T 0016/87 (Katalysator) vom 24.07.1990
- Europäischer Rechtsprechungsidentifikator
- ECLI:EP:BA:1990:T001687.19900724
- Datum der Entscheidung
- 24. Juli 1990
- Aktenzeichen
- T 0016/87
- Antrag auf Überprüfung von
- -
- Anmeldenummer
- 80401328.2
- IPC-Klasse
- B01D 53/36B01J 23/76
- Verfahrenssprache
- Französisch
- Verteilung
- Im Amtsblatt des EPA veröffentlicht (A)
- Download
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- Amtsblattfassungen
- Weitere Entscheidungen für diese Akte
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- Zusammenfassungen für diese Entscheidung
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- Bezeichnung der Anmeldung
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- Name des Antragstellers
- Procatalyse
- Name des Einsprechenden
- Degussa
- Kammer
- 3.4.01
- Leitsatz
1. Die Einsprechende, die die Rechtsungültigkeit eines Patents mit der Begründung geltend macht, die Erfindung könne nicht ausgeführt werden, hat die zur Begründung vorgebrachten Tatsachen und Beweismittel anzugeben; im vorliegenden Fall sind dies Versuchsergebnisse, die die Unwirksamkeit des beanspruchten Katalysators nachweisen (vgl. Nr. 4 der Entscheidungsgründe).
2. Ein einem Patentanspruch nach dem Prioritätstag hinzugefügtes Merkmal, das keinen wesentlichen Bestandteil der Erfindung, sondern eine freiwillige Beschränkung des Schutzbereichs dieses Anspruchs darstellt, führt nicht zum Verlust des in Anspruch genommenen Prioritätsrechts (im Anschluß an die Entscheidung T 73/88 - 3.3.1) (vgl. Nr. 5 der Entscheidungsgründe).
3. Die Bestimmung des Artikels 69 (1) EPÜ, wonach die Beschreibung und die (etwaigen) Zeichnungen zur Auslegung der Patentansprüche heranzuziehen sind, findet auch in einem Einspruchsverfahren Anwendung, wenn der Inhalt eines Anspruchs objektiv ermittelt werden muß, damit über die Neuheit und das Nichtnaheliegen seines Gegenstands befunden werden kann (vgl. Nr. 6 der Entscheidungsgründe).
- Relevante Rechtsnormen
- European Patent Convention Art 100(b) 1973European Patent Convention Art 69 1973European Patent Convention Art 87 1973European Patent Convention Art 88 1973European Patent Convention Art 89 1973European Patent Convention R 55(c) 1973
- Schlagwörter
- Priorität - zusätzliches Merkmal -
Verpflichtung der Einsprechenden zur Angabe der Tatsachen und Beweismittel, auf die der Einspruch gestützt wird
Auslegung der Patentansprüche in einem Einspruchsverfahren - Orientierungssatz
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- Zitierte Akten
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- Zitierende Akten
- G 0002/98T 0536/92T 0893/92T 0026/93T 0311/93T 0356/93T 0613/93T 0669/93T 1019/93T 0274/94T 0303/94T 0277/95T 0364/95T 0404/95T 0481/95T 0532/95T 0587/95T 0684/95T 0812/95T 0707/96T 0718/96T 0740/96T 0942/96T 0053/97T 0077/97T 0468/97T 0488/97T 0874/97T 0175/98T 0427/99T 0653/99T 0393/00T 0751/00T 0438/01T 0112/02T 0556/02T 0683/02T 0854/03T 0872/03T 0001/04T 0452/04T 0063/06T 0396/06T 0516/06T 0275/10T 2319/11T 0809/13T 1889/15T 0169/20T 0056/21T 0439/22
ENTSCHEIDUNGSFORMEL
Aus diesen Gründen wird entschieden:
1. Die angefochtene Entscheidung wird aufgehoben.
2. Die Sache wird an die Vorinstanz mit der Auflage zurückverwiesen, das Patent auf der Grundlage der folgenden Unterlagen in geändertem Umfang aufrechtzuerhalten:
- Ansprüche 1 bis 12 des in der mündlichen Verhandlung am 24. Juli 1990 gestellten Hauptantrags,
- Beschreibung Seite 2, Zeile 1 bis Seite 8, Zeile 42, dem Bescheid nach Regel 58 (4) EPÜ vom 10. Januar 1986 beigefügt.