Beruht der technische Charakter eines auf eine computerimplementierte Erfindung oder eine Geschäftsmethode gerichteten Anspruchs auf einem so allgemein bekannten technischen Aspekt, dass auf einen schriftlichen Nachweis des relevanten Stands der Technik verzichtet werden kann, weil niemand ernsthaft bestreiten könnte, dass es sich um einen konventionellen Sachverhalt handelt, so ergeht ein Recherchenbericht nach Regel 61 entweder mit nur einem oder ganz ohne Dokument:
In Fällen, in denen kein weiterer potenzieller technischer Beitrag geleistet wird, der über den Gedanken hinausgeht, die Informationstechnologie für die Ausführung und/oder Automatisierung nichttechnischer Aufgaben einzusetzen, etwa um bessere Geschäftsergebnisse zu erzielen, ist die Recherche vollständig, wenn anhand eines Dokuments nachgewiesen wird, dass der zugrunde liegende Gedanke, allgemein bekannte IT-Mittel zur Ausführung einer nichttechnischen Tätigkeit einzusetzen, am Anmelde- oder Prioritätstag bekannt war. Dieses Dokument sollte durch den Buchstaben "L" gekennzeichnet werden. In den Recherchenbericht sollte eine Anmerkung aufgenommen werden.
Da ein nichttechnischer Gegenstand nicht recherchiert wird und es zudem allgemein anerkannt ist, dass allgemeines Fachwissen nicht schriftlich belegt werden muss (siehe G-VII, 2), ist es nicht erforderlich, im Recherchenbericht ein Dokument als Nachweis dafür anzuführen, dass solche technischen Aspekte des Anspruchsgegenstands im maßgeblichen Zeitpunkt zum Stand der Technik gehörten. Der Recherchenbericht enthält eine entsprechende Erklärung (siehe ABl. EPA 2007, 592).