Bessere Organkonservierung dank Meeresbiologie: Französischer Meeresbiologe als Finalist für den Europäischen Erfinderpreis 2026 nominiert

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Pressemitteilungen
  • Franck Zal hat einen universellen Sauerstoffträger auf Basis des Hämoglobins von Wattwürmern entwickelt, der eine bessere Konservierung von Organen und Gewebe ermöglicht
  • Die Technologie schützt Organe vor Sauerstoffmangel beim Transport sowie bei der Lagerung und ermöglicht dadurch bessere Transplantationsergebnisse
  • Der französische Erfinder ist Finalist in der Kategorie "KMU". Die Gewinner/innen werden während der Preisverleihung am 2. Juli 2026 in Berlin bekannt gegeben
  • Die öffentliche Abstimmung über den Publikumspreis startet heute und wird bis zur Preisverleihung am 2. Juli 2026 laufen

München, 12. Mai 2026 – Laut der Europäischen Direktion für die Qualität von Arzneimitteln und der Gesundheitsversorgung (EDQM) warteten Ende 2024 in den Mitgliedstaaten des Europarats über 90 000 Menschen auf eine Organspende. https://www.transplant-observatory.org/Eine der größten Herausforderungen ist die Konservierung der Organe außerhalb des Körpers, wo Sauerstoffmangel während Transport und Lagerung zu irreversiblen Schäden der Organe führen kann. Franck Zal hat einen universellen Sauerstoffträger auf Basis des Hämoglobins von Wattwürmern entwickelt, der eine bessere Konservierung von Organen und Gewebe während der Lagerung und den Vorbereitungen auf die Transplantation schützt. Für seine Arbeit wurde der Meeresbiologe von einer unabhängigen Jury als Finalist in der Kategorie "KMU" des Europäischen Erfinderpreises 2026 ausgewählt.

Hämoglobin von Meereswürmern als Sauerstofflieferant

Bei einer Transplantation sind die Organe oft Phasen mit Sauerstoffmangel und dann einer plötzlichen Phase der Reoxygenierung ausgesetzt, was Zellschäden verursachen kann und die Gefahr eines Organversagens erhöht. Bei herkömmlichen Konservierungsmethoden ist es schwierig, eine gleichmäßige Sauerstoffversorgung zu gewährleisten, die keine Nebenwirkungen auslöst.

Die von Zal entwickelte Lösung beruht auf einem extrazellulären Molekül, das vom Wattwurm Arenicola marina stammt, einer Art, die längere Phasen des Sauerstoffmangels überleben kann. Im Gegensatz zu menschlichem Hämoglobin zirkuliert das Molekül frei im Blutsystem. Es kann große Mengen Sauerstoff transportieren, ohne Gefäßverengungen auszulösen, und begrenzt den oxidativen Stress. Dies schützt Organe und Gewebe während der Lagerung und beim Transport, sodass sie vor einer Transplantation länger konserviert werden können.

"Unsere Technologie stammt aus der Natur. Dieses Hämoglobinmolekül ist ein Vorfahre unserer roten Blutkörperchen – das aller Lebewesen auf dieser Erde. Deshalb muss unsere Technologie auch die Natur schützen", erklärte Zal.

Meeresbiologie in der Transplantationsmedizin

Die Erfindung von Zal hat ihren Ursprung in seiner Forschung als Meeresbiologe am Nationalen Zentrum für wissenschaftliche Forschung (CNRS, Frankreich), wo er Lebewesen untersuchte, die an extreme Umweltbedingungen angepasst sind. Vom medizinischen Potenzial des marinen Hämoglobins überzeugt, kündigte er seine Forschungsstelle und gründete das Biotech-Unternehmen Hemarina.

Statt Lebewesen in der Natur einzusammeln, züchtet Hemarina die Wattwürmer in einer kontrollierten Aquakulturanlage in Frankreich, um Rückverfolgbarkeit und die Einhaltung medizinischer Normen zu gewährleisten. Der von der Firma entwickelte Sauerstoffträger wurde bereits zur Konservierung von Organen verwendet, unter anderem für Nieren und Lungen. Sein Potenzial wird für andere medizinische Anwendungsgebiete wie regenerative Medizin und die Zelltherapie weiter erforscht.

"Ich finde, Forschung muss der Gesellschaft dienen. Ein Patient, der drei Monate ohne Gesicht gelebt hatte, sagte einmal zu mir, dass der Wurm sein Leben gerettet habe, und dann einfach noch: 'Das Leben ist wundervoll'. Diesen Satz trage ich seitdem in mir", erzählt Zal.

Franck Zal ist einer von drei Finalist(inn)en in der Kategorie "KMU" beim Europäischen Erfinderpreis 2026. Die weiteren "KMU"-Finalist(inn)en sind der polnische Erfinder Przemek Ben Paczek (Polen) für ein Magnetschwebesystem zur Modernisierung des Schienenverkehrs und der Tscheche Jan Čmelík für seine nadelfreie Elektrospinn-Technologie zur Skalierung der Produktion von Nanofasern. Das Europäische Patentamt wird die Gewinnerinnen und Gewinner am 2. Juli 2026 im Rahmen einer per Livestream aus Berlin übertragenen Preisverleihung bekannt geben. Zusätzlich zu den vier Award-Kategorien wird es einen Publikumspreis geben, der durch eine kombinierte Abstimmung der Öffentlichkeit und der unabhängigen Jury vergeben wird. Die öffentliche Abstimmung startet am 12. Mai 2026 und wird bis zur Preisverleihung am 2. Juli 2026 laufen.

Weitere Informationen über die Technologien, ihre Auswirkungen und die Erfinderinnen und Erfinder finden Sie hier.

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Der Europäische Erfinderpreis ist einer der renommiertesten Innovationspreise Europas. Er wurde 2006 vom EPA ins Leben gerufen und würdigt Einzelpersonen oder Teams, die mit ihren wegweisenden Erfindungen Antworten auf einige der größten Herausforderungen unserer Zeit geben. Die Mitglieder der Jury für den Europäischen Erfinderpreis sind allesamt ehemalige Finalistinnen und Finalisten. Bei der Bewertung der Vorschläge stützt sich die unabhängige Jury auf ihre Expertise in den Bereichen Technik, Geschäftswelt und geistiges Eigentum. Alle Erfinder/innen müssen ein europäisches Patent für ihre Erfindung erhalten haben. Hier erfahren sie mehr über die verschiedenen Kategorien, Preise, Auswahlkriterien und den Livestream der Preisverleihung am 2. Juli in Berlin.

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