https://www.epo.org/de/node/materiallab

MaterialLab

Ars Electronica mit Projekten von Youyang Song (CN/DE); Milena Stavrić (AT), Julian Jauk (AT), Hana Vašatko (AT) und Lukas Gosch (AT); Naifactory Lab (ES); Diana Scherer (DE/NL).

Kuratorisches Konzept:

Dieses Projekt untersucht, welche Rolle Materialien der nächsten Generation als Grundlage für neue Produktions- und Konsummuster spielen können. Eine nachhaltigere und sozial verantwortungsbewusstere Produktion muss angesichts knapper Ressourcen und oftmals kritischer Arbeitsbedingungen immer absolute Priorität haben. Anstatt nur Fertigprodukte zu nutzen, könnten die Menschen in die Lage versetzt werden, mehr selbst herzustellen.

Über das Kunstwerk:

Die Werkstoffforschung untersucht derzeit intelligente synthetische Textilien und andere Materialien, die sich an veränderliche Bedingungen anpassen können und gleichzeitig ökologischen Standards entsprechen und den Weg zur Kreislaufwirtschaft ebnen. Das könnte das Ende der Konsum- und Wegwerfgesellschaft als einer der Säulen des heutigen Lebens einläuten.

Dabei wird Abfall zu einer wertvollen Quelle der Materialien von morgen. Müll zu minimieren und die Lebens- und Nutzungsdauer von Materialien zu maximieren würden die Grundlage für ressourcenschonende neue Systeme bilden. Innovation würde die Neuentdeckung, Wiederverwendung und Umwidmung bekannter Materialien ermöglichen. Außerdem zeigt das Projekt, wie wichtig Citizen Science und die Beteiligung der Communities, aber auch eine Zusammenarbeit sind, die Engagement und diesbezügliche Sensibilisierung fördern.

Das Regalsystem MaterialLab zeigt Beispiele für innovative Materialien, die in einer Videodokumentation näher erklärt werden. Hier können Sie die Möglichkeiten der Zukunft selbst fühlen und mit allen Sinnen erleben.

PEELSPHERE

Youyang Song (CN/DE)

Lebensmittelabfälle wie Bananen- oder Orangenschalen erhalten in PEELSPHERE ein zweites Leben: ein aus Lebensmittelabfällen und Algen bestehendes und daher vollständig biologisch abbaubares Musterbeispiel für die Kreislaufwirtschaft, ein Produkt moderner Werkstofftechnik. Das ästhetisch ansprechende und vielseitige Material ist als Alternative zu Echt- und Kunstleder gedacht.

Künstlerbiografie

Youyang Song (CN/DE) ist eine in Berlin lebende Textildesignerin, die an der Entwicklung eines funktionierenden Ökosystems aus biologisch abbaubaren Produkten arbeitet. Song versucht, ein realisierbares umweltbewusstes Geschäftsmodell mit umweltfreundlicher und abfallfreier Produktion zu entwickeln.

Reolivar (Earth/Air)

Naifactory Lab (ES)

Reolivar ist ein organisches, kompostierbares und wiederverwendbares Biomaterial aus Olivenkernen und natürlichen Bindemitteln.
Reolivar Earth hat ein holzähnliches Aussehen und die Beschaffenheit von Keramik. Es kann abfallfrei sogar in hochkomplexe Formen gegossen werden.
Reolivar Air ist leichter, lichtdurchlässig und ähnelt eher Kunststoff. Es kann ganz nach Wunsch in unterschiedlicher Festigkeit oder Biegsamkeit und in verschiedenen Farben hergestellt werden.

Künstlerbiografien

Joseán Vilar (ES) und Silvana Catazine (BR)haben gemeinsam das Naifactory Lab gründet, ein disziplinübergreifendes Creative Studio mit Spezialisierung auf Ecodesign-Strategien und nachhaltige Lösungen, die die Kreislaufwirtschaft in der Kreativbranche fördern sollen.

Interwoven

Diana Scherer (DE/NL)

In ihrem laufenden Forschungsprojekt Interwoven lässt Diana Scherer Pflanzenwurzeln in komplexe Strukturen wachsen, die als Grundlage für 3D-Textilien dienen. Sobald die Wurzeln in die gewünschte Form gewachsen sind, nimmt sie sie aus dem Boden und entfernt die Sprosse. Die so entstandenen Teile sind zwar bisher noch nicht tragbar, lassen aber auf eine nachhaltigere Modebranche hoffen.

Künstlerbiografie

In ihrem laufenden Forschungsprojekt Interwoven lässt Diana Scherer (DE/NL) Pflanzenwurzeln in komplexe Strukturen wachsen, die als Grundlage für 3D-Textilien dienen. Sobald die Wurzeln in die gewünschte Form gewachsen sind, nimmt sie sie aus dem Boden und entfernt die Sprosse. Die so entstandenen Teile sind zwar bisher noch nicht tragbar, lassen aber auf eine nachhaltigere Modebranche hoffen.

MyCera

Milena Stavrić (AT), Julian Jauk (AT), Hana Vašatko (AT) und Lukas Gosch (AT)

MyCera ist ein nachhaltiger Baustoff aus Ton, Sägemehl und Myzel. Er kann per 3D-Druck in komplexe, leichtgewichtige ziegelähnliche Hohlformen gespritzt werden, die mit einer Mischung aus organischem Substrat und Myzel, dem vegetativen Teil von Pilzen, gefüllt sind.

Künstlerbiografien

Milena Stavrić (AT), Julian Jauk (AT), Hana Vašatko (AT) und Lukas Gosch (AT) sind ein interdisziplinäres Forscherteam des Instituts für Architektur und Medien (IAM) der TU Graz.

Felix

Milena Stavrić (AT), Julian Jauk (AT), Hana Vašatko (AT) und Lukas Gosch (AT)

Felix ist ein Modul, das allein oder als Baustein für Pfeiler oder Säulen verwendet werden kann. Damit kann es neue Räume schaffen, ohne seine ganz eigene charakteristische Ästhetik zu verlieren. Dank seines schlauchförmigen Aufbaus kann es mit einem mit Myzel geimpften Substrat gefüllt werden. Das lebende Material dient als Bindemittel, das die aufeinandergesetzten Module zu einem stabilen Ganzen verbindet. 

Künstlerbiografien

Milena Stavrić (AT), Julian Jauk (AT), Hana Vašatko (AT) und Lukas Gosch (AT) sind ein interdisziplinäres Forscherteam des Instituts für Architektur und Medien (IAM) der TU Graz.