European Patent Office

G 0002/13 vom 25.03.2015

Europäischer Rechtsprechungsidentifikator
ECLI:EP:BA:2015:G000213.20150325
Datum der Entscheidung
25. März 2015
Aktenzeichen
G 0002/13
Online am
25. März 2015
Antrag auf Überprüfung von
-
Anmeldenummer
99915886.8
IPC-Klasse
A01H 5/10
Verfahrenssprache
Englisch
Verteilung
Im Amtsblatt des EPA veröffentlicht (A)
Amtsblattfassungen
Weitere Entscheidungen für diese Akte
-
Zusammenfassungen für diese Entscheidung
-
Bezeichnung der Anmeldung
Method for selective increase of the anticarcinogenic glucosinolates in Brassica species
Name des Antragstellers
Plant Bioscience Limited
Name des Einsprechenden
Syngenta Participations AG
Groupe Limagrain Holding
Kammer
-
Leitsatz
-
Relevante Rechtsnormen
European Patent Convention Art 52European Patent Convention Art 53European Patent Convention Art 54European Patent Convention Art 55European Patent Convention Art 56European Patent Convention Art 57European Patent Convention Art 64(2)European Patent Convention Art 69European Patent Convention Art 100(a)European Patent Convention Art 112(1)(a)European Patent Convention Art 125European Patent Convention Art 150(2)European Patent Convention Art 164European Patent Convention Art 177European Patent Convention R 26European Patent Convention R 27(b)European Patent Convention R 27(c)European Patent Convention R 28(c)European Patent Convention Art 52(4) 1973European Patent Convention Art 53(b) 1973European Patent Convention R 23b(5) 1973European Patent Convention R 23c 1973European Patent Convention R 23d 1973Rules of procedure of the Enlarged Board of Appeal Art 13Rules of procedure of the Enlarged Board of Appeal Art 14(2)Übergangsbestimmungen (EPC)Beschluss des Verwaltungsrats vom 28. Juni 2001 über die Übergangsbestimmungen nach_Art_7der Akte zur Revision des EPC_Art_. 1 (1)Beschluss des Verwaltungsrats vom 7. Dezember 2006 zur Änderung der Ausführungsordnung zum Europäischen Patentübereinkommen 2000 Art . 2ÜbereinkommenVienna Convention on the Law of Treaties (1969) Art . 4, 31 (1) und (3), 32Übereinkommen zur Vereinheitlichung gewisser Begriffe des materiellen Rechts der Erfindungspatente, Europarat, vom 27. November 1963, Straßburger Übereinkommen Art . 2Recht der Europäischen UnionRichtlinie 98/44/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 6. Juli 1998 über den rechtlichen Schutz biotechnologischer Erfindungen, Biotechnologierichtlinie Art . 2, 3, 4, 6 (2)Verordnung (EG) Nr. 2100/94 vom 27. Juli 1994 über den gemeinschaftlichen Sortenschutz, EU-Sortenschutzverordnung Art 5 (3), 13 (2)Recht der VertragsstaatenDeutschland: Patentgesetz 1936 (2013), § 2aFrankreich: Loi no 2004-1338 relative à la protection des inventions biotechnologiques Art . L. 611-19Niederlande: Rijksoctrooiwet 1995 (2014) Art . 3Österreich: Patentgesetz 1970 (2014), § 2 (2)Schweiz: Bundesgesetz über die Erfindungspatente 1954 (2012), § 2 (2)Vereinigtes Königreich: Patents Act 1977 (2014), Section 76a und Schedule A2
Schlagwörter
Zulässigkeit der Vorlagen der Beschwerdekammern – bejaht
Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung - bejaht
Auswirkungen des Artikels 53 b) EPÜ auf die Gewährbarkeit eines Erzeugnisanspruchs oder eines Product-by-Process-Anspruchs, der auf Pflanzen oder Pflanzenmaterial gerichtet ist
Im Wesentlichen biologisches Verfahren zur Züchtung von Pflanzen
Auslegung des Patentierungsausschlusses
Auslegungsregeln
Dynamische Auslegung – verneint
Rechtliche Erosion des Patentierungsausschlusses - verneint
Orientierungssatz
1. Der Ausschluss von im Wesentlichen biologischen Verfahren zur Züchtung von Pflanzen in Artikel 53 b) EPÜ wirkt sich nicht negativ auf die Gewährbarkeit eines Erzeugnisanspruchs aus, der auf Pflanzen oder Pflanzenmaterial wie Pflanzenteile gerichtet ist.
2. a) Die Tatsache, dass die Verfahrensmerkmale eines Product-by-process-Anspruchs, der auf Pflanzen oder Pflanzenmaterial gerichtet ist, bei denen es sich nicht um eine Pflanzensorte handelt, ein im Wesentlichen biologisches Verfahren zur Züchtung von Pflanzen definieren, steht der Gewährbarkeit des Anspruchs nicht entgegen.
2. b) Die Tatsache, dass das einzige am Anmeldetag verfügbare Verfahren zur Erzeugung des beanspruchten Gegenstands ein in der Patentanmeldung offenbartes im Wesentlichen biologisches Verfahren zur Züchtung von Pflanzen ist, steht der Gewährbarkeit eines Anspruchs nicht entgegen, der auf Pflanzen oder Pflanzenmaterial gerichtet ist, bei denen es sich nicht um eine Pflanzensorte handelt.
3. Unter diesen Umständen ist es nicht relevant, dass sich der durch den Erzeugnisanspruch verliehene Schutz auf die Erzeugung des beanspruchten Erzeugnisses durch ein im Wesentlichen biologisches Verfahren für die Züchtung von Pflanzen erstreckt, das nach Artikel 53 b) EPÜ als solches nicht patentierbar ist.