​​Trotz fünffachen Wachstums in den letzten zehn Jahren bleibt die Marktakzeptanz von Quantentechnologien gering​

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Pressemitteilungen
  • Für etwa 80% der Unternehmen in diesem Sektor ist Quantentechnologie nicht das Kerngeschäft 

  • Europa zeichnet sich durch eine dynamische Startup-Szene in diesem Bereich aus, fällt jedoch bei der Akquise von Finanzmitteln und bei der Skalierung zurück 

  • Eines der weltweit dichtesten Cluster von Kernunternehmen in der Quantentechnologie befindet sich in Europa, angeführt durch das Vereinigte Königreich, gefolgt von den Niederlanden und Frankreich   

München/Paris, 17. Dezember 2025 – Quantentechnologien haben das Potenzial, die Art, wie wir rechnen, kommunizieren und die Welt um uns herum messen, zu verändern – mit Anwendungen, die von dem Verteidigungssektor bis zum Gesundheitswesen reichen. Der weltweite Quanten-Markt wird bis 2035 voraussichtlich ein Volumen von rund 93 Milliarden Euro erreichen1.  Laut einer neuen Studie, die das Europäische Patentamt (EPA) zusammen mit der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) heute veröffentlicht, entwickelt sich die Quantentechnologie-Landschaft rasant. Sie zeichnet sich durch eine Zunahme von Unternehmensgründungen aus, steigende Investitionen und ein starkes Innovationswachstum aus. Gleichzeitig steht die Branche vor Herausforderungen bei der Skalierung und Kommerzialisierung der Technologie. 
Der Bericht ist Teil eines zweijährigen Arbeitsplans der EPA-Beobachtungsstelle für Patente und Technologie. Er enthält eine umfassende Analyse des Quanten-Ökosystems, die sowohl die Patentaktivitäten als auch Investitionen, Kompetenzen, Lieferketten und politische Richtlinien umfasst. Die Veröffentlichung fällt mit dem Internationalen Jahr der Quantenwissenschaft und -technologie (IYQ) der Vereinten Nationen zusammen.

Quantentechnologien bergen ein enormes Potenzial, befinden sich aber noch in einem frühen Entwicklungsstadium, sagt EPA-Präsident António Campinos. „Wie diese Studie und der Draghi-Bericht zeigen, hat die EU noch Spielraum, um ihre Investitionen in diese Technologie auszuweiten, insbesondere im Vergleich zu führenden Ländern dieses Segments wie etwa die USA. Für die Kommerzialisierung der Grundlagenforschung sind Finanzmittel aus dem privaten Sektor erforderlich. Regierungen sollten diesem Thema Priorität einräumen.“ 

Der Studie zufolge hat sich die Zahl der internationalen Patentfamilien (IPFs) – eine Reihe von Patentanmeldungen, die in mehreren Ländern für dieselbe Erfindung eingereicht werden – im Bereich Quantentechnologie in den letzten zehn Jahren verfünffacht. Der Bericht identifiziert drei wesentliche Teilbereiche: Quantenkommunikation, Quantencomputing (einschließlich Simulation) und Quantensensorik. Bis 2022 entfiel die größte Anzahl von IPFs auf die Quantenkommunikation. Im Vergleich dazu verzeichnete das Quantencomputing im selben Zeitraum das stärkste Wachstum bei den IPFs und stieg seit 2005 nahezu um das Sechzigfache an. So wird sich dieses Segment voraussichtlich zum größten innerhalb des Quanten-Ökosystems entwickeln.  

Insgesamt haben Innovationsführer weltweit zwischen 2005 und 2024 rund 9 740 quantenbezogene IPFs generiert. An der Spitze stehen die Vereinigten Staaten, gefolgt von Europa, Japan, China und der Republik Korea. Innerhalb Europas sind Deutschland, das Vereinigte Königreich und Frankreich die drei führenden Länder bei der Anmeldung von Quanten-Patenten. Dort entstehen dynamische Startups wie etwa die französischen Unternehmen C12 und PASQAL, die als Fallstudien in den Bericht aufgenommen wurden. Dennoch sehen sich viele Startups mit Herausforderungen bei der Finanzierung und Skalierung konfrontiert.

Das Quanten-Ökosystem umfasst heute mehr als 4 500 Unternehmen, wobei sich allerdings weniger als 1 000 davon als Kernunternehmen (knapp 20%) auf Quantentechnologien konzentrieren. Kernunternehmen im Quantenbereich sind in der Regel Startups, die – insbesondere in der Frühphase – auf Investitionen und öffentliche Mittel angewiesen sind. Nicht-Kernunternehmen (80%) stehen hingegen für den Großteil der quantenbezogenen Patente und schaffen Arbeitsplätze. Zudem sind sie bestens für die Kommerzialisierung positioniert. 

Europa verfügt über eines der weltweit dichtesten Cluster von Kernunternehmen in der Quantentechnologie: Hier sind insbesondere das Vereinigte Königreich, die Niederlande und Frankreich führend mit einem Anteil an Kernunternehmen von jeweils rund 40%. Dies steht in starkem Kontrast zu den USA, wo der Anteil der Kernunternehmen im Quantenbereich mit 20% geringer ist. Dort zeigen sich jedoch die Technologie-Giganten präsenter. 

Die fünf größten Anmelder für Quanten-IPFs im Zeitraum 2005-2024 waren IBM, LG, Toshiba, Intel und Microsoft. Europäische Unternehmen wie IQM Quantum Computers und Robert Bosch gehören ebenfalls zu den größten Antragstellern in den Bereichen Computing bzw. Sensorik. Vier der fünf Universitäten mit den meisten zitierten IPFs im Bereich der Quantentechnologien kommen aus den USA, angeführt vom MIT und Harvard. Das französische CNRS sticht als einzige europäische öffentliche Einrichtung hervor. Es ist unter den 20 führenden Antragstellern vertreten.

Der Studie zufolge gewinnt die Zusammenarbeit zwischen öffentlichen Forschungseinrichtungen, Startups und großen Unternehmen zunehmend an Bedeutung für Innovation im Quantenbereich. Gleichzeitig steht das Segment vor Herausforderungen wie der zunehmenden Konzentration und den Abhängigkeiten von globalen Lieferketten für kritische Komponenten. Quanten-Unternehmen müssen nicht nur sicherstellen, dass sie über technische Expertise in einem hochkomplexen Bereich verfügen, sondern auch die Integration von Soft Skills fördern, die für die Kommerzialisierung erforderlich sind.  

Weitere Informationen

Medienkontakte Europäisches Patentamt 

Roberta Romano-Götsch  
EPA-Sprecherin

EPA-Pressestelle
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Über das EPA

Mit 6 300 Beschäftigten ist das Europäische Patentamt (EPA) eine der größten Behörden in Europa. Das EPA, das seinen Hauptsitz in München sowie Niederlassungen in Berlin, Brüssel, Den Haag und Wien hat, wurde mit dem Ziel gegründet, die Zusammenarbeit zwischen den Staaten Europas auf dem Gebiet des Patentwesens zu stärken. Dank des zentralisierten Verfahrens vor dem EPA können Erfinderinnen und Erfinder hochwertigen Patentschutz in bis zu 46 Staaten erlangen, die zusammen einen Markt von rund 700 Millionen Menschen umfassen. Das EPA ist ferner weltweit führend in den Bereichen Patentinformation und Patentrecherche.

Über die OECD

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