European Patent Office

T 0097/94 (Zeitplan für das Verfahren) vom 15.07.1997

Europäischer Rechtsprechungsidentifikator
ECLI:EP:BA:1997:T009794.19970715
Datum der Entscheidung
15. Juli 1997
Aktenzeichen
T 0097/94
Antrag auf Überprüfung von
-
Anmeldenummer
86402042.5
IPC-Klasse
C08G 18/08
Verfahrenssprache
Französisch
Verteilung
Im Amtsblatt des EPA veröffentlicht (A)
Amtsblattfassungen
Weitere Entscheidungen für diese Akte
-
Zusammenfassungen für diese Entscheidung
-
Bezeichnung der Anmeldung
Perfectionnements pour polyurethanes à deux composants
Name des Antragstellers
CECA S.A.
Name des Einsprechenden
Bayer AG
Grace GmbH zern
Kammer
3.3.03
Leitsatz

1. Gemäß der Entscheidung G 6/95 ist die Anwendung der Regel 71a (1) EPÜ durch die Beschwerdekammern zwar insofern fakultativ, als die Vorbereitung der mündlichen Verhandlung ganz in das Ermessen der Kammern gestellt ist; für die Beteiligten hingegen ist sie verbindlich. Wenn also eine Beschwerdekammer an die Beteiligten eine Mitteilung nach Regel 71a (1) EPÜ ergehen läßt, so haben diese ihren Inhalt zu beachten, insbesondere was die Erwiderungsfrist betrifft (Nr. 3.5.1).

2. Wird in einem späten Verfahrensstadium der Vertreter gewechselt, ohne daß hierfür höhere Gewalt ursächlich ist, so hat der neue Vertreter das Verfahren ab dem Stadium fortzuführen, das es im Zeitpunkt der Übernahme von seinem Vorgänger erreicht hatte. Ein Beteiligter, in diesem Fall eine Beschwerdegegnerin/Einsprechende, darf diesen Wechsel keinesfalls zum Anlaß nehmen, eine neue, auf eine Zeugenvernehmung gestützte Verteidigungsstrategie anzuwenden, die angesichts der früheren Argumente und Anträge nicht vorhersehbar war (Nr. 3.5.3).

3. Wird der Einwand der offenkundigen Vorbenutzung erhoben, so muß ein gegenüber dem Abwägen der Wahrscheinlichkeit, auf das die Beschwerdekammern in der Regel ihre Überzeugung gründen, strengeres Kriterium angelegt werden, d. h., die Vorbenutzung muß praktisch mit absoluter Gewißheit oder, anders gesagt, zweifelsfrei stattgefunden haben (Nr. 5.1).

Schlagwörter
Verspätete Benennung von Zeugen - Antrag auf Vernehmung abgelehnt
Offenkundige Vorbenutzung (verneint)
Unzureichende Beweiskraft der beigebrachten Beweismittel - keine lückenlose Beweiskette
Orientierungssatz
-

ENTSCHEIDUNGSFORMEL

Aus diesen Gründen wird entschieden:

1. Die angefochtene Entscheidung wird aufgehoben.

2. Die Sache wird zur weiteren Entscheidung an die erste Instanz zurückverwiesen.