EPA veröffentlicht Jahresrückblick 2024
München, 24. Juni 2025 – Das Europäische Patentamt (EPA) hat heute seinen Jahresrückblick 2024 zusammen mit einem Video veröffentlicht, das einen Überblick über die in den letzten 12 Monaten erreichten Meilensteine gibt. Das Amt setzt seinen Strategieplan 2028 (SP2028) bisher wie vorgesehen um. Dieser ist anhand von fünf Treibern strukturiert: Personal, Technologien, qualitativ hochwertige, pünktliche Produkte und Dienstleistungen, Partnerschaften und finanzielle Nachhaltigkeit. Die Rekordproduktivität im Patenterteilungsprozess (PGP) wirkte sich positiv auf die finanzielle Nachhaltigkeit des Amts aus, wobei die Qualität hoch blieb. Auf einige weitere wichtige Punkte wollen wir im Folgenden hinweisen.
EPA-Präsident António Campinos sagte zum diesjährigen Jahresrückblick: "Die Nachfrage nach europäischen Patenten bleibt hoch, und wir verbessern die Zugänglichkeit, Qualität und Effizienz des europäischen Patentsystems fortlaufend, um Erfinderinnen und Erfinder weltweit zu unterstützen, die auf dem wettbewerbsintensiven europäischen Technologiemarkt Erfolg haben wollen. Wir heben unsere Produkte und Dienste unter anderem dadurch auf eine neue Ebene, dass wir KI zunehmend in unsere digitalen Tools einbinden und unsere Verfahren in enger Zusammenarbeit mit Nutzern aus ganz Europa und der Welt vereinfachen."
Weitere Qualitätsverbesserung im Dialog mit unseren Nutzerinnen und Nutzern
Im Frühjahr 2024 haben wir zum ersten Mal unseren jährlichen Qualitätsaktionsplan veröffentlicht. Zusammen mit unserem neuen, regelmäßig aktualisierten Qualitäts-Dashboard schafft dies für alle Stakeholder größere Transparenz bezüglich unserer geplanten Qualitätsmaßnahmen. Unter anderem ist die verbesserte frühe Zusammenarbeit im Rahmen der Initiative der aktiven Recherchenabteilungen hervorzuheben, die zu hochwertigeren schriftlichen Bescheiden geführt hat. Insgesamt bestätigten unsere unabhängigen Auditverfahren eine stetige Verbesserung der materiellen Qualität sowohl in der Recherchen- als auch in der Erteilungsphase. Wir haben dafür gesorgt, dass unsere Bediensteten weiterhin über die erforderlichen Kompetenzen für eine Welt im Wandel verfügen, und haben unser Talentreservoir erweitert: Wir konnten 111 neue Prüfer und Prüferinnen sowie 102 junge Fachkräfte im Amt begrüßen. Zur Vertiefung des Nutzerdialogs und im Sinne einer kontinuierlichen Verbesserung, die den sich ändernden Nutzerbedürfnissen entspricht, führte das EPA zudem über 80 Treffen mit Einzelanmeldern und Nutzerverbänden durch.
Weiterer Schritt hin zu einem vollständig digitalen PGP
Die Digitalisierung sämtlicher Prüfertätigkeiten hat das EPA auf seinem Weg zu einem vollständig digitalen PGP einen weiteren Schritt vorangebracht. Die KI-gestützte Klassifikation wurde inzwischen auf die meisten technischen Gebiete ausgedehnt, und wir haben unsere neue Legal Interactive Platform eingeführt, die das erste auf generativer KI basierende Tool im Rahmen der MyEPO-Dienste ist. Dieses Tool beantwortet Nutzerfragen zum europäischen Patentsystem unverzüglich, indem es strukturierte Antworten mit direkten Links zu den einschlägigen Rechtstexten generiert. Umfangreiche Aktualisierungen der MyEPO-Dienste im April und November ermöglichen zudem eine nutzerfreundlichere, effizientere und raschere Interaktion mit dem Amt, z. B. im gemeinsamen Bereich, in dem Anmelder und Prüfer die eingereichten Dokumente im persönlichen Kontakt gemeinsam bearbeiten können.
Globale Brücken und Demokratisierung des Zugangs zum Patentsystem
Das EPA hat die Zusammenarbeit mit seinen Mitgliedstaaten und mit seinen Partnern aus aller Welt vertieft. Damit hat es einen wesentlichen Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit Europas geleistet, die Thema des jüngst veröffentlichten, umfangreichen Berichts von Mario Draghi war, in dem er alle EU-Mitgliedstaaten zum Beitritt zum Einheitspatentsystem aufrief. Die Nachfrage nach dem einheitlichen Patentschutz wuchs 2024 beträchtlich; rund 28 000 Einheitspatente wurden registriert, und die Gesamtnutzungsrate stieg auf über 25 % der erteilten europäischen Patente. Bei KMU belief sich die Nutzungsrate sogar auf 60 %.
Gebührenermäßigungen zur Unterstützung kleinerer Anmelder dienten ebenfalls dazu, den Zugang zu unseren hochwertigen Produkten und Diensten zu verbessern. Außerdem hat das EPA seine internationale Reichweite weiter vergrößert; dank des Validierungssystems gilt der hochwertige Patentschutz des EPA inzwischen in 46 Ländern und bietet Zugang zu einem Markt mit über 700 Millionen Menschen – alles auf der Grundlage einer einzigen europäischen Patentanmeldung.
Was die Demokratisierung von Patentwissen angeht, hat die Beobachtungsstelle für Patente und Technologie des EPA das wachsende Volumen von Patentdaten mithilfe neuer Studien, Berichte, Technologieplattformen und digitaler Tools leichter zugänglich gemacht. Eines dieser Tools ist der Deep Tech Finder, der durch seine frei verfügbaren Geschäfts- und Patentdaten inzwischen Tausende von Investoren und Erfindern zusammenbringen kann. Darüber hinaus haben wir 2024 unsere Technologiefrüherkennungsplattform eingeführt, die eine andere Interaktion mit Patentdaten ermöglicht und unsere Datenbanken für eine vollständige Recherche über eine programmierbare Schnittstelle öffnet.
Bekenntnis zur Transparenz
Ergänzt wird der Jahresrückblick 2024 durch beigefügte ausführliche Berichte zu den Schlüsselbereichen Qualität, digitale Transformation, Soziales, ökologische Nachhaltigkeit, Datenschutz und Partnerschaften. Diese Berichte geben nicht nur Aufschluss über die operativen Ergebnisse, sondern spiegeln auch unseren Einsatz für Transparenz und gute Governance wider.
Aktuelle Statistiken und Trends zu europäischen Patentanmeldungen und erteilten Patenten finden Sie in unserem am 25. März 2025 veröffentlichten Patent Index 2024.
Weitere Informationen
- Jahresrückblick 2024
- Strategieplan 2028
- Legal Interactive Platform
- Deep Tech Finder
- Technologiefrüherkennungsplattform
Medienkontakte Europäisches Patentamt
Luis Berenguer Giménez
Hauptdirektor Kommunikation / EPA-Sprecher
EPA-Pressestelle
[email protected]
Über das EPA
Mit 6 300 Beschäftigten ist das Europäische Patentamt (EPA) eine der größten Behörden in Europa. Das EPA, das seinen Hauptsitz in München sowie Niederlassungen in Berlin, Brüssel, Den Haag und Wien hat, wurde mit dem Ziel gegründet, die Zusammenarbeit zwischen den Staaten Europas auf dem Gebiet des Patentwesens zu stärken. Dank des zentralisierten Verfahrens vor dem EPA können Erfinderinnen und Erfinder hochwertigen Patentschutz in bis zu 46 Staaten erlangen, die zusammen einen Markt von rund 700 Millionen Menschen umfassen. Das EPA ist ferner weltweit führend in den Bereichen Patentinformation und Patentrecherche.