5. Vorbereitung der materiellrechtlichen Prüfung
5.2 Aufforderung des Patentinhabers zur Stellungnahme und Mitteilung der Einsprüche an die übrigen Beteiligten durch den Formalsachbearbeiter
Ist der Formalsachbearbeiter der Auffassung, dass für mindestens einen Einspruch weder gegen die Zulässigkeit noch gegen einen in D‑IV, 1.2.1 angeführten Mangel von Amts wegen Einwände bestehen, so fordert er den Patentinhaber auf, zu den bereits übersandten Einsprüchen eine Stellungnahme und gegebenenfalls Änderungen der Beschreibung, der Patentansprüche und der Zeichnungen einzureichen. Diese Aufforderung ergeht unmittelbar nach Ablauf der Einspruchsfrist oder der Frist, die vom Formalsachbearbeiter zur Mängelbeseitigung gemäß Regel 77 (2) (siehe D‑IV, 1.2.2.2) oder zur Vorlage von Beweismitteln (siehe D‑IV, 1.2.2.1 v)) gesetzt worden ist. Sie ergeht in der Regel mit einer Frist von vier Monaten für die Erwiderung (zur beschleunigten Bearbeitung von Einsprüchen siehe E‑VIII, 5). Anträgen auf Fristverlängerung wird nur in besonders begründeten Ausnahmefällen stattgegeben (siehe E‑VIII, 1.6 und Mitteilung des EPA vom 31. Mai 2016, ABl. EPA 2016, A42).
Sind mehrere Einsprüche eingelegt worden, so unterrichtet der Formalsachbearbeiter den/die anderen Einsprechenden darüber gleichzeitig mit der im vorhergehenden Absatz vorgesehenen Mitteilung. Eine Aufforderung zur Stellungnahme oder eine Fristsetzung wird damit nicht verbunden.
Kopien von sämtlicher Unterlagen, die der Einspruchsschrift als Anlagen beigefügt sind und im Register eingesehen und heruntergeladen die die Vorbringen der Parteien stützen und über das Register eingesehen werden können, werden jedoch nicht mehr automatisch übermittelt (siehe A‑XI, 2 und die Mitteilung des EPA vom 28. August 2020, ABl. EPA 2020, A1069. März 2022, ABl. EPA 2022, A28).