T 0854/12 (Unterbrechung des Verfahrens) du 08.08.2016
- Identifiant européen de la jurisprudence
- ECLI:EP:BA:2016:T085412.20160808
- Date de la décision
- 8 août 2016
- Numéro de l'affaire
- T 0854/12
- Requête en révision de
- -
- Numéro de la demande
- 07801619.3
- Classe de la CIB
- B62D 53/08
- Langue de la procédure
- Allemand
- Distribution
- Distribuées aux présidents et aux membres des chambres de recours (B)
- Téléchargement
- Décision en allemand
- Versions JO
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- Autres décisions pour cet affaire
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- Résumés pour cette décision
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- Titre de la demande
- VORRICHTUNG ZUR DREHGELENKIGEN KUPPLUNG, INSBESONDERE VON SATTELAUFLIEGERZÜGEN
- Nom du demandeur
- Rechtsanwalt Marco Kuhlmann
als Insolvenzverwalter von Frau Petra Staude - Nom de l'opposant
- Pintsch Bubenzer GmbH
- Chambre
- 3.2.01
- Sommaire
- -
- Dispositions juridiques pertinentes
- European Patent Convention Art 104European Patent Convention Art 108European Patent Convention Art 110European Patent Convention Art 111European Patent Convention Art 112(1)European Patent Convention Art 112aEuropean Patent Convention Art 20European Patent Convention Art 21(1)European Patent Convention Art 58European Patent Convention Art 60(3)European Patent Convention Art 97European Patent Convention Art 98European Patent Convention R 100(2)European Patent Convention R 142(1)(b)European Patent Convention R 142(2)European Patent Convention R 142(4)European Patent Convention R 41(2)(c)European Patent Convention R 88Rules of procedure of the Boards of Appeal Art 11Rules of procedure of the Boards of Appeal Art 18
- Mots-clés
- Insolvenzverwalter als Partei kraft Amtes
Unterbrechung des Verfahrens
- von Amts wegen zu berücksichtigen
- Keine Unterbrechung bei Übertragung des Patents bei bereits bestelltem Insolvenzverwalter
Europäisches Patentregister - keine Bindungswirkung
Zuständigkeit der Beschwerdekammern - Zuständigkeit der Technischen Beschwerdekammer (ja)
Vorlage an die Große Beschwerdekammer - (nein)
Kostenverteilung - (ja)
Kostenverteilung - billig
Rückzahlung der Beschwerdegebühr - (ja)
Heilungswirkung des Erteilungsbeschlusses - Exergue
- 1. Unterbrechungen des Verfahrens gemäß Regel 142 EPÜ sind jederzeit von Amts wegen zu berücksichtigen. Ihre Eintragung in das Register ist für die Unterbrechungswirkung nicht konstitutiv, sondern wirkt nur deklaratorisch. (Gründe 1.1.1)
2. Eine Unterbrechung nach Regel 142 (1) b) EPÜ tritt ein, wenn ein Patentinhaber, der in der Verfahrensführung zunächst nicht beschränkt war, nun infolge Eröffnung des Insolvenzverfahrens "verhindert ist, das Verfahren fortzuführen".
Eine Unterbrechung tritt nicht ein, wenn ein Patent mit Zustimmung des Insolvenzverwalters auf einen schon verfügungsbeschränkten Patentinhaber übertragen wird, der damit nicht selbst Partei des Verfahrens wird, sondern für den von Anfang an der in seiner Verfügungsgewalt nicht beschränkte Insolvenzverwalter handelt. (Gründe 1.1.2)
3. Eine mit der Entscheidung befasste Beschwerdekammer muss selbst entscheiden, ob aufgrund der vorgetragenen und ggfs. von Amts wegen ergänzend zu ermittelnden Fakten die Voraussetzungen einer Unterbrechung vorliegen, sofern dies eine Vorfrage für die zu treffende Entscheidung darstellt.
(Gründe 1.2.1 - 1.2.9)
4. Eine Bindung an den Stand des Registers und an ggfs. diesbezüglich ergangene Beschwerdeentscheidungen besteht nicht. Eine Vereinheitlichung der Rechtsprechung des Amtes erfolgt durch inhaltliche Auseinandersetzung mit bereits ergangenen Parallelentscheidungen und ggfs. die Anhörung der Rechtsabteilung zu anhängigen Parallelverfahren.
(Gründe 1.2.5, 1.2.6 und 2.4)
5. Das Erfordernis der Parteifähigkeit ist jederzeit von Amts wegen zu berücksichtigen. Ein Unternehmen ist, anders als die hinter ihm stehende Person oder Gesellschaft (Artikel 58 EPÜ), im Verfahren vor dem Europäischen Patentamt nicht parteifähig. Lässt sich diese Person oder Gesellschaft nicht zweifelsfrei ermitteln, so leidet das Verfahren an einem wesentlichen Verfahrensfehler. (Gründe 3.2 und 3.3)
6. Eine abweichende Kostenverteilung nach Artikel 104 und Regel 88 EPÜ ist gerechtfertigt, wenn die Unklarheit über den Rechtsträger des als vermeintliche Partei auftretenden Unternehmens im Verfahren gezielt ausgenutzt oder ihr Fortbestand jedenfalls bewusst in Kauf genommen wurde und Teile des Verfahrens daher unnötigerweise wiederholt werden müssen. (Gründe 5.3 und 6.2)
7. In Folge der Heilungswirkung des mit Rechtsbehelfen (unbeschadet der auf wenige Einspruchsgründe beschränkten Einspruchsmöglichkeit) nicht angreifbaren Erteilungsbeschlusses nach Artikel 97, 98 EPÜ spielen etwaige Mängel des Erteilungs- oder internationalen Verfahrens in späteren Verfahrensstadien keine Rolle mehr. Eine etwaige Zurückversetzung in die Erteilungs- oder PCT-Phase kommt daher nicht in Betracht. (Gründe 7) - Affaires citées
- G 0003/99G 0002/04G 0001/12J 0007/83J 0902/87J 0023/88J 0049/92J 0026/95J 0012/98J 0005/99J 0007/99J 0017/12T 0315/87T 0898/91T 0353/95T 0009/00T 0015/01T 0917/01T 1178/04T 0065/05T 0477/05T 1476/05T 0710/06T 1451/06T 1533/07T 0082/08T 0384/08T 0555/08T 0396/09T 1001/09T 1908/09T 1982/09T 1646/10T 1269/11T 2136/11T 2357/12
Entscheidungsformel
Aus diesen Gründen wird entschieden:
1. Die angefochtene Entscheidung wird aufgehoben.
2. Die Sache wird zur erneuten Durchführung des Einspruchsverfahrens an die Einspruchsabteilung zurückverwiesen.
3. Dem Antrag auf Rückerstattung der Beschwerdegebühr wird stattgegeben.
4. Der Beschwerdegegner trägt die der Beschwerdeführerin mit der Durchführung der mündlichen Verhandlung vom 7. November 2011 vor der Einspruchsabteilung entstandenen Kosten.