European Patent Office

T 0711/99 (Übertragung des Einspruchs/L'OREAL) vom 21.10.2003

Europäischer Rechtsprechungsidentifikator
ECLI:EP:BA:2003:T071199.20031021
Datum der Entscheidung
21. Oktober 2003
Aktenzeichen
T 0711/99
Antrag auf Überprüfung von
-
Anmeldenummer
94402525.3
IPC-Klasse
A61K 7/13
Verfahrenssprache
Französisch
Verteilung
Im Amtsblatt des EPA veröffentlicht (A)
Amtsblattfassungen
Weitere Entscheidungen für diese Akte
-
Zusammenfassungen für diese Entscheidung
-
Bezeichnung der Anmeldung
Composition de teinture d'oxydation des fibres kératiniques comprenant un dérivé de paraphénylènediamine et un dérivé de métaphénylènediamine, et procédé de teinture utilisant une telle composition
Name des Antragstellers
L'OREAL
Name des Einsprechenden
Henkel Kommanditgesellschaft Wella AG Bristol-Myers Squibb Company
Kammer
3.3.07
Leitsatz

I. Gemäß dem allgemeinen Rechtsgrundsatz, wonach Rechtsverfahren nicht einzeln - entgeltlich oder unentgeltlich -, sondern nur als Rechtsgesamtheit übertragen werden können, kann der Einsprechende nicht frei über seine Verfahrensbeteiligung verfügen (Nr. 2.1.5 b)). Sobald er Einspruch eingelegt und die Voraussetzungen für die Zulässigkeit des Einspruchs erfüllt hat, ist er Einsprechender und bleibt dies, bis das Verfahren oder seine Beteiligung beendet ist.

II. Die Übertragbarkeit der Einsprechendenstellung auf einen Einzelrechtsnachfolger im Falle des Verkaufs eines Geschäftsbereichs bleibt eine Ausnahme vom allgemeinen Rechtsgrundsatz, wonach ein Einspruch nicht zur freien Disposition steht.

III. Diese Ausnahme ist restriktiv auszulegen (Nr. 2.1.5 c)) und läßt nicht zu, daß einer einsprechenden Muttergesellschaft beim Verkauf einer von Anfang an einspruchsberechtigten Tochtergesellschaft die Möglichkeit zuerkannt wird, ihre Einsprechendenstellung analog zum Fall eines Einsprechenden abzutreten, der einen mit dem Einspruch untrennbar verbundenen, selbst nicht einspruchsberechtigten Geschäftsbereich verkauft (Nr. 2.1.5 f)). Ein berechtigtes Interesse, das bei der Einlegung eines Einspruchs ohne Belang für dessen Zulässigkeit ist, ist somit auch in der Folge für die Einsprechendenstellung irrelevant (Nr. 2.1.5 d)).

Schlagwörter
Übertragung des Einspruchs (verneint)
Änderungen - zulässig (bejaht)
Neuheit gegenüber den in der Einspruchsschrift genannten Dokumenten (bejaht)
neue Beweismittel: offenkundige Vorbenutzung - verspätet vorgebracht (bejaht) - relevant (verneint); neues Dokument - verspätet vorgebracht (bejaht) - relevant (bejaht)
Zurückverweisung (bejaht)
Orientierungssatz
-

ENTSCHEIDUNGSFORMEL

Aus diesen Gründen wird entschieden:

1. Die angefochtene Entscheidung wird aufgehoben.

2. Der Antrag auf Übertragung des Einspruchs wird zurückgewiesen.

3. Die Sache wird zur weiteren Entscheidung an die erste Instanz zurückverwiesen.