EPA veröffentlicht Jahresrückblick 2025

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München, 30. Juni 2026 – Das Europäische Patentamt (EPA) hat heute seinen Jahresrückblick 2025 veröffentlicht, ergänzt durch ein Video, das einen Überblick über die wichtigsten Erfolge des vergangenen Jahres gibt. Der Rückblick skizziert die im Rahmen des Strategieplans 2028 (SP2028) erzielten Fortschritte, wobei Nachhaltigkeit als übergeordnetes Ziel dient.

"Die Nachfrage nach europäischen Patenten hat 2025 erstmals die Marke von 200 000 Anmeldungen überschritten – ein Beleg für das Vertrauen, das Innovatorinnen und Innovatoren weltweit in das europäische Patentsystem setzen“, sagtEPA-Präsident António Campinos. „Die anhaltende Verbesserung unserer Produkte und Dienstleistungen, z. B. durch integrierte KI-Unterstützung, zukunftsweisende Tools und verbesserte, durchgängig digitale Workflows, eröffnet unserer Nutzerschaft neue Möglichkeiten und schafft die Voraussetzung für eine engere Zusammenarbeit mit allen unseren Stakeholdern."

Mit einem Plus von 3,7 % gegenüber dem Vorjahr verzeichnete das Amt 2025 einen Rekordwert bei der Produktivität im Patenterteilungsprozess und stärkte so seine finanzielle Nachhaltigkeit. Parallel dazu konnten die Bearbeitungszeiten bei Produkten und Dienstleistungen weiter verbessert werden, während Nutzerzufriedenheit und Qualität auf hohem Niveau gehalten wurden. Insbesondere bei der Recherche erhöhte sich die Pünktlichkeit noch und untermauerte so ihre zentrale Bedeutung für Qualität und Rechtssicherheit.

Das EPA setzte ferner die digitale Transformation fort, wobei das Hauptaugenmerk auf einfacheren Prozessen und modernen Plattformen lag – bei gleichzeitiger Wahrung von Sicherheit, Verfügbarkeit und Nutzerdiensten. Nachfolgend einige Highlights der fünf im Strategieplan 2028 definierten Treiber: Personal, Technologien, hochwertige, pünktliche Produkte und Dienstleistungen, Partnerschaften und finanzielle Nachhaltigkeit.

Qualität und Nutzerzufriedenheit bleiben hoch

Qualität steht im Mittelpunkt der Arbeit des EPA. Sie gewährleistet, dass die wachsende Nachfrage nach europäischen Patenten mit hohen Standards im gesamten Patenterteilungsprozess einhergeht. 2025 konnte die Produktion auf 418 868 bearbeitete Akten erhöht werden (+4,0 %). Dabei konzentrierte sich das Arbeitsaufkommen auf Bereiche, die die europäische Wettbewerbsfähigkeit vorantreiben, wie Digitaltechnologien und Gesundheitswesen. Befeuert durch die rasante Innovation im Batteriebereich war auch im Segment Materialien und Produktion ein anhaltendes Wachstum zu beobachten. Das EPA passte sich mit gezielten Neueinstellungen und Umschulungen an die jüngsten Entwicklungen an und konnte so Qualität, Pünktlichkeit und Effizienz in allen Technologiebereichen aufrechterhalten.

Die Bearbeitungszeiten konnten im gesamten Patenterteilungsprozess verbessert werden, wodurch die Rechtssicherheit für die Nutzer wie für den Markt gestärkt wurde. Unterstützt durch die frühzeitige Zusammenarbeit innerhalb der aktiven Recherchenabteilungen konnte die durchschnittliche Dauer für Standardrecherchen auf knapp über fünf Monate verkürzt werden, während sich der Anteil der pünktlich abgeschlossenen Standardrecherchen auf 86,8 % erhöhte. Auch die durchschnittliche Dauer für Standarderteilungen wurde verkürzt, wobei weitere Fortschritte hinsichtlich Einheitlichkeit und Qualität erzielt wurden. Verbesserungen bei der Pünktlichkeit gab es auch im Einspruchsverfahren.

Die Nutzerzufriedenheit mit den Produkten und Dienstleistungen des EPA blieb hoch, wie die jüngste Befragung zeigt, die mit über 8 000 Teilnehmenden einen neuen Rekordwert aufstellte. Im Qualitätsaktionsplan 2025 des EPA, der auf umfangreichen Nutzerrückmeldungen aus allen EPA-Kanälen basiert, wurden klare Qualitätsinitiativen definiert, die weitere Verbesserungen bei der materiellen Qualität ermöglichten. Diese wurden anhand von Qualitäts-Dashboards und KPI transparent nachverfolgt.

Verbesserte Prüfertools und Online-Nutzerdienste

Das EPA nutzte auch 2025 neueste Technologien, um Prozesse zu vereinfachen und den durchgängig digitalen Patenterteilungsprozess weiter zu stärken. So wurden die Prüfertools um KI-Funktionen ergänzt, wobei durch strikte und umfassende Tests sichergestellt wurde, dass die KI-Systeme des EPA im Einklang mit seiner KI-Politik zuverlässig und sicher funktionieren.

