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Verstehen und Bekämpfen von Alzheimer

Gewinnerinin des Europäischen Erfinderpreises in der Kategorie Forschung

Christine Van Broeckhoven thanked the patients in her acceptance speech

Die Alzheimer-Krankheit ist nur eine von mehreren neurodegenerativen Erkrankungen, die erst im späteren Alter ausbrechen. Christine Van Broeckhoven hat mit ihrer Arbeit einen wichtigen Beitrag zum Verstehen dieser Krankheiten geleistet. Sie hat im Laufe ihrer Forschung mehrere Patente auf verschiedene Gene und Proteinerzeugnisse erhalten und den Weg geebnet für eine wirksame Behandlung neurodegenerativer Erkrankungen.

Erfinder: Christine Van Broeckhoven

Erfindung: Beiträge zur neuropathologischen Medizin

Sektor: Neurobiologie

Patentanmelder: VIB, Universität Antwerpen

Hintergrundinformation


Video Porträt

Van Broeckhoven intro preview (JPG)


Die Arbeit von Christine Van Broeckhoven konzentriert sich auf neurodegenerative Erkrankungen des Gehirns, darunter Alzheimer, frontotemporale Lobärdegeneration, Parkinson und die bipolare Störung.

Bei ihrer Forschung richtete sie ihr Interesse auf die Tatsache, dass Patienten mit Down-Syndrom, bei denen aufgrund einer Non-Disjunktion das Chromosom 21 dreifach statt zweifach vorliegt, ähnlich wie Alzheimer-Patienten amyloide Plaques entwickeln - Proteinfragmente, die sich zwischen den Nervenzellen (Neuronen) im Gehirn anhäufen.

Christine Van Broeckhoven

Van Broeckhoven ging das Wagnis ein und konzentrierte ihre Forschung auf das Chromosom 21; der Lohn dafür waren mehrere wichtige Beiträge zum Verstehen und Bekämpfen von Alzheimer.

Sie entdeckte die flämische und die österreichische Mutation im Gen für das Amyloid-Vorläuferprotein auf dem Chromosom 21 von Alzheimer-Patienten ‑ Mutationen, die eine Anhäufung von Proteinen im Gehirngewebe bewirken.

Gemeinsam mit ihrem Team ermittelte sie zudem Progranulin als zweites allgemeines Gen für frontotemporale Lobärdegeneration, bei der dominante Loss-of-function-Mutationen eine Neurodegeneration verursachen.

Des Weiteren zeigte sie mit ihrem Team eine genetische und klinische Heterogenität auf, da Progranulin zu frontotemporaler Lobärdegeneration, Alzheimer und Parkinson wie auch zu amyotropher Lateralsklerose, einer Motoneuronerkrankung, beiträgt.

Bisher gibt es zwar keine Medikamente, die Alzheimer heilen können, es finden aber klinische Studien mit Arzneimitteln statt, die auf Van Broeckhovens Forschung beruhen und Grund zur Hoffnung geben. Einige dieser Arzneimittel wirken in Verbindung mit Sekretase-Enzymen, die das Amyloid-Vorläuferprotein spalten, bevor es verarbeitet wird.

Durch eine Änderung der Art und Weise, wie die Sekretase das Protein schneidet, sollen - so die Hoffnung - Beta-Amyloid-Eiweiße (die sich im Gehirn ablagern) gar nicht erst entstehen und sich damit auch nicht mehr ablagern können.

2010 beliefen sich die Kosten, die der Gesellschaft durch Alzheimer und andere Formen der Demenz entstanden, auf rund 453 Milliarden EUR oder fast ein Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts - Kosten, die drastisch reduziert werden könnten, wenn der Ausbruch auch nur um ein Jahr hinausgezögert werden könnte.

Van Broeckhoven arbeitet in einem Labor im Vlaams Instituut voor Biotechnologie (VIB), dem flämischen Institut für Biotechnologie, in Belgien, wo mehr als 1 200 Wissenschaftler aus über 60 Ländern Grundlagenforschung zu den molekularen Bausteinen des Lebens betreiben.

Sie kann bereits auf eine erfolgreiche Laufbahn zurückblicken, in deren Verlauf sie viele Auszeichnungen für ihre Forschung erhalten hat, u. a. den von der Amerikanischen Akademie für Neurologie verliehenen Potamkin-Preis, der als Nobelpreis der Alzheimer-Forschung gilt.

Interview

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