European Patent Office

R 0007/22 (Antrag auf Überprüfung) vom 18.02.2025

Europäischer Rechtsprechungsidentifikator
ECLI:EP:BA:2025:R000722.20250218
Datum der Entscheidung
18. Februar 2025
Aktenzeichen
R 0007/22
Antrag auf Überprüfung von
T 0779/18 2021-11-23
Anmeldenummer
13727040.1
Verfahrenssprache
Deutsch
Verteilung
Nicht verteilt (D)
Amtsblattfassungen
Keine AB-Links gefunden
Weitere Entscheidungen für diese Akte
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Zusammenfassungen für diese Entscheidung
Zusammenfassung von Article 112a(2)(c) EPC
Bezeichnung der Anmeldung
KOMBINATIONSTHERAPEUTIKUM FÜR DIE BEHANDLUNG VON RHINITIS
Name des Antragstellers
Maria Clementine Martin Klosterfrau Vertriebsgesellschaft mbH
Name des Einsprechenden
Teva GmbH
Wittkopp, Alexander
ZAKLADY FARMACEUTYCZNE POLPHARMA S.A.
Bülle Dr., Jan
Kammer
-
Leitsatz
-
Relevante Rechtsnormen
EPC Art. 112a(2)(c)EPC Art. 112a(2)(d)EPC Art. 113(1)EPC R. 102(g)EPC R. 106
Schlagwörter
Videokonferenz grundsätzlich mit Recht auf rechtliches Gehör vereinbar (ja, wie in G 1/21 und R 12/22)
Verletzung des rechtlichen Gehörs durch geltend gemachte Begründungsmängel (nein)
Orientierungssatz
Der Orientierungssatz von R 10/20 wird bestätigt und wie folgt ergänzt:
[Teilweise Wiederholung dieses Orientierungssatzes:]
Es wird vermutet, dass eine Kammer das Vorbringen eines Beteiligten in der Sache berücksichtigt hat, welches sie in den Entscheidungsgründen nicht behandelt hat. Denn dann ist anzunehmen, dass es aus ihrer Sicht nicht relevant war. Diese Vermutung kann widerlegt sein, wenn Anzeichen für eine Nicht- Berücksichtigung vorliegen, z.B. wenn eine Kammer in den Entscheidungsgründen das Vorbringen eines Beteiligten nicht behandelt, welches objektiv betrachtet entscheidend für den Ausgang des Falles ist, oder derartiges Vorbringen von der Hand weist, ohne es zuvor auf seine Richtigkeit zu überprüfen.
Der Charakter eines Vorbringens als objektiv betrachtet entscheidend für den Ausgang des Falles muss sich aufdrängen. Das folgt daraus, dass das Überprüfungsverfahren nach Artikel 112a EPÜ grundsätzlich nicht der Überprüfung des materiellen Rechts dient, weswegen Ausnahmen von diesem Grundsatz nur unter strengen Voraussetzungen zuzulassen sind.]
[Ergänzung:]
Daraus folgt auch, dass die Person, der sich das Vorbringen als objektiv entscheidend aufdrängen muss, der Durchschnittsleser und nicht der Fachmann ist (Entscheidungsgründe, Nr. II.2.2.2e).
Zitierende Akten
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Entscheidungsformel

Aus diesen Gründen wird entschieden:

Der Antrag auf Überprüfung wird einstimmig teilweise als offensichtlich unzulässig und im Übrigen als offensichtlich unbegründet verworfen.