European Patent Office

T 0278/00 (Naphthyl-Verbindungen/ELI LILLY) of 11.02.2003

European Case Law Identifier
ECLI:EP:BA:2003:T027800.20030211
Date of decision
11 February 2003
Case number
T 0278/00
Petition for review of
-
Application number
96301542.5
IPC class
C07D 211/14
Language of proceedings
English
Distribution
Published in the EPO's Official Journal (A)
Other decisions for this case
-
Abstracts for this decision
-
Application title
Naphthyl pharmaceutical compounds
Applicant name
ELI LILLY AND COMPANY
Opponent name
-
Board
3.3.01
Headnote

I. Die Begründung einer angefochtenen Entscheidung ist in der vorliegenden Fassung zu betrachten. Die Erfordernisse der Regel 68 (2) EPÜ können nicht so ausgelegt werden, daß im Falle einer unverständlichen und damit unzureichenden Entscheidungsbegründung die Kammer oder die Beschwerdeführerin Vermutungen anzustellen hat, was damit gemeint sein könnte.

II. Die Kammer muß anhand der Begründung der angefochtenen Entscheidung beurteilen können, ob die Schlußfolgerung der ersten Instanz gerechtfertigt war oder nicht. Dieses Erfordernis ist nicht erfüllt, wenn für die Kammer nicht ersichtlich ist, welche der verschiedenen widersprüchlichen Feststellungen, die in der angefochtenen Entscheidung getroffen wurden und diese begründen, richtig oder falsch ist.

III. Eine beschwerdefähige Entscheidung des Europäischen Patentamts, die sich auf eine derart unzulängliche Begründung stützt, ist nicht "begründet" im Sinne der Regel 68 (2) EPÜ, so daß ein wesentlicher Verfahrensmangel vorliegt.

Keywords
Im Sinne der Regel 68 (2) EPÜ begründete Entscheidung (verneint) - unverständliche Feststellungen - fehlende Angabe des Stands der Technik bei der Beurteilung der erfinderischen Tätigkeit - Bezugnahme auf die mündliche Verhandlung in einem parallelen Fall
wesentlicher Verfahrensmangel (bejaht) - Rückzahlung der Beschwerdegebühr
Catchword
-

ENTSCHEIDUNGSFORMEL

Aus diesen Gründen wird entschieden:

1. Die angefochtene Entscheidung wird aufgehoben.

2. Die Sache wird zur weiteren Entscheidung an die erste Instanz zurückverwiesen.

3. Die Rückzahlung der Beschwerdegebühr wird angeordnet.