European Patent Office

T 0419/12 (Ionische Flüssigkeiten/BASF) vom 14.10.2014

Europäischer Rechtsprechungsidentifikator
ECLI:EP:BA:2014:T041912.20141014
Datum der Entscheidung
14. Oktober 2014
Aktenzeichen
T 0419/12
Antrag auf Überprüfung von
-
Anmeldenummer
05815301.6
IPC-Klasse
B01D 9/00
Verfahrenssprache
Deutsch
Verteilung
An die Kammervorsitzenden verteilt (C)
Amtsblattfassungen
Keine AB-Links gefunden
Weitere Entscheidungen für diese Akte
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Zusammenfassungen für diese Entscheidung
-
Bezeichnung der Anmeldung
REINIGUNG VON IONISCHEN FLÜSSIGKEITEN
Name des Antragstellers
BASF SE
Name des Einsprechenden
Bayer Technology Services GmbH
The Queen's University of Belfast
Kammer
3.3.05
Leitsatz
-
Relevante Rechtsnormen
European Patent Convention Art 100(b)European Patent Convention Art 123(2)European Patent Convention Art 123(3)European Patent Convention Art 83European Patent Convention Art 84Rules of procedure of the Boards of Appeal Art 12(4)Rules of procedure of the Boards of Appeal Art 13(1)Rules of procedure of the Boards of Appeal Art 13(3)
Schlagwörter
Hauptantrag - Ausführbarkeit (nein)
erster Hilfsantrag - zulässig (ja), Änderungen zulässig (ja), Kürzung einer Liste [2.3.3] (zulässig), Erweiterung (nein), Klarheit (ja), Ausführbarkeit (ja)
Orientierungssatz
1. Im Falle eines Vorurteils, das durch konkrete Beispiele im Stand der Technik belegt ist, ist es für die Ausführbarkeit der Erfindung, nicht ausreichend nur zu erklären, dass das Vorurteil überwunden wurde. Vielmehr muss das Streitpatent Anleitungen enthalten, die es dem Fachmann ermöglichen herauszulesen, welche Verfahrensmerkmale für die Überwindung des Vorurteils entscheidend sind. Es kann nicht dem Fachmann selbst überlassen bleiben, die Kernpunkte zum Gelingen des Verfahrens über die gesamte Breite des Anspruchs ausgehend von allgemein bekannten Angaben selbst zu ermitteln. (Siehe 1.1.4 (6)) 2. Die Nichtzulassung eines erst im Beschwerdeverfahren gestellten Antrags auf der Grundlage von Artikel 12(4) VOBK setzt die Darlegung eines konkreten Anlasses voraus, warum gerade dieser Antrag in erster Instanz nicht nur hätte gestellt werden können, sondern hätte gestellt werden sollen. (Siehe 2.1.2) 3. Die in T 1634/09 (Gründe 3.2) aufgestellten Grundsätze zur Ermessensausübung im Hinblick auf Artikel 13(1) und 13(3) VOBK bei sehr spät im Verfahren neu gestellten Anträgen wurden angewandt. (Siehe 2.2.3)

Entscheidungsformel

Aus diesen Gründen wird entschieden:

1. Die angefochtene Entscheidung wird aufgehoben.

2. Die Sache wird zur weiteren Behandlung auf Grundlage des ersten Hilfsantrags, eingereicht als Hilfsantrag 5A in der mündlichen Verhandlung vom 14. Oktober 2015, an die erste Instanz zurückverwiesen.