European Patent Office

T 0750/94 (Beweis einer Vorveröffentlichung) of 01.04.1997

European Case Law Identifier
ECLI:EP:BA:1997:T075094.19970401
Date of decision
1 April 1997
Case number
T 0750/94
Petition for review of
-
Application number
88309251.2
IPC class
H01L 29/80
Language of proceedings
English
Distribution
Published in the EPO's Official Journal (A)
Other decisions for this case
-
Abstracts for this decision
-
Application title
Enrichissement de la charge d'interface dans une hétérostructure à dopage delta
Applicant name
AT&T Corp.
Opponent name
-
Board
3.4.01
Headnote

1. Je schwerwiegender eine Tatfrage ist, die das EPA untersucht und nach Abwägen der Wahrscheinlichkeit entscheidet, um so stichhaltiger muß das zugrundeliegende Beweismaterial sein. Führt die Entscheidung über diese Frage möglicherweise zur Zurückweisung einer europäischen Anmeldung oder zum Widerruf eines europäischen Patents - z. B. wegen einer angeblichen Vorveröffentlichung oder Vorbenutzung -, so ist das vorliegende Beweismaterial sehr kritisch und genau zu prüfen. Eine europäische Patentanmeldung sollte nur zurückgewiesen und ein europäisches Patent nur widerrufen werden, wenn die Zurückweisungs- bzw. Widerrufsgründe (d. h. die rechtlichen und faktischen Gründe) voll und ganz bewiesen sind.

2. Nach dem Grundsatz der "freien Beweiswürdigung" (s. Entscheidung T 482/89, ABl. EPA 1992, 646) muß jedes für die Streitfrage relevante Beweismittel nach seiner Beweiskraft gewichtet werden, damit zuverlässig festgestellt werden kann, was sich wahrscheinlich ereignet hat. Einem nicht unterschriebenen Vermerk einer unbekannten, namentlich nicht genannten Person sollte grundsätzlich nur eine sehr geringe Beweiskraft beigemessen werden.

Keywords
Nomineller Erscheinungstag einer Zeitschrift - auf Anfrage beim Herausgeber zugänglich (nicht bewiesen)
Postversand an Abonnenten - bei mindestens einem Abonnenten vor dem Anmeldetag eingegangen (nicht bewiesen) - der Öffentlichkeit zugänglich gemacht (nicht bewiesen)
Catchword
-

ENTSCHEIDUNGSFORMEL

Aus diesen Gründen wird entschieden:

1. Die Entscheidung der Prüfungsabteilung wird aufgehoben.

2. Die Angelegenheit wird zur weiteren Entscheidung an die erste Instanz zurückverwiesen.