Kampf gegen Corona – aktualisierte Patentinformation zur Unterstützung von Forschung und Innovation

28. Juni 2021

Coronavirus particles

Ein Jahr nach dem Start der Plattform "Kampf gegen Corona" hat das EPA die verfügbaren Informationen aktualisiert und erweitert, um dem raschen Wandel der Technologielandschaft im Kampf gegen die Pandemie Rechnung zu tragen. So spiegeln die der Plattform hinzugefügten 35 Recherchenstrategien beispielsweise das neu erwachte Interesse an der Umwidmung von immer mehr bekannten Arzneimitteln für die COVID-19-Therapie und an den unterschiedlichsten vorhandenen Desinfektionstechnologien wider, durch die sich öffentliche Räume und Verkehrsmittel sicherer machen lassen. Insgesamt umfasst diese kostenfrei zugängliche Informationsquelle jetzt über 300 Recherchenstrategien und damit fast die dreifache Menge wie bei ihrem Start, die alle von Dutzenden von EPA-Experten zusammengestellt wurden.

Als weltweit führender Anbieter technischer Informationen ist das EPA im Juni letzten Jahres aktiv geworden, um Forschung, Unternehmen und Entscheidungsträger und -trägerinnen durch die Bereitstellung von Patentinformation über Technologien zu unterstützen, die helfen, das neuartige Coronavirus SAR‑CoV‑2 zu bekämpfen und COVID‑19 zu behandeln. In den letzten zwölf Monaten wurde diese stetig wachsende Ressource fast 50 000 mal angeklickt und erntete von vielen Seiten Lob. Mittlerweile umfasst die Plattform Informationen zu so verschiedenen Technologien wie Impfstoffen, Arzneimitteln, medizinischer Informatik, baulichen Anlagen und Fahrzeugdesign (z. B. zur Übertragungsminimierung), Smartphone-Apps und Alltagsgegenständen wie Masken und Desinfektionsmitteln. In zahlreichen verschiedenen Bereichen floriert die Innovation, häufig sind die in Patentdokumenten enthaltenen Patentinformationen nirgendwo sonst veröffentlicht.

Die schiere Menge potenziell relevanter Patentdokumente - allein zu einzelnen Impfstoffarten gibt es z. B. Hunderte oder gar Tausende von Dokumenten - kann abschrecken. Deswegen haben die Patentprüfer und -prüferinnen des EPA zusammen mit Fachleuten aus der Datenanalyse diese vorgefertigten Recherchenstrategien erstellt, damit sich die Forschenden auf die für ihre Arbeit relevantesten Themen konzentrieren können. Die Recherchen werden in Espacenet, der kostenlosen Online-Datenbank des EPA durchgeführt, die mehr als 120 Millionen Patentdokumente aus über 100 Ländern enthält.

Außerdem sind auf der Plattform Videos und Podcasts von sieben inspirierenden Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen aus den Bereichen Gesundheitswesen und Satellitenverfolgung (wichtig für die Kontaktnachverfolgung) zu finden.

Patentanmeldungen sind zunächst vertraulich und werden meist etwa 18 Monate nach ihrer ersten Einreichung veröffentlicht. Das bedeutet, dass viele der Erfindungen, die gemacht wurden, seit Anfang 2020 die erste Welle der Pandemie über uns hereingebrochen ist, erst jetzt nach und nach in den Patentdatenbanken auftauchen und in den kommenden Monaten und Jahren zahlreiche weitere folgen dürften. Ein Großteil der heute relevanten Erfindungen sind jedoch in Patentanmeldungen beschrieben, die als Reaktion auf den SARS- und den MERS-Ausbruch (2002 ‑ 2004 bzw. 2012 ‑ 2015) eingereicht wurden. Deswegen sind bereits so viele Dokumente in den Datenbanken enthalten, denn sie beziehen sich auf diese früheren Coronavirus-Epidemien.

Für Anmelder, die unabhängig von der entwickelten Technologie an einem Eilverfahren interessiert sind, bietet das EPA die Möglichkeit der beschleunigten Bearbeitung europäischer Patentanmeldungen.

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