PreSearch wurde um einen auf Large Language Modellen basierenden Komponentenanbieter ergänzt, der mit Zehntausenden erfolgreicher Prüferrecherchen trainiert wurde. So lässt sich wertvoller Stand der Technik ausfindig machen, der andernfalls unentdeckt bleiben würde. Die Erweiterung ist so konzipiert, dass die Prüferinnen und Prüfer stets die volle Kontrolle behalten, während die Qualität und Effizienz der Recherche gestärkt werden. KI wurde außerdem auch in den Bereichen digitale Aktenzuweisung, erweiterte Recherche, Dokumentenanalyse und mündliche Verhandlungen unterstützend eingesetzt.

Die MyEPO-Dienste entwickelten sich zum zentralen digitalen Zugangsportal für Anmelder und Vertreter, mit nunmehr über 10 000 registrierten Nutzern. Dank erweiterter MyEPO-Selbstbedienungsfunktionen, verbesserten APIs und neuen Tools für die Zusammenarbeit sind Interaktionen nun über den gesamten Patentlebenszyklus hinweg einfacher, effizienter und transparenter. Zu den bedeutenden Fortschritten bei der digitalen Einreichung zählen außerdem die Umstellung auf die Online-Einreichung 2.0 als Standardtool sowie die Vorbereitungen für die Einführung der Einreichung im DOCX-Format für alle Nutzer.

Ein zugänglicheres europäisches Patentsystem mit globaler Reichweite

In einem wachsenden europäischen Binnenmarkt für Technologien sorgt das Einheitspatentsystem für eine bessere Zugänglichkeit, indem es Kosten und Komplexität für die gesamte Nutzerschaft reduziert, und dabei die Erwartungen hinsichtlich seiner Nutzung übertrifft. Fast die Hälfte aller Einheitspatente, die europäischen Innovatoren erteilt werden, entfallen mittlerweile auf KMU, Hochschulen und öffentliche Forschungseinrichtungen. Dies bestätigt, dass das Einheitspatent gerade kleineren Akteuren einen kostengünstigen Zugang zu einem Markt mit 350 Millionen Menschen eröffnet. Der neu eingeführte Fee Assistant hat das Bewusstsein für die zusätzliche Unterstützung europäischer Klein- und Kleinsteinheiten weiter geschärft.

Darüber hinaus verlassen sich auch Akteure aus dem weltweiten Innovationsökosystem wie Investoren und politische Entscheidungsträger auf das EPA, um die datengestützten Erkenntnisse zu erhalten, die sie für fundierte Entscheidungen benötigen. Die EPA-Beobachtungsstelle für Patente und Technologie spielt durch ihre Studien und Tools eine entscheidende Rolle bei der Bereitstellung von Patent Intelligence für ein weltweites Publikum. So ermöglicht beispielsweise der Deep Tech Finder nun der breiten Öffentlichkeit die Identifizierung von über 13 000 europäischen Start-ups und Forschungseinrichtungen, die auf zahlreichen Gebieten an der Spitze der Innovation stehen, sowie von über 12 000 Investoren.

Zwei zusätzliche Tools bieten neue Einblicke in Zukunftstechnologien: der Patent Standards Explorer und die Digitale Bibliothek. Nicht zuletzt wurde das Technologie-Dashboard des EPA durch detaillierte Kartografien ergänzt, sodass die Nutzer nun neue Erfindungen in spezifischen Industriezweigen eingehend erkunden können.

Bekenntnis zur Transparenz

Dem Jahresrückblick 2025 sind ausführliche Berichte zu den Schlüsselbereichen Qualität, Soziales, ökologische Nachhaltigkeit, digitale Transformation, Datenschutz und Partnerschaften beigefügt. Diese Berichte geben nicht nur Aufschluss über die operativen Ergebnisse, sondern spiegeln auch den Einsatz für Transparenz und gute Governance wider.

Weitere Informationen

Medienkontakte Europäisches Patentamt

Roberta Romano-Götsch 
EPA-Sprecherin

EPA-Pressestelle
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Tel.: +49 89 2399-1833
Mobil: +49 151 5440 3997

Über das EPA 

Mit 6 300 Beschäftigten ist das Europäische Patentamt (EPA) eine der größten Behörden in Europa. Das EPA, das seinen Hauptsitz in München sowie Niederlassungen in Berlin, Brüssel, Den Haag und Wien hat, wurde mit dem Ziel gegründet, die Zusammenarbeit zwischen den Staaten Europas auf dem Gebiet des Patentwesens zu stärken. Dank des zentralisierten Verfahrens vor dem EPA können Erfinderinnen und Erfinder hochwertigen Patentschutz in bis zu 46 Staaten erlangen, die zusammen einen Markt von mehr als 715 Millionen Menschen umfassen. Das EPA ist ferner weltweit führend in den Bereichen Patentinformation und Patentrecherche.