseinlegung durch dieselbe Person, Übertragung der Stellung der Einsprechenden
Catchword
-

ENTSCHEIDUNGSFORMEL

Aus diesen Gründen wird entschieden:

1. Die angefochtene Entscheidung wird aufgehoben.

2. Die Beschwerde der Beschwerdeführerin 01 gilt als nicht eingelegt.

3. Der von der Beschwerdeführerin 02 geltend gemachte Einspruch 04 wird als unzulässig verworfen.

4. Der Antrag, die Übertragung des Einspruchs vom 16. März 1999 von der Henkel KGaA auf die Cognis Deutschland GmbH zu beschließen, wird zurückgewiesen